Nach dem Frühstück gehe ich gemütlich los. Draußen spielen 3 Eichhörnchen. Ein prächtiges Panorama in die hohen Berge begrüßt mich. Welcher wohl der Schochen sein würde? Ich steige den Rodel-/Winterweg gemütlich ab und treffe dann unten an der Kreuzung auf Nadja, Stefan & Beni, die mit dem ersten Giebelhausbus kamen. Zwei volle Busladungen von Skitourengehern marschieren in großer Kolonne voran.

Hinter einem Baum verstecken meine Freunde ihre Hüttensachen für den Rückweg. Dann ziehen wir los! Im Schatten zwischen den großen, markanten Giebel (der die beiden Zweigtäler trennt) und der Laufbichler Kirche geht’s weiter rein ins Tal. Begleitet wird die Tour von verschiedenen Hochalmen (die aber allesamt geschlossen sind). Noch geht der Ziehweg gemütlich und eben dahin, immer parallel zum Obertalbach. An einer Bachüberquerung ist dann Schluss mit dem Weg und es geht nur noch am Hang weiter. Steighilfe wird reingemacht und die erste Anhöhe aufgestiegen.

Noch in weiter Ferne sieht man die weißen Gipfel. Es ist noch ein weiter Weg zum Ziel! Wie die Ameisen gehen die 2 Busladungen Tourengeher über das wunderschöne Schneefeld dahin. Immer weiter auf die hohen Berge zu. Doch ein paar Leute suchen sich Ziele abseits der Schochentour. Allerdings hängen heute große Wechten über den Kamm der Seeköpfe, die bei der starken Sonne heute mir zu gefährlich erscheinen.

Nach etwas Pause auf ebenem Schnee folgt dann die nächste Aufstiegszone. Der Hang braucht etwas Ausdauer und zieht sich. Währen die Tourengeher Serpentinen schlagen, gehen wir geradlinig hinauf. Ab und an verlieren wir uns in dieser herrlichen Winterwelt voller unberührtem Tiefschnee. Oberhalb des Hanges machen wir eine Teepause und beobachten wie feine Schneepartikel vom Wind verweht werden: Absolute Magie! Der Gipfel ist immer noch weit entfernt.


Unterhalb des Schochens geht es dann schließlich nach Links zu den Büschen hinauf. Wir sehen bereits den letzten Steilhang: Die Schochenrinne hinauf zum Sattel. Hier ist richtig was los! „Endspurt Leute!“ ermutige ich die Gruppe bevor es an das letzte steile Stück geht. Dies ist auch die Schlüsselstelle der Tour und bringt die Schneeschuhe auch an ihre Grenzen. Aber auch die Tourengeher haben am steilen Gelände in den Kurven zu kämpfen….


Ich spure voraus und gehe meine direkte Linie schnurstracks den Hang hinauf. Ab und an rutsche ich zurück, wenn der Schnee zu weich ist. Aber meist war er gut verhartscht. Perfekte Bedinungen heute! (Wäre das sulzig gewesen, hätte man da schon echt Probleme rauf). Aber die Müh wird schlagartig belohnt, wenn man dann den Sattel des Schochens erreicht und plötzlich auf die österreichische Seite der Allgäuer Hochwelt blickt!

Ein unfassbares Panorama! König Hochvogel blickt hinterm Laufbacher Eck empor. Der Schneck mit seiner einzigartigen Westflanke, die senkrecht 1000 meter aufragt. Die wilde Königin „Höfats“ mit ihren spitzen Zacken im Süden. Unzählige mir noch unbekannte, großartige Berge breiten sich vor mir auf. Auch der Ifen ist zu sehen. Aber seht am besten im Video... diese Aufnahmen sprechen für sich.


Abstieg geht wie der Aufstieg. Zunächst im Steilhang ohne Schneeschuhe runter (taugt bei der Steilheit nicht mehr). Bald sind wir sehr einsam, da außer uns keiner mit Schneeschuhen unterwegs ist und absteigen muss. Wir suchen uns selbst einen Weg durch den Schnee bis wir unten wieder über den Bach auf den Wanderweg stoßen.

Zum Schluss geht’s dann leider wieder bergauf: 250hm hinauf zur Schwarzenberghütte über den Winterweg. Der Abstieg hat auch nochmal ganz schön Kraft gekostet und jetzt tun die Muskeln weh. Aber geht scho! Auf der Hütte erwartet uns eine warme Dusche und beste Gesellschaft. Es gibt Hirschbraten, Marillenschnaps und Bier. Auch der Alex ist nun da (er hatte eine Fototour gemacht). Ein toller Tag!

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Der Sonntag ist leider dann super grau und verregnet. Daher lies ich ab von der Idee noch zum Daumen aufzusteigen und wir gingen gemeinsam runter zum Giebelhaus. Wir nutzen den Tag um zusammen wieder zurück nach Hinterstein zu wandern. Insgesamt nochmal sehr schön gewesen und für leckere Windbeutel mit Sahne und Eis im Jägerhaus eingekehrt.

Fazit
Einer der schönsten Winterwanderungen für mich. Das Wochenende war sportlich und lebendig für mich. Man kann immer den Bus nehmen, aber ich hatte den Anspruch alles selbst zu gehen. Das Schwarzenberghaus ist eine tolle DAV Hütte, aber für den Schochen nur mit Zusatz-HM zu erreichen. (Ist eher ein Ausgangspunkt für den Daumen). Die Schochentour ist überwältigend schön aber durchaus ausdauernd! Keine Anfängertour.
Mehr Infos: https://www.outdooractive.com/de/poi/allgaeu/schochen-2100-m-/1349940