Ein weiteres Mal wollten wir über das Höllental zu den Osterfelder Köpfen hinauf steigen, so wie damals 2014. Es ist keine leichte Wanderung und erfordert viel Kondition! Leider war außgerechnet wieder für den Sonntag schlechtes Wetter angekündigt. Deshalb kam auch einfach keiner der Teilnehmer (Beni war entschuldig ^^), abgesehen von Niko, mir und einem sehr nicen Gefährte von Spontacts. So gings dann los vom Parkplatz in Hammersbach (bei Grainau) aus in den Herbstwald.
Noch war es Ok, nieselte nur leicht und war etwas frisch. Der Weg über das bunte Laub durch den Forst, entlang des Hammersbachs war wunderschön. Der Aufstieg bis zur Einlasshütte war ca. 40 Minuten und machte uns gut warm. Irgendwann, entdeckte man am Felsen bereits die Höllentaleinlass Hütte. Hier gabelte auch der Weg über den Stangensteig ab, welcher bei Nässe nicht zu empfehlen war. Wir tranken einen Kaffe und dann gings in die Klamm!
Als AV Mitliegt musste ich statt 4€ nur 1€ zahlen. Hinter dem Drehkreuz entdeckten wir das kleine Museum, dass wir uns direkt mal anschauten. War nicht unintressant! Es ging um den Bau der Klamm um 1905 und die damaligen Mittel und Wege. Jetzt mussten die Regenjacken ran, denn in der Klamm wird man so oder so nass. Immer wieder ging es durch die Stollen und vorbei an tosenden Wasserfällen. Weit oben erspäht man die eiserne Brücke irgendwo.
Am Ende der Klamm konnte man noch etwas über das damalige E-Werk lernen. Es gab eine Vorichtung für eine Wasserturbine von 1905 die mittlerweile als Ruine herum lag. Seit 2015 gibt es ein neues Wasserkraftwerk, dass durch ein dickes Rohr verläuft. Wir folgten dem Fluss und dem Rohr weitere 30 Minuten durch den Regen, bis es wieder bergauf ging und wir schließlich die Höllentalangerhütte erreichten. Die neue erbaute Hütte (2015) war sehr modern und komfortabel. Kaum was los heute, tortzdem kamen uns Leute mit Eispickel entgegen! Wir aßen kurz eine Suppe bevor es weiter ging. Von der Zugspitze konnte man nicht viel sehen, da die Wolken zu tief hingen.
Von der Hütte aus zogen wir weiter in Richtung Osterfelder Kopf. Der Regen wurde hier abwechselnd immer wieder stärker und lies wieder nach. Der schöne Weg führte in Richtung Knappenhäuser auf schmalen Grad entlang der Felswand hinauf. Nach einer Weile, erreichten wir eine Kreuzung. Links gehts über die Knappenhäuser und über das Hupfleitenjoch zur Kreuzspitze (dies war die geplante Route), und rechts über den Rindersteig direkt zum Osterfelderkopf. Beide Wege waren Blau markiert, was ich nicht bestätigen kann. Der Weg über die Rinderscharte ist Rot bis Schwarz!
Wir entschieden uns Rechts zu gehen, durch die Rinderscharte, da ich diesen Weg noch nicht kannte. Dieser ging direkt über Serpentinen den Hang hinauf und führte uns langsam in den Schnee. Wir hatten mittlerweile eine tolle Sicht auf das Höllental und in Richtung Zugspitze! Eine dichte Wolkendecke zug unter uns vorbei. Der Sturm wurde nur immer wieder unangenehm, sodass wir uns jetzt noch mehr anzogen.
Doch dann hörte es plötzlich ganz auf. Kein Regen mehr! Doch wurde es immer kälter und es lag immer mehr Schnee. Wir erreichten das Kar und blickten die gewaltige Alpsitze, die in den Wolken verschwand, hinauf. Ringsrum verschneiter Fels. Die Athmosphäre war gigantisch. Uns kamen jetzt zum ersten Mal seit Stunden 2 Leute entgegen. Wir stapften die Serpentinen durch den Schnee hinauf, bis wir oben am Höllentor ankamen. (Das Joch)
Dort oben war es dann eise kalt und windig. Wir kletterten noch ein Fels hinauf, von wo aus wir das Gipfelkreuz vom Höllentalkopf sehen konnten. Dies wäre nur über Kletterei II erreichbar gewesen. So blieben wir auf unserem Felsen und staunten über die Aussicht.
Dannach stiegen wir langsam ab zum Osterfelderkopf. Ein paar Touris trieben hier oben ihr Unwesen. Wir gingen noch zum Alpspix und stellten uns auf die luftige Plattform. Dann gabs noch eine warme Mahlzeit bevor wir mit der Seilbahn dann runtergefahren sind. Wir hatten da unsere Zweifel, ob die überhaupt noch fuhr.... Unten angekommen, mussten wir dann noch 1,5km zurück nach Grainau laufen. Es war wieder warm und schön!
Fazit
Eine schwere und sehr lange Wanderung, die absolut spektakulär ist. So schlimm war das Wetter gar nicht und die Rinderscharte im Schnee war etwas ganz besonderes! Die Höllentalklamm alleine ist schon ein Besuch wert, der Steig hinauf, mit dieser gewaltigen Sicht auf das Höllental und die Zugspitze macht die Tour zu einem besonderen Erlebnis!!
Wandern