Hierbei handelt es sich um die wohl spektakulärste Variante auf den Berg zu kommen. Es ist eine schwierige mittellange Route (2.225hm – 8 Stunden), aber nicht die schwierigste. Die Route bietet alle Bergaspekte: Wald, Klamm, Klettersteig, Gletscher, deshalb ist es die bekannteste & schönste Route.
Das vierte Mal zur Zugi und zur höchsten Bratwurst Deutschlands! Die Variante über das Höllental hatte ich schon seit vielen Jahren im Visier, nur kam immer das Wetter dazwischen. Denn die Tour durchs Höllental ist zwar ein echter Klassiker, wenn nicht sogar DER Klassiker schlechthin, sondern auch eine Alpine Berg-Tour. Einen Teil der Strecke bin ich schon oft gegangen um z.B. auf die Riffelspitze zu gelangen oder zu den Osterfelder Köpfen. Ein wichtiger Rat von mir gleich zu Beginn: Gehe diese Tour niemals an einem Wochenende! Man tut sich damit wirklich keinen Gefallen…
Ich teile die Tour in Kapitel auf:
1. Der Wanderweg durch den Hammersbacher Forst
Mittwoch abends trafen wir Arno am Parkplatz Kreuzeck (weil Kostenlos). Zu Fünft wanderten wir jetzt über die Wiese entlang der Gleise der Zugspitzbahn nach Hammersbach. Nach 20 Minuten entspanntem Schlendern (man musste nur den Schildern folgen) erreichten wir den Wanderweg in den Wald hinein. Direkt entlang des Hammersbachs führt der Forstweg in Serpentinen zur Höllentalklamm hinauf. Langsam eröffnete sich schon die Bergwelt des Höllentals vor einem: riesige Berggipfel ragten über uns empor. Nach einer guten Stunde und ein paar Höhenmetern erreichten wir die Höllentaleinlasshütte. Für DAV Mitglieder 2€ Eintritt.
2. Die Höllentalklamm
Habe schon detaillierte Tourenberichte mit Videos von der Klamm und Alternative Touren von dort hier: /touren/hoellental. Die Klamm ist spektakulär und sollte aber nur in Regenjacke begangen werden. Bei uns war sie nun ziemlich dunkel, da wir sie spät Abends durchquerten. Wir staunen oft beim durchwandern der Stollen und dem Lichtspiel darin, sowie die eindrucksvollen Wasserfälle. Wir machten wieder ein paar schöne Fotos. Die Klamm ist gut abgesichert und für Wander-Touristen erbaut. Kann jeder gehen! Man kann sie gut in 30 Minuten durchmarschieren. Fall die Klamm zu hat, kann sie auch über den Stangensteig überquert werden (etwas länger).
3. Das Höllental
Am Ende der Klamm betraten wir schließlich das Höllental. Wir waren mitten in den Bergen angekommen und ringsum ragten die Wettersteingipfel empor, alles noch weit weit über uns. Zur linken die Osterfelder Köpfe, zur Rechten der Waxenstein. Noch weitere 20-30 Minuten Wanderweg bis zur Höllentalangerhütte. Entlang des Flusses und der Rohre des neuen Wasserkraftwerks geht’s viele Kehren und ein paar weitere Höhenmeter das Tal hinauf. Schon etwas anstrengend aber noch immer einfacher Wanderweg mit Holzstufen.
Angekommen in der Höllentalangerhütte war es bereits stock finster und man sah die Lichter der Zugspitzstation irgendwo in den Wolken. Ich empfehle hier das Lager zu buchen, da das Mehrbettzimmer (7€ teurer) von einem Lager nicht zu unterscheiden war… Am nächsten Morgen waren wir die letzten Bergsteiger, die noch frühstückten. Die Masse war schon um 05:30 Uhr aufgebrochen. Egal, somit weniger Stau an der Randkluft! Das Wetter war sonnig und schön, also konnten wir es wagen. Ab hier kreuzten sich die Wege (Osterfelderköpfe & Alpspitze links lang, Zugi & Riffelspitze geradeaus weiter). Unser Wanderweg führte jetzt mittelschwer immer tiefer in das Tal hinein, direkt auf das Talende und der Bergkette des Jubiläumsgrats zu. Vor uns der gewaltiger Höllentalkopf der wie eine Fels-Nadel in der Mitte des Tals empor ragte.
4. Das Brett (A/B)
Nach 25 Minuten erreichten wir dann das Brett: Eine Steilstufe des Tals, dass sich wie eine senkrechte Mauer vor einem aufragte. Wir standen davor und schauten dort hinauf: Ein schöner Wasserfall rechts vom Steig, der den Fels schon tief ausgewaschen hat. Ein braunes Y (Verfärbung an der Wand) markiert den Einstieg. Ab dann hieß es Helm auf und Hüftgurt an, ein paar Klettersteigstellen warteten jetzt. Direkt hinter dem Abzweig (Zugspitze | Riffelspitze) gehen die ersten Klettereien am Drahtseil los. Dann kommt die Klammernplatte (wie eine Leiter) und dahinter eine abgefahrene Wandquerung auf Stahlstiften (Foto). Weitere Kletterstellen (A) folgten bis wir oberhalb der Steilstufe angelangt waren.
Zum Schluss noch der Schrofen (I-) und dann wieder entspannter Wanderweg. Noch eine ganze Weile ging es jetzt über das grasigen Geröllfeld unterhalb des Höllentalkopfs hinauf. Ein Blick zurück ins Höllental ist schon jetzt richtig gut! Hinter dem „grünen Buckel“ erreichten wir langsam aber sicher das Höllentalkar (Nach 1:20 Std.)
5. Höllentalferner (Gletscher)
In dem Moment wo wir über den Buckel traten eröffnete sich die Sicht auf den kleinen aber doch eindrucksvollen Gletscher der Zugspitze. Wir sahen viele Leute auf dem Eis die sich im Zickzack fortbewegten. Dies war der Talschluss des Höllentals! Doch zu erst mussten wir das Höllentalkar queren. Ein großes Schotterfeld (die Überreste des bereits zurückgeschmolzenen Ferners). Nach einer großen Ost-Umquerung gelangten wir schließlich zum Gletscher, der eine gute Schneeauflage hatte. Ab hier hieß es Steigeisen anziehen und Pickel rausholen. (Bei Schnee geht es auch mit Grödeln, doch wenn das Eis aper ist, müssen Steigeisen verwendet werden). Eigentlich wäre es sinnvoll auch ein Seil zu nutzen, da selbst der kleine Höllentalferner ein paar Spalten hat in die schon oft Leute gestürzt waren.
Es gab aber im Schnee schon eine gut ausgetretene Spur, der wir jetzt folgten. An wenigen Stellen gings über Blankeis und leichte Risse hinweg. Der Gletscher ist nicht sonderlich steil und nach einer Kehre ist man bereits an der Randkluft. Diese kann durchaus tückisch sein: Entweder existiert eine Schneebrücke oder man hat ein Problem, da die Kluft zwischen Eis und Fels groß ist. Von der Bergwacht ist mittlerweile ein Fixseil angebracht worden um in so einen Fall den Sprung ans Drahtseil sicherer zu machen. Wir hatten eine Schneebrücke und konnte daher bequem einsteigen. Allerdings muss man sehr aufpassen, dass man beim ausziehen der Eisen nicht in dem Moment abrutscht und den Gletscher runterschlittert (an der Stelle oft passiert). Bis zum Einstieg in den KS waren es 3 Stunden ab der Hütte.
6. Höllentalsteig zur Zugspitze (B/C)
Ab jetzt kommt die Tour so richtig in Fahrt! Gleich der Einstieg ist schon die Schlüsselstelle der ganzen Tour: Nach der Randkluft geht es B/C die Wand hinauf und anschließend eine Querung zur Rampe ebenfalls B/C. Auf der Rampe kann man warten, denn diese ist A. Nach einer Kehre führt der restliche Klettersteig jetzt geradewegs auf die Zugspitze zu. Immer entlang der Wand der Riffelwandspitzen bis zum Grat hinauf. Hier eröffnen sich unglaubliche Perspektiven: Unterhalb blickt man auf die Kletterer an der Rampe und darunter auf den Gletscher auf die weiteren Leute wie kleine Ameisen entlang gehen.
Immer spektakulärer und alpiner ist es hier oben, man überblickt das ganze Tal und die große Schale, aus der man emporkam. Der Klettersteig ist ziemlich einfach aber doch recht ausgesetzt. Ich bin fast durchgängig geklettert ohne die Eisengriffe und das Drahtseil zu benutzen (machte mir mehr Spaß). Beni und Kathi waren etwas langsamer und haben sich stets gesichert und vorsichtig geklettert. Ich nutze meinen Vorsprung für Pausen und einfach mal die Sicht zu genießen. Meine 2 Liter Wasser gingen mir jetzt auch aus… Der Klettersteig ist das längste Stück und zieht sich wirklich sehr lange. Irgendwann erreichten wir den Grat und ist gefühlt nur 10 Minuten von der Station weg, deren Seilbahn direkt übereinem verläuft.
Doch jetzt gings noch ein gutes Stück durch eine Rinne hinauf (A/B) bis man plötzlich mitten am Jubiläumsgrat steht. Das goldene Gipfelkreuz erscheint und schon bald steht man auf dem Zugspitzgrat und sieht die Menschenmassen am Gipfel und die gewaltige Bergstation dahinter. Meli und ich waren neugierig und schauten uns noch ein wenig den Jubi an, indem wir bis zur ersten III- Stelle vorgingen um den Grat-verlauf zu sehen. Jubi wäre die nächste Zugspitztour. Naja wir sind dann zum Gipfel gegangen, den wir nach guten 6 Stunden (ab Hütte) erreicht hatten.
Haben was gegessen und sind dann mit der neuen Eibsee-Seilbahn runter (35€). Zum Schluss sind wir nochmal in den Eibsee gesprungen und dann mit der Zahnradbahn zurück zum Kreuzeckparkplatz.
Bergsteigen