Zugspitze von Ehrwald über das Gatterl

Aufstieg: 2182 hm
Strecke: 17 km
Schwierigkeit: T3

Hierbei handelt es sich um eine leichte aber gleichzeitig sehr schöne Route auf den Berg. Sie ist relativ lang (2.100hm - 8 Stunden) aber gut an einem Tag machbar, wenn man gut konditioniert ist. Bis zum Sonnalpin ist es nur ein mittelschwerer Wanderweg ab dann ein leichter Steig zum Gipfel. Es gibt mehrere Hütten auf dem Weg und viele schöne Landschaften zu entdecken, daher ist es eine der entspanntesten Alternativen (aber nicht die leichteste).

 

Das war die Wandertour des Jahres! Seit 2014, als wir eine Tour duchs Höllental machten, setzte ich mir dieses aussichtslose Ziel in den Kopf: Zu Fuß auf den höchsten Berg Deutschlands. Doch damals war es absolut unerreichbar. Seit Herbst 2015 gab es die Planung für die Tour und wurde wegen Wetter immer wieder verschoben. Doch jetzt war endlich die Zeit gekommen! Nach ewigen Diskussionen und richtig, richtig viel Training sind wir soweit, und brechen früh um 05 Uhr von Landsberg aus nach Ehrwald. Dabei sind Patrick, Peter, Taddu und ich. Die Route: Von Ehrwald übers Gatterl, Knorrhütte, Gipfel und das komplett ohne irgendeine Seilbahn!

 

Unser bisheriger Highscore lag mit Säuling und Drachenkopf bei einer Höhe von 2.300m und einem Aufstieg von 1.300hm, doch heute ging es um die Höhe von knapp 3.000m und einem Aufstieg von 2.200hm!! Und da hatte, glaube ich, jeder Bedenken. Um 07:00 Uhr waren wir fit und gestärkt am Parkplatz bei Ehrwald und sahen auch gleich den wundervollen Wasserfall des Seebensees, die Sonnenspitze und den Tajakopf. Es war noch sehr kühl und das Zugspitzmassiv warf einen gewaltigen Schatten. Die erste Etappe zur Ehrwalder Alm stieg schon ziemlich steil an. Über Ehrwald blickten wir auf ein Wolkenmeer und teilten diese Sicht mit den Kühen.

Nach einem Kaffee in der Alm liefen wir falsch: Zum ersten Mal führte mich Komoot einen Weg lang, den es nicht gab. Doch war es zu spät und wir mussten eine Ski-Piste hinauflaufen, statt dem normalen Weg. Das war ziemlich anstrengend, denn die Piste war recht Steil und es gab keinen Wanderweg. Doch oben war es dann super! Die Sonne kam endlich raus und wärmte uns auf und wir wurden empfangen von einer Herde Kühe und Ochsen. Das Panorama, dass uns die Berge südlich der Zugspitze bot, war gigantisch! Nach einer ganzen Weile über einen Höhenweg überschritten wir einen Pass und Kühe versperrten uns den Weg.

Nach dieser Stelle erreichten wir das historische Gatterl, welches die Grenze zu Deutschland darstellte. Bereits hier hatten wir unsere 1100hm und 9km Strecke hinter uns gebracht (Das Gefühl kennt ihr ja). Vor uns bot sich eine Aussicht auf das gewaltige Zugspitzplatt, welche so gigantisch und imposant war, dass wir Demut empfanden. Es war noch ein verdammt weiter Weg! Wir sahen auch schon die Knorr-Hütte in der Ferne.

Auf diesen alpinen Pass in Richtung Schneeferner hatten wir eine Menge Spaß, denn es ging eine Stunde lang nicht mehr Bergauf. Hier brach dann die Pokemon Sucht der Jungs aus. Von einer Gedenkstelle hatte man jetzt eine überwältigende Sicht auf das Reintal, hinter der die Partnachklamm liegt. Hier ist auch ein alternativer Weg auf die Zugspitze (von Garmisch aus). Bei der Knorr Hütte machten wir 45min Pause und erfuhren erschreckend, dass die letzte Talfahrt von der Zugspitze schon um 16:40 Uhr kam. Wir hatten 13:00 Uhr. Sofort stellten wir uns dem weiteren Weg.

 

Jetzt ging es richtig zur Sache. Wir mussten kämpfen und spürten langsam, wie die Knie weich wurden. Wir wussten, dass beim Schneeferner die Sonnenalp Bahn gab, die zum Gipfel fuhr. Lange überlegte ich, ob wir nicht doch die Gondel nehmen sollten für das letzte Stück. Nachdem wir durch den Schnee liefen und nach 1,5 Stunden den Aufstieg zum Gipfel erreichten, entschlossen wir weiter zu kämpfen. Jeder war jetzt am Anschlag seiner Kräfte. Der Anstieg ging extrem zaghaft, da man auf extrem stielen Kies lief und mit jedem Schritt wieder abrutschte.

Dann erreichten wir den Steig. Dieser führte bereits am Jubiläumsgrat entlang, drahtseilgesichert über schroffen Fels zum Grat hinauf. Die Zugspitzstation erschien hinter einer Wolke. Ich pfeifte aus dem letzten Loch. Schnaufend und ohne Worte kämpften wir uns den Steig immer weiter hinauf, der einfach nicht Enden wollte. Die Höhe war berauschend und das Ziel Nahe. Beim Erreichen des Grates, blickte man plötzlich nach Deutschland hinab.

An der Station angelangt, erwarteten uns Kinder und unendlich viele Touris. Das war schon irgendwie komisch. Ich wankte mit Glückstränen in den Augen durch die Massen und sah, dass wir über den Wolken waren. Taddu und ich liefen schnurstracks zum Gipfel. Dort erwartete uns noch ein B-Steig, den wir ohne langes Überlegen raufkletterten. Nach 10 Minuten Anstehen fürs Kreuz hatten wir es endlich geschafft: Wir waren auf der Zugspitze!!! Die Freude war endlos. Wenn man nach rechts blickte, sah man den gewaltigen, verschneiten Jubiläumsgrat.
Jetzt tranken wir etwas und stießen an. Dannach mussten wir auch gleich mit der Bahn runterfahren. (wir waren um 16:00 Uhr am Gipfel). Unten wurde Taddu plötzlich kotzübel. Wir nahmen den Bus zurück und fuhren heim.

Aufstieg: 2182 hm
Strecke: 17 km
Höchster Punkt: 2962 m
Ausgangshöhe: 1099 m
Gehzeit: 5h 40min
Gesamtzeit: 8h 58min
Schwierigkeit: T3
Höhe: 2.000 m+
Detailbewertungen
Landschaft 5/5
Markierung 4/5
Bewirtung 3/5
Abenteuer 4/5
Frequentierung 4/5
Kondition 5/5
Gefahrenpotential 3/5

Ziele dieser Tour


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