Trekking the Isle of Skye - Schottland

Aufstieg: 5506 hm
Strecke: 140 km
Schwierigkeit: T2

Schottland ist einer der beliebtesten Trekkingklassiker, gerade weil das Land so viel unberührte Natur bietet, weitläufige Hügellandschaften und die keltisch geprägte schottische Kultur so toll ist. Zudem gilt das Allermannsrecht: Also Wildzelten ist legal. Die Landschaften, das raue Wetter und die Einsamkeit dieses Landes sind wirklich einmalig schön, allerdings weise ich auch klar darauf hin, dass das trekken in Schottland schon eher sehr fortgeschritten ist. Für Trekkinganfänger kann das Land so einige böse Überraschungen bereithalten. Die Isle of Skye ist eine Insel im Westen der Highlands und unglaublich schön.

Der Skye Trail - ca. 140 km - 8 Tage

Der Skye-Trail ist kein offizieller Trail, ist jedoch er auf der Insel jedem bekannt. Es gibt eine Wanderkarte mit dem Trail und auch ein Trekkingführer. Er führt durch die schönsten Landschaften von Skye - sehr abwechslungsreich vom nördlichsten Punkt über die Trotternish Mountains, Old man of Storr, Portree, Sligachan, Camasunary entlang schöner Küstenwege bis nach Broadford. Es gibt keinen durchgängigen Wanderweg und keine Wegweiser (die den Trail markieren). Es sind teilweise schwierige Gelände zu begehen und es ist alles andere als nett zu wandern und zelten.

  • Übernachtungen planen: Man darf überall auf öffentlichem Grund sein Zelt errichten, ja. Aber unsere Vorstellung „wir gehen so lang wie wir wollen und zelten dann“ war auf der Isle of Skye nicht realistisch. Da gab es mehr Hindernisse als wir uns vorgestellt hatten. Gerade auf der sehr langen Etappe über die Trotternish Mountains ist es nur bei perfekten Bedingungen möglich zu zelten, ansonsten muss man durchziehen. Grund: Hangneigungen, Massen von Schafs Kot, Wasser im Untergrund, Buschiger, extrem unebener Boden und vor allem Ausgesetztheit der Elemente – Sturm! Also müssen Lagerplätze geplant werden.

 

  • Wetterbedingungen sind die Grundlage: Unser großer Fehler von Anfang an, war es Richtung des Trails nicht der Wetterprognose anzupassen. Der schwierigste Teil ist im Norden über die Berge, der einfachere Wegabschnitt der Süden von Broadford. Bei miesem Wetter NIEMALS die Etappe über die Trotternish Mountains wagen, das kann sehr gefährlich werden. Der Regen & Wind sollte in Schottland nicht unterschätzt werden, das ist was völlig anderes wie in Deutschland. Startet die Woche schlecht und wird langsam besser, gehe den Trail von Broadford aus, startet die Woche gut und verschlechtert sich dann, gehe von Norden los.

 

  • Regen: Wir haben es gelernt was Regen wirklich bedeuten kann. Wir hatten 14 Tage lang fast durchgängig Regen mit nur wenigen Ausnahmen. Und oft schüttete es Stundenlang durch ohne nachzulassen. Der Dauerregen stellt ein ernstes Problem da, denn selbst die dicksten Goretex Schichten sind irgendwann durch. Alles wird irgendwann nass. D.h. ihr müsst eure Etappen so planen, dass ihr Orte erreicht wo man trocknen kann. Sobald der Schlafsack, das Innenzelt, die Ersatzkleidung oder die Schuhe nass sind, müsst ihr handeln. Zum Glück gibt es an allen Campingplätzen Wäschetrockner. Bei Starkregen also nur gehen, wenn ihr anschließend auch trocknen könnt.

 

  • Sicherheit: Plant eure Etappen anhand der Skye Wetterdaten (es gibt eine eigene App), nehmt eine Karte mit und unbedingt ein GPS Gerät. Die Bergrettung kann ohne GPS Daten euch niemals finden. Handy für Notruf, Wasserfeste Rettungsplane, Ersatzstange & Zusätzliche BodenPlane fürs Zelt, Schutz gegen die Mitchies.

 

  • Mitchies: Bei Windstille kommen sie – und zwar in unvorstellbaren Massen. Die kleinen Mücken sind eine echte Plage des Landes. Gerade in Wassernähe sind besonders viele. An manchen Tagen ist es trotz giftigem DeetSpray und Kopfnetzt nicht auszuhalten. Millionen von ihnen auf jedem Quadratmeter. Wir hatten einen Abend, da waren es so viele, dass wir aus dem Zelt nicht mehr rauskamen, weil eine schwarze Wolke davor schwebte. Also unbedingt zumindest ein Moskito Kopf-Netz (sehr fein) mitnehmen.

 

  • Komfort: Zum Glück ist die Isle of Skye gut erschlossen und besiedelt. Man braucht nur wenig Proviant zu schleppen. In den meisten Etappen gibt es einen Pub, Markt, Hostels und Campingplätze: Diese erlauben eine Pause aus dem Abenteuer: Waschen & Trocknen, aufwärmen, Scotch kosten, Neuen Proviant besorgen. Also schleppt nicht für 2 Wochen mit, das braucht ihr nicht. Doch gibt es ebenso Etappen wo nichts mehr ist, dort kommt es drauf an was ihr dabeihabt.

 

Anreise zum Trail (Northpoint)

Unser Flug ging per easyJet von München über London direkt nach Inverness. Inverness in den Highlands hat einen kleinen Flughafen und ist von der Entfernung nach Skye wesentlich näher als Glasgow oder Edinburgh. In Inverness bietet sich eine super Campingplatz für die erste Übernachtung an. Wir haben einfach etwas Geld in den Briefkasten gesteckt bevor wir am nächsten Morgen weitergezogen sind. Entlang des River Ness wandert man in die Stadt. Hier haben wir uns Scotch und Ausrüstung bei Blacks gekauft. Die Busverbindung bis zur entlegenen Spitze der Insel hatte ich im Vorfeld schon recherchiert. Mehrere Busse fahren täglich nach Portree, dessen Fahrt gute 3 Stunden dauert und entlang des River Ness und Loch Ness durch wunderschöne Landschaften der Highlands führt. (Es gibt dort übrigens auch einen Trail).

In Portree angekommen ist es dann schon etwas kniffliger. Aber ein Busfahrplan half uns weiter. Nach 2 Stunden kam unsere Linie nach „Duntulm“. Der Bus fuhr uns westlich über den Hafen „Uig“ bis ganz nach Norden. Der Busfahrer ließ uns direkt am Startpunkt des Trails an der roten Telefonzelle raus. Es konnte endlich los gehen! Vom Startpunkt (Kilmanluag) wandert man jetzt über die Hügel nach Norden. Ca. 1 Stunde bis zum North-Point (2,5km)

Schon hier sieht man im Süden den Beginn des Trotternish Gebirgszuges. Der Weg ist sehr schön und super einsam. Irgendwann steht man plötzlich am Meall Tuath und blickt eine steile Klippe hinunter in den Atlantik. Eine Landzunge unterhalb ist der nördlichste Fleck der Insel: Rubha Hunish. Wer möchte kann den Abstieg dort hin machen. Auf der Anhöhe steht ein wunderschönes Bothy. Leider waren genau jetzt Baumaßnahmen der Hütte, deshalb war sie verschlossen. Aber wir zelteten direkt daneben und hatten trotzdem einen irren Blick auf das Meer. In nördlicher Ferne sieht man bereits die Küsten der Isle of Lewis.

Mehr Infos zur Anreise: https://www.myhighlands.de/regionen/isle-of-skye/anreise-und-faehren/

Bilder im Blog von Kaj K., Alex T. & Roland H.

Aufstieg: 5506 hm
Strecke: 140 km
Höchster Punkt: 932 m
Ausgangshöhe: 50 m
Schwierigkeit: T2
Höhe: <1.000 m

Ziele dieser Tour


Bilder

Kommentare (2)

G
Gast#4059 02.03.2020 23:31

Super spannender Bericht. Wir können eure Strapazen nur erahnen. Wir hatten mit Sonnenbrand zu kämpfen, außer auf der Trotternish Ridge! Grüße von https://www.hikingexperience.net

Kaj 03.03.2020 09:05

Vielen Dank!!

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