Da unser eigentliches Ziel La Palma ist, bleiben wir nur kurz auf der Hauptinsel Teneriffa. Hier unternehmen wir aber trotzdem zwei schöne Wanderungen mit dem Mietwagen vom Hotel aus. Kurz haben wir überlegt nicht auch einfach den Teide zu besteigen (dem großen Haupt-Vulkan der Inseln) aber da die Berghütte Coronabedingt geschlossen ist, verfällt der Gedanke schnell. Nun, aber wie kann man Teneriffa und seinen Teide auch ohne Gipfelsieg erleben? Indem man auf den Bergkamm gegenüber steigt: Dem Guajara. Dieser ist zwar 1.000m niedriger als der Teide, aber immer noch ein ziemlich hohes Ziel mit einer wirklich lohnenden Aussicht und zudem nicht schwer und nicht so lang zu gehen. Und außerdem ist hier auch kein Permit nötig!

Vom Los Kristianos fahren wir ein Stück der Autobahn folgend nun auf die Hauptstraße, welche hinauf ins Hochgebirge führt. Schnell sind wir beeindruckt über das sich schnell verändernde Gelände, dass immer trockener wird und mit Kakteen bestückt ist. Einige Kurven später verlassen wir das letzt Dorf und es geht durch einen prächtigen Nadelwald hindurch. Natürlich wird auch die Sicht auf das Meer immer weiter... Hinter dem Wald entlang von Sandigem-Lavagestein beginnt der Nationalpark am Teide. Hinter ein paar Kurven geht es dann plötzlich hinein in das großartige Hochtal des Teides. Die Straße führt durch das tote mit Lavagestein übersähte Hochgebiet des Berges. Ein gewaltiges Areal aus Sand, Lava und Schwefelgestein, dass der Vulkan hier einnimmt. Mit der Guajara Tour werden wir es später komplett überblicken können. Aufregend bleiben wir schon öfters stehen und machen Fotos von der Straße inmitten dieser unwirklichen Landschaft, bis wir schließlich den Parkplatz am Hostel und Touristenzentrum Parador erreichen - von wo es dann losgeht.
Es ist hier oben schon deutlich kühler als im Tal und ein stetiger Wind geht um. Voller Freude folgen wir jetzt den GR131 (welcher auch hier langführt) in Richtung des Berges vor uns. Überall sind Büsche und interessante Pflanzen die mit der Trockenheit gut leben. Außerdem scheint der Weg völlig einsam zu sein, kein Mensch weit und breit! Skurrile Felsformationen aus Sandgestein begegnen uns hier auf dem Weg. Bald geht es auf ein kleines Joch zu und von dort an wird der Weg steiler und unwegsamer. Direkt nach dem Joch finden wir den Weg nicht und deuten eine andere Spur als den Weg. Schnell bemerken wir aber, dass der Weg nicht richtig ist und halten uns wieder mehr links. In unzähligen kleinen Kehren geht es hier den Hang immer weiter steil hinauf. Ein Blick zurück ist bereits die Mühe wert: Man sieht das ganze Lava Terrain und eine scharfkantige Bergkette, die es nach Süden hin begrenzt.


Nach einiger Zeit erreichen wir schließlich die obere Stufe an der großen Caldera, wo ein Wanderschild die verschiedenen Richtungen angibt. Von hier gehts noch gute 30 Minuten weiter bis zum Gipfel. Aber dieser Blick ins Tal ist einfach unbeschreiblich: Ein Meer aus arangener Steine, durchzogen aus rotem Sand, dann wieder gelbe Sandsteinberge die emporragen und mitten drin der schwarz-braune Vulkan. Vom Sattel aus gehts jetzt nach links weiter in Richtung Guajara. Der Steig dort hinauf wird felsiger und alpiner, bleibt aber gut ausgebaut und einfach. An einer Felswand entlang gehts weiter rauf zu einer Scharte. Oberhalb derer ist man dann am platten und weiten Gipfelplateau angekommen. Nach ein paar Minuten steht man dann plötzlich am Gipfel.

Eine alte Ruine aus Stein markiert den Gipfel: Dies ist nämlich ein historischer Platz. 1856 wurde hier die erste Berg-Sternenwarte der Welt erreichtet. Wir genießen die Rundumsicht für eine Weile bevor wir dann über den sleben Weg absteigen von dem wir gekommen waren. Hier begegnen wir dann doch ein paar andere Wanderer.

Zurück am Auto folgen wir der Straße nach Norden nun noch weiter um mehr von Teneriffas Landschaften zu sehen. Die Fahrt auf der Straße fühlt sich nach Freiheit an und es lässt auch nicht lange auf sich warten, bis wir wieder anhalten um zu staunen. Der "Mirador San José" ist eine Vulkanische Sandbank, die man beim vorbeifahren sofort bemerkt. Im Licht der Sonne leuchtet alles in noch mehr Farben und es lohnt sich über die Miniwüste ein Stückchen zu spazieren. Für Fotos einfach grandios, es sieht aus wie auf dem Mars!

Weiter der Straße folgen erblicken wir irgendwann das Teide Observatorium, dass sich von der Straße aus bestaunen lässt. Hinein kommt man aber natürlich nicht ;) - Dann führt die Straße weiter und wieder hinab nach Süden zurück ans Meer. Neben vielen geologischen Gesteinsschichten die vom Wind fein geschliffen wurden finden sich immer mehr Plätze mit einer gewaltigen Aussicht auf ganz Teneriffa. Z.b. dieser lauschige Platz hier, direkt an der Straße kurz nach der La Tarta: Ein Blick von einem kleinen Vorsprung der den ganzen Wald überblickt und auch die gewaltige Rampe des Teides ganz vom Meer bis zum Krater empor!

Zurück im Hotel ist es wieder warm, wir gehen in den Pool, schauen einen tollen Sonnenuntergang und verbringen den Abend auf der Terasse mit einer Flasche Wein. Urlaub!
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