Winterroundtour über den Hirschtobel zum Spieser

Aufstieg: 874 hm
Strecke: 11 km
Schwierigkeit: T2

Gegenüber vom Iseler und Imberger Horn ist die Berggruppe des Spiesers ein weiteres, schönes Allgäuer Wanderziel. Vom Bad Hindelang, welches direkt am Fuße des Hirschberges und Spiesers liegt, kann man gemütlich starten. Während dies im Sommer eine recht gemütliche Wanderung ist, ist der Spieser auch im Winter ein schönes Ziel. Es bietet sich an die Tour als Rundwanderung zu unternehmen und dabei den Hirschberg zu umrunden. So kann man den einfachsten aber längeren Zustieg über die Jochstraße hinauf zum Steinpasssattl gehen oder (so wie ich) es über den Hirschbachtobel (Tobelsteig) versuchen. Dieser ist allerdings offiziell für die Wintermonate gesperrt! Die Almen haben im Winter ebenfalls zu.

In der Ortschaft geparkt starte ich mit Grödeln und Schneeschuhen meine Tour alleine. Etwas ungewiss bin ich über die Passierbarkeit des Tobelsteigs, da doch der Schnee bis ins Tal gefallen ist, doch gibt es zur Not noch den Umweg über den Hirschberg hinauf. Ich verlasse die Ortschaft nach Norden und folge dem Wanderschild in Richtung "Cafe Polite". Etwas den Hang hinauf und dann an der Wanderkreuzung nach rechts über die Brücke ein kleines Stück durch den Wald weiter. Der Wanderweg quert den Hang des Hirschberges nun südlich und führt immer weiter nach Osten. Nach ungefähr 20 Minuten passiere ich das Cafe Polite (das normalerweise auch geöffnet ist).

Als ich den Weg nun weiter folge, macht dieser einen Knick nach Norden und führt mich entlang des Hirschbachs tief hinein in die Schulcht des Berges. Man dringt ein in den Hirschbachtobel dessen Wald und spiel aus Schnee, Eis und fließendem Wasser in der heutigen Einsamkeit etwas Verwunschen ist. Nach zwei Brücken über den Tobel folgt das Warnschild, dass der Weg gesperrt ist und die 3te Brücke abgebaut wurde. An besagter Stelle wird es dann tricky: Wer hier lieber umkehrt, kann etwas weiter zurück einen Abzweig nach links entdecken - dort kann man auch weiter aufsteigen zum Hischberg. Wer über den Tobelsteig hinauf möchte findet am besagter Sackgasse ein schlaffes Drahtseil die Böschung empor. Dort kann man sich rauf ziehen und dann wiederum sich über ein weiteres Drahtseil langsam in den Fluss ablassen (Vorsicht: super rutschig). Dann springe ich über den Fluss und bin auf dem Stieg angelangt.

Das Kletterseil zum Fluss runter - die Brückenalternative.

Dieser ist zwar schmal und geht in vielen Kehren das steile Gelände hinauf, ist aber eher harmlos und unproblematisch. Also ein guter Weg. Bei zu viel Schnee würde ich es aber wegen Lawinengefahr tunlichst unterlassen. In meinem Fall liegt nur wenig Schnee und die Spur ist frei. Hinter mir blicke ich zurück in die Schlucht und bemerke dass der vereiste Wasserfall am bröckeln ist. Irgendwann stürtzt das ganze Eis plötzlich hinunter. Diese Wände sind schon echt schön! Nach 1:15h und einigen Höhenmetern komme ich am oberen Ende des Steiges an. Ein paar Schritte geradeaus und schon zweigt der nächste Weg nach Links ab: Diesen folge ich nun in Richtung des Hirschberges.

Nach kurzem Aufstieg über die Wurzeln biege ich wieder rechts ab und gehe nun mit Schneeschuhen weiter den verschneiten Grashang nach Norden hinauf in Richtung der Hirschalpe. Weitere verschneite Höhenmeter später erreiche ich den Weg, dem ich nun nach rechts weiterfolge und somit die Hirschbergalpe erreiche (1:45h). Es wird jetzt immer windiger, kälter und die Wolkendecke umhüllt mich plötzlich. Nach links gehts jetzt zum Kreuzbichel Gipfelkreuz - dies ist aber noch nicht das Bergziel! Weiter dem Weg nach Norden folgen kann man sich nun entscheiden den Spieser über den Forstweg (also weg nach links folgen und dann im weiten Bogen auf den Berg zu - Umweg) oder den direkten Weg über den Hang (einfach den Hügel nach Norden hinauf bis zum Bergrücken) zu besteigen. Ich gehe direkt, da mir das kürzer erscheint.

Der Kreuzbichl

Mit Schneeschuhen komm ich ja gut hinauf. Dann unterhalb des großen Hrischbergs folge ich einer Spur nach links immer weiter auf ein Joch zu. Mittlerweile bin ich komplett im Nebel und es pfeift mir um die Ohren. Zudem bis jetzt völlig allein. Aber vom Joch ist es nur noch ein winziger Steilhang hinauf zum Gipfel des Spiesers (2:15h). Ohne Pause marschiere ich weiter und überschreite den Berg nach Westen, wo mich ein doch eher abenteuerlicherer Abstieg überrascht. Der Weg führt nämlich den Berghang nach Norden hinab über eine schmale, steile Rinne wo ich nur schwer guten Tritt finde. Mit den Eisen und den Stöcken komm ich aber sicher runter. Ist halt nix mehr wenn noch mehr Schnee liegt und keine Spur mehr zu sehen ist. Das schwerste ist gleich geschafft und ich erreiche nach etwas Hangquerung das obere Hirschbachtal.

Mittlerweile hat es auch angefangen wie verrück zu schneien und ich spüre, dass ich schnell weiterkommen will. Immer noch allein überblicke ich die schöne Schneelandschaft. Mit GPX und den Schildern mache ich den Pfad durch den Wald aus und folge ihm. Ein wunderschönes Winterwald-stück ist das, mit einer kleinen Holzhütte, wo ich eine Teepause einlege. Die Alpe Klank wird jetzt ausgeschildert. Entlang eines verschneiten Almengebiets gehe ich nun wieder nach Süden wo ich auf die eingeschneite Karl Hüter Hütte treffe. Die untergehende Sonne traut sich unter die dichte Wolkendecke und verzaubert das Sauwetter. Ich genieße es jetzt immer mehr, so schön allein hier oben zu sein.

Nur wenige Minuten später  passiere ich auch die Alpe Klank und gehe auf die Kapelle zu. Neben der Kapelle geht ein schmaler Wanderweg hinunter, welchem ich nun folge. In der Waldschneise verharre ich mehrmals, denn es hat aufgehört zu schneien und dafür überblicke ich das Tal nun mit der untergehenden Sonne - ziemlich schön! Der Rest des Abstiegs ist einfach: Immer dem Forstweg auf den Kehren hinunter folgen bis man wieder in Bad Hindelang ankommt. Bei einbrechender Dunkelheit erreiche ich mein Auto und habe den ganzen Tag keinen Menschen gesehen - so wie es gerade auch normal ist.....

 

Fazit

Eine schöne Wintertour, die aber nicht unterschätzt werden sollte. Gerade der Tobelsteig und der Nordabstieg vom Spieser sind bei präkeren Winterbedinungen nicht zu empfehlen. Ansonsten ein rundum toller Weg mit vielen geschlossenen Almen ;)

 

Weiteres Tourenvideo über den Spieser:

Aufstieg: 874 hm
Strecke: 11 km
Höchster Punkt: 1586 m
Ausgangshöhe: 746 m
Gehzeit: 3h 12min
Gesamtzeit: 4h 13min
Schwierigkeit: T2
Höhe: 1.000 m+
Detailbewertungen
Landschaft 3/5
Markierung 4/5
Frequentierung 1/5
Kondition 2/5
Gefahrenpotential 3/5

Ziele dieser Tour

Alle Ziele dieser Tour (6)

Bilder

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