Levada Tour zum Playa de Barranco Seco - Los Gigantes

Neben dem Teide noch eine gute Wanderalternative auf Teneriffa gesucht? Da gäbe es schon ein paar Sachen. Da zumal die Südküste der Insel nicht gerade vor naturbelassener Schönheit strotzt muss man genauer hinsehen. Es gibt ja noch die schönen Küstenregionen an der Westseite der Insel, deren tiefe eindrucksvolle Schluchten einsame und verträumte Strände einschließen. Und genau dort findet unsere heutige Wanderung statt: Die Los Gigantes (gleichnamige Ortschaft) sind angeblich die zweit-höchsten Meeres-Steilklippen der Welt und sie von der Ferne zu betrachten ist die Anfahrt schon wert. Die Tour entlang der Steilklippen führt durch einen Tunnel, einer Levada folgend in die Secco Schlucht. Hier gibt es dann so richtig abenteuerliche Pfade die auch zum Playa runterführen. Eine schwere Wanderung mit wirklich ernst zu nehmenden alpinen Gefahren.

Das Warnschild und die Absperrkette am Ortsende ist nicht umsonst da. Die Bedinungen zu dieser Tour nenne ich euch jetzt: 1. Nicht bei übermäßiger Hitze gehen. 2. Gute Schuhwerk und ggf. Stöcke im Petto. 3. Gute Tourenbeschreibung oder Karte 4. Stirnlampe! 5. Viel Wasser, Sonnencreme 6. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Los geht die Wanderung! Direkt von der Ortschaft gehts auf die gewaltigen Wände in der Ferne zu, die sich vor uns aus dem Atlantik erheben. Nach links der unendlich weite Blick auf den Ozean, dessen wilde Brandung direkt unter unseren Füßen ist. Der Pfad ist rutschig, bröselig und steil. Noch gibt es ein paar Markierungen denen wir folgen können. Teils an Felsbändern führt der Weg an der Felswand entlang und bietet immer neue grandiose Szenen.

Nach einiger Zeit der Rauf und runters gelangen wir in einen Kessel aus dem es scheinbar keinen Weg mehr gibt. Hier wird die Wegfindung nun deutlich schwieriger. Es geht über ein Bächlein hinüber auf die hintere Wandseite und dort im Zickzack den Hang hinauf. Dann möglichst Aufmerksam nach links sehen: Dort eine kurze unscheinbare 1er Kletterei an einem Fels - direkt darüber ist auch wieder eine Markierung. Hier gehts etwas erdig und sandig nun direkt hinauf auf den deutlich sichtbaren Bewässerungskanal der an die Wand betoniert wurde. Dieser kommt aus einem langen, dunklem Tunnel, dem wir jetzt 1km lang folgen. Hier geht es ohne Stirnlampe nicht weiter.

Hinter dem Tunnel stehen wir mitten in der Schlucht der Barranco Seco und staunen über alles hier. Tiefe Schluchten, große Sandige Türme, Blumen und Kakteen und eine Levada der man weiter folgt. Es ist still und verlassen und man hört in der Ferne nur leise das Meer, wie verwunschen! Wir wollen ja eigentlich dieser Schlucht nun hinab zum Meer folgen, allerdings gehen wir davon aus, dass wir entlang der Levada irgendwann einen Abzweig finden. Deshalb folgen wir der Levada nun immer weiter um den Kessel und auf der anderen Seite weiter. Obwohl wir dabei komplett falsch gehen, ist es trotzdem absolut sehenswert! Denn diese Levada ist schon ein kleines Abenteuer. Sie führt einen in alle Seitenschluchten und am Berghang entlang durch eindrucksvolle Tunnelsysteme mit Felsfenstern.

Wirklich gewaltig! Die Levada verschwindet aber irgendwann im Boden und der Weg endet mit Blick aufs Meer dann abrupt. Es ist klar, dass der Abzweig hinunter schon viel früher hätte kommen müssen. Also drehen wir um und gehen alles wieder zurück bis zum hintersten Schluchtenkessel. Hier bahnen wir uns nun einfach den Weg nach unten zum vertrockneten Flussbett. Dort angekommen finden wir endlich wieder Markierungen denen wir wieder folgen. Der Abstieg hinunter ist ebenfalls sehr abenteuerlich: Oft versteigt man sich und muss wieder ein Stück zurück. Dann muss man immer den Richtigen Pfad durch die Büsche finden und weiter unten über immer größere Fluss-Steilstufen klettern. Nur gelegentlich gibt es eine Markierung. An einer "Schlüsselstelle" ist sogar mittlerweile ein Drahtseil montiert worden.

Völlig durchgeschwitzt erreichen wir dann endlich den Playa. Ein verlassener Steinstrand am Fuße der großen Klippen. Ein paar Boote halten sich auf der Bucht ebenfalls auf. Wir schwimmen etwas im herrlich erfrischenden Ozean, der hier doch ganz schön Wellen wirft. Nach der erfrischenden Pause müssen wir sehen, dass wir zügig wieder zurückkommen. Dazu muss man jetzt wieder die ganze Schlucht hochsteigen, was in der Bruthitze schon heftig ist. Zum Glück bleibt es weitestgehend schattig. Gerade das letzte Stück zum Tunneleingang ist quasi nicht existent, wir sind da auch einen Erdhang durch die Büsche hinauf, da es keinen offensichtlichen Weg zu geben scheint.

Nach dem langen aber runterkühlenden Tunnel folgt wieder der lange Weg an den Klippen zurück. Gerade der Anfang ist rutschig und schwieirg. An der Querung muss man dann auch wieder höllisch aufpassen, da man dort auch gern falsch läuft. Es gibt Wege die in eine gefährliche Sackgasse führen, denen man aber Instinktiv folgen würde. Die Sonne knallt hier zudem wieder volle breitseite runter, daher sind wir durstig und völlig verschwitzt wieder zurück am Auto.

Mit der späten Fähre fahren wir dann vom Los Christianos weiter zur nächsten Insel "La Palma". Dort beginnt dann am nächsten Morgen unser nächstes Abenteuer: Die Trekkingtour über La Palma - dem GR131. Die Insel über die Vulkane überqueren über 3 Tage. Alles darüber findet ihr HIER: /touren/gr131-la-palma

 

Fazit

Eine schwere Wanderung die gutes Schuhewerk und beste Orientierung verlangt. Die aber für mich das schönsten Erlebnis in den Kanaren war!

Detailbewertungen
Landschaft 5/5
Markierung 2/5
Abenteuer 4/5
Frequentierung 1/5
Kondition 3/5
Gefahrenpotential 3/5

Bilder

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