Früh um 06 kamen wir, nach einem lustigen Grillabend, nur sehr schwer aus den Federn. Der Unmut war groß, doch wir zogen los. Diesmal hatten wir wieder ein neues Gesicht an Board: Rike! So gings erstmal los bis zum Achensee, haben ca. 2:30 h gebraucht.
Dadurch, dass wir schon Anfang April hatten, war heute der letzte Tag des Winterbetriebs im Rofan. Trotz vieler Zweifel und nur 2 geöffneten Mini-Pisten, fuhr die Seilbahn und wir konnten uns auch Schneeschuhe ausleihen. Oben war das Wetter bewölkt und trüb aber man wurde dennoch begrüßt von einer gewaltigen Gebirgskulisse!
Jetzt gings ab in die Schneeschuhe und los, an den 2 Pisten vorbei, den ausgeschilderten Winterwanderweg entlang. Es ging entspannt los, doch schon bald mussten wir den ersten steilen Aufstieg überwinden. Es kostet einiges an Energie, wenn man versucht eine schmalen, steilen Anstieg im Tiefschnee hochzugehen. Selbst mit den Schneeschuhen muss man kämpfen.
Oben angekommen hat man die Rofanspitze in Sichtweite und vor einem thront in voller Schönheit die Felswand des Rosskopfes. In vollkommener Einsamkeit (nur sehr wenige waren noch unterwegs) und totaler Stille, zogen wir mit den Schneeschuhen, ohne erkennbare Wege, weiter den Berg hinauf. Die Wolken zogen jetzt etwas bedrohlich zu und waren schon relativ dunkel. Nach kurzem Zweifeln gingen wir aber dennoch entspannt weiter. Ein kalter Wind zog, als wir schließlich das Joch erreichten.
Wir machten Pause. Vor einem lag der verschneite Grubersee und ein Trampelpfad durch den Schnee ging zur Rofanspitze hinauf. Es war klar, dass es uns noch einiges an Kräften kosten würde. Ein paar Skitourengeher waren auf der Suche nach einem verlorenen Handy. Die wirklich abschüssige Gehspur war schwierig zu passieren, an paar Stellen musste man über frei liegende Wiese und Steine laufen. Irgendwann verlor sich die Serpentine im Schnee und wir versuchten den wirklich steilen Schneehang hinauf zu laufen.
Ohne Schneeschuhe wäre das unmöglich gewesen! Ich selbst hatte hier sehr starke Probleme, da ich trotz Schneeschuhe (!) im 70cm Tiefschnee unterging. Der Schnee war einfach zu weich und der Hang zu steil. Ich versank in einer Schneegrube und kam erstmal 10 Minuten lang nicht mehr raus und bei jedem weiteren Schritt versank ich erneut und drohte nach hinten abzurutschen. Die Steigeisen an den Schneeschuhen hatten kaum Grip! Oft hatte ich das Gefühl gleich eine Triebschnee-Lawine auszulösen, da man schon feine Risse in der Schneedecke sah. Ich sags euch, ich war froh, als ich dann endlich oben war!
Aber die Belohnung war dann eine unvergleichbare Aussicht auf knapp 2.300hm! Man blickt weit ins Zillertal, zum Achensee, sogar bis zur Venediger! Und man überblickt das Gesamte Rofangebirge und sieht das gewaltige Karwendelgebirge. Und kaum waren wir oben, kam die Sonne endlich raus. Herrlich!! Um zum Gipfelkreuz zu kommen, muss man eine winzige Kletterstelle überwinden.
Der Abstieg war leichter aber immer noch schwergängig. Man drohte ständig abzurutschen, daher gingen wir sehr langsam und mit kleinen Schritten durch den Schnee. Zum Glück auch nicht zu spät, denn als wir wieder durch das Joch, Richtung Seilbahn zurückgingen, klarte der Himmel ganz auf und die Sonne brannte uns ungebremst einen schönen Sonnenbrand ins Gesicht. Der Abstieg von hier war absolut schön. Eine malerische Winterlandschaft, man bekam Augenschmerzen, da der Schnee die Sonne überall reflektierte. Wir zogen im T-Shirt weiter und es war trotzdem zu warm.
Am Schluss merkten wir, dass die Schneeschuhe quais überhaupt keinen Grip mehr hatten, da der Schnee durch die Sonne weich und matschig wurde. An der Erfurter Hütte gab’s dann noch ein Weißbier und dann gings mit der Seilbahn runter. Die Leute oben, feierten das Ende der Wintersaison mit Posaunen und Trompeten :)
Wir waren um 16:00 Uhr am Auto und um 18:00 Uhr in Augsburg (über Bad Tölz geht besser!)
Fazit
Tja das wars dann wohl mit dem Winter, bzw. war das jetzt die letzte Schnee-Tour für diesen Winter. Und sie war trotz all der Hürden wirklich wie im Märchen. Rofan mit Schneeschuhen ist wahre Feinkost! Und wie viele können schon behaupten Anfang April schon auf 2.300 Metern ihre Brotzeit zu essen? :D
Mehr Infos zur Tour hier: http://www.karwendel-urlaub.de/was-tun/schneeschuhwandern/achensee/rofanspitze/
Wintertour