In 6 Tagen über die Viertausender des Monte Rosa Gebirges
Es ist ein absoluter Klassiker in den Alpen und Berühmt für dessen Einzigartige Möglichkeit: Eine Mehrtägige-Hochtour quer über die höchsten Berge der Alpen. Dabei geht man vom Weltberühmten Home Of Matterhorn – Zermatt los ins gigantisch anmutige Monte Rosa Gebirge, welches Dimensionen hat, die man nur aus dem Himalaya kennt. Zunächst mal ein paar Grundlegende Infos zu dieser Tour:
- 5 bis 7 Tagesetappen sind einzuplanen (je nach Planung)
- Akklimatisierung ist wichtig, da man doch täglich die 4000m Marke überschreitet. Es empfiehlt sich daher die Tour im Tal zu starten statt auf dem Kleinen Matterhorn (Seilbahn). Wichtig ist: Viel Essen, viel Trinken und langsam gehen!
- Eine absolvierte Hochtourenausbildung ist obligatorisch. Es sollten unbedingt schon einige leichte HT zuvor selbst gemacht worden sein.
- Dein Team sollte stark sein und ein paar Erfahrenere Leute haben.
- Folgende Techniken sollten unbedingt geübt sein: Spaltenbergung, HMS Sicherung, Grundlegende Knoten und Seiltechniken, Abseilen mit Tube, ggf. Standplatzbau.
- Mitzunehmen: Vollständige Hochtourenausrüstung und Hüttenzeug. Ab 4 Personen 50m Einfachseil.
- Gute Wetterbedingungen. Das Wetter muss immer gecheckt werden. Bei Nebel und Sturm ist die Orientierung ein Problem. Nutzt ein GPS Gerät.
- Hütten haben alle WLAN dafür nur wenig Wasser. Alle Hütten liegen auf 3500m+. Frühstück 4:00 Uhr, losgehen 5:00 Uhr.
- Unterschätzt die Höhe nicht! Es ist dort völlig anders wie auf Österreichischen Bergen. Wind und Sonne belasten den Körper mehr und die Kondition ist nicht so stark auf der Höhe wie sonst. Man braucht für alles länger.
Schwere Variante
Für wirkliche Könner hat diese Tour einiges zu bieten!
Tag1: Gandegghütte, Tag2: Breithorn (mit Traverse bis V!), Tag3: Pollux & Castor Überschreitung, Tag4: Lyskammüberschreitung, Tag5: Vincent-Pyramide, Balmenhorn, Corno Nero, Ludwigshöhe, Parrotspitze, Signalkuppe, Tag6: Über den Zumstein zur Dufourspitze und Abstieg zur Monte Rosa Hütte, Tag7: Abstieg ins Tal.
Leichte Variante
Für die Meisten ist diese Variante wohl das Richtige. Wer schmale Firngrate, 5.ten Grad am Fels meiden will und auch keine Lust aufs Eisklettern hat, plant es so:
Tag1: Gandegghütte, Tag2: Breithorn, Tag3: ggf. Pollux und dann Castor Überschreitung, Tag4: Il Naso Überschreitung, Tag5: Vincent-Pyramide, Balmenhorn, Ludwigshöhe, ggf. Parrotspitze, Signalkuppe, Tag6: ggf. Zumstein und Abstieg zum Riffelberg -> Zahnradbahn ins Tal.
Abbruch Varianten
Aber gute Neuigkeiten für Tourabbrecher. Jede Hütte ist so gelegen, dass man Gletscherfrei ins Tal kommen kann. D.h. es gibt Optionen eine Etappe „untenrum“ zu umgehen mit Abstieg- und wiederaufstieg zur nächsten Hütte. Es bedeutet auch, das Abbrecher ins Tal wandern können ohne dass die ganze Gruppe abbrechen muss. Die Optionen erwähne ich dann im Tourenbericht.
Außerdem ein paar Tips
- Vergesst einen Trinkschlauch. Unbedingt Thermosflasche wählen
- Sonnencreme LV50+ unbedingt!
- Schützt eure Nase und eure Augen. Kat4 Sonnenbrille!
- Dicke Handschuhe und Windstopper.
- Nehmt zusätzlich zum Pickel auch einen Wanderstock mit.
- Lasst Gruppen mit Bergführer früher starten, damit ihr eine frische Spur habt.
- Wer richtig abenteuerlustig ist kann die Tour auch mit einem Zelt und den Biwakschachteln wagen. Einige machen das so.
Hier findest du auch alle GPS-Tracks frisch von mir aufgezeichnet zum Download: uploads/ftp/userdata/Kaj/SpaghettiRundeGPX.zip
Jetzt zu den Etappen…
I. Von Zermatt zur Gandegghütte
In Täsch parken wir unsere PKWs und fahren mit dem Shuttlezug weiter nach Zermatt. Dort beginnt dann schon die Wanderung! Wir durchqueren die berühmte Ortschaft und bestaunen bereits das Matterhorn. Dann folgen wir den Wanderschildern in Richtung Furi-Bahnstation – jetzt brechen wir auf in das hinterste Wallistal!

Schnell lassen wir die Stadt hinter uns und wandern durch Wälder und viel Grün auf die erste Bahnstation zu. Das etwas höher gelegene Furi ist jetzt auch die allerletzte Ortschaft der Schweiz, bevor es durch die Berge geht. Hinter der Furi-Station wandern wir zwischen Almen entlang weiter hinauf. Dabei folgen wir jetzt der Trasse der Talabfahrt vom Skigebiet. Nach einigen Höhenmetern, sehen wir wieder das Matterhorn vor uns aufragen.



Furi Bahnstation

Über die Skipiste hinauf
Schon fast an der verlassenen Furgg-Station angekommen, macht der Weg einen Knick und führt wieder nach Süd-Osten den Grashang hinauf. Auf dessen Anhöhe überrascht bereits eine überwältigende Aussicht auf das nun weit zu Füßen liegende Zermatt, eingekesselt in den Walliser Bergen wie Weißhorn, Tächhorn, Dom uvm… Auch die gigantische Dufourspitze ist nun zu sehen. Der schwarze Zacken gegenüber ist der Riffelberg – Der auch das Ende unserer Tour markiert.

Links Zermatt und Berge, dann Riffelberg und Rechts die Dufourspitze

Matterhorn...
Weiter geht’s über nun zunehmend kargeres Gelände, dass bald grobes Gestein wird. Unterhalb der Seilbahnlinie wandern wir immer weiter hinauf. Bald passieren wir den Abzweig zur Bahnstation Trockener Steg, aber gehen geradeaus weiter. Noch einige Höhenmeter folgen mit vereinzelten Schneefeldern und dann sehen wir hinter einer Felswand die Knall-Gelbe Skihütte vor uns! Dort quartieren wir uns ein und machen eine letzte Übung zur Spaltenbergung an dessen Klettergarten.


Spaltenbergungs Übrungen
Die Hütte
Die Gandegghütte ist eine private Schweizer Ski-Hütte. Die Aussicht von der Terrasse und besonders vom Bett aus dem Schlafraum mit großen Fenstern, ist gigantisch! Denn wir haben den gigantischen Theodulgletscher und das rießige Breithorn vor uns, richtig irre! Die Hütte selbst ist recht klein und leider sehr teuer. Das Frühstück zwar gut aber für 6 Leute zu wenig gewesen. Durften auch den Vollen Pensionspreis für einen Platz bezahlen der kurzfristig abgesagt hatte….


Abbruchvariante: Über den Aufstiegsweg zurück ins Tal oder über den Trockenen Steg (ca. 30min) per Seilbahn nach Zermatt.
Hochtour 














































































