Rif. Tucket – Rif. Alimonta: https://www.bergsteigen.com/touren/klettersteig/sentiero-bocchette-alte-bocchette-weg/
| Schwierigkeit C | 5KM - 847hm – 4h
Die zweite Etappe ist die längste und schwierigste Etappe. Personen-Stau am Steig muss einberechnet werden! Wir haben stolze 10 Stunden gebraucht, auch wenn die reine Gehzeit nur 4 Std. waren. Zunächst geht es wieder hinauf im Schatten der gewaltigen Brenta Berge, genau auf die große Scharte mit dem verhärteten Schneefeld empor zur Bocca di Tuckett. Für das äußerst steile Firnfeld mussten wir Grödel anziehen, anders wäre es zu gefährlich gewesen. Oben in der Scharte befinden sich die Einstiege zu den Klettersteigen.


Leider holten uns jetzt wieder die Wolken ein, sodass wir fast den ganzen Tag mit 0 Sicht kletterten… Erst geht es über steile Leitern und Eisengriffe den Cima Brenta empor (B/C), dann weiter oben am Garbarl Band geht es über Leitern wieder hinunter zu einer Eisrinne. Anschließend wandert man entlang eines langem Bands mehr wie ein Wanderweg um den Berg herum bis zum höchsten Punkt der gesamten Tour: Spalla die Brenta (3.020m). Dort machten wir eine kleine Pause auf einem Biwakplatz. Man sieht gegenüber schon den nächsten Hochpunkt / Gipfel: Spallone die Massodi. Doch hier hin muss erst einiges wieder abgeklettert und anschließend über eine lange Leiter wieder aufgestiegen werden (B).


Von dort aus beginnt nun eine langatmige Kletterei im Zickzack die Felswand runter. Machte Spaß aber zog sich. Irgendwann erreichten wir ein Band, wo dann die Wolken aufrissen und wir die volle Sicht auf den Cima Molveno und dessen umrigendes Hochtal hatten. Dieser erste Ausblick von oben war einfach nur überwältigend! All die spitzen Pfeiler und Kofel inmitten der braunen steilen Wände ringsum. Von hier startet nun der Abstiegsklettersteig „Sentiero Detassis“ (C). In eine Spalte hinunter führen dutzende Leitern in den Abgrund, richtig episch! Leider alles voll und ewiger Stau: Eine Anfängerin blockierte alle Kletterer über sich und ließ niemanden vorbei. Nach mehreren Stunden waren wir die teils überhängenden Leitern runtergekommen zum Fuße des Cima Molvenos, den wir nun per Wanderweg umrundeten zur Rifugio Alimonta.


Die Privathütte ist groß und modern und ebenfalls überfüllt. Eine eindrucksvolle Terasse aus Steinplatten wo sich die Leute tummelten. Es gibt Duschen und Mehrbettzimmer.