Auch wenn die offensichtliche Armut das Land prägt, habe ich ausschließlich gute Erfahrungen mit den Leuten gemacht! Ich war sogar noch mehr überrascht als in Thailand, wie freundlich und offen die Einheimischen mit einem deutschen Touristen so umgehen. Man hat nicht den Eindruck mit Menschen einer anderen Welt zu reden, nein sogar ein Großteil der Trekkingtouristen sind selbst Nepalesen!
Das Klima
Der Himalaya zieht die Klimagrenze zwischen dem nördlichen China und Südostasien. Somit ist Nepal als die nördliche Tropengrenze zu verstehen. Im Tale ist es schwül und es gibt vielzählige tropische Pflanzenarten und Dschungel, ab 2.500hm ähneln Fichten und Nadelbäume eher an einen europäischen Wald. Über 3500hm wird es karger, trockener und kälter. Auf einer Höhe von 5000m ist mit Schnee und Eis zu rechnen. Es gibt viele interessante, tierische Begegnungen, besonders viele Ziegen und Bluesheeps in den Bergen, sowie domestizierte Yaks und Esel. Aber auch klein-vieh und Adler, Affen, etc.
Kultur
Die Nepalesische Kultur ist beeindruckend! Das ganze Land ist übersäht mit Symbolen ihres Glaubens. Die Gebetsfahnen mit ihren 5 Farben und Mantren „Om Mani Padme Hum“ und die Steintafeln, Altäre, Kloster, Gebetsmühlen sind ein täglicher Begleiter, egal wohin man reist. Hauptglaube ist der tibetische Buddhismus und Hinduismus. Es gibt tolles local-food wie Momo, Daal Bhaat, Pakora & Thukpa, was immer ausgezeichnet schmeckt und frisch zubereitet wird. Kein Land ist so geprägt von Trekkern wie Nepal, so gilt eine Karriere als Guide oder Sherpa für die Nepalesi als sehr erfolgreich.
Das Himalaya
Das Dach der Welt. Gerade in Nepal trifft man auf das Zentrum des Hauptkammes, wo sich die 8000er (darunter Everest) befinden. Überraschenderweise ist man in Nepal trotzdem oft im Fast-Flachland. Die Berge sind so hoch, dass man es sich fast nicht vorstellen kann. Sieht man am Himmel eine Wolke oder einen verschneiten Berg? Man geht hier keine Tagestouren. Um überhaupt auf alpines Gelände zu gelangen sind viele Tagesetappen notwendig um eine Höhe von mindestens 4000m zu erreichen. Die Meisten gehen trekken, viele Kletterer wagen sich an die 6.000er ran (darunter lohnt nicht?), kaum jemand hat vor echte 7.000-8.000er zu besteigen.
Trekking
Es gibt viele tolle Trekkingrouten! Die berühmtesten sind die Annapurna Umrundung und der Everest Base Camp Trail. Dann gibt es noch Annapurna Base Camp, Manaslu, Mustang, uvm. die allesamt eine Überlegung wert wären! Fast alle im Flieger tragen Wanderschuhe und man bekommt auch noch Ausrüstung in Kathmandu. Wir empfehlen allerdings, egal was man vorhat, einen Guide zu bezahlen. Kostet fast nichts und hat einen riesigen Mehrwert!
Es sind einige Vorbereitungen zu treffen. Ich zähle auf: Impfungen: Standard, Hepatitis A+B, Tollwut. Zudem: Mittel gegen starken Durchfall, Kopfschmerztabletten, Magnesium, Hirschtalg, Elektrolyte und für den Fall auch Diamox. Man sollte sich beraten lassen wie diese Mittel zu verwenden sind. Wasser aus Safe-Waterstations, gefiltert oder aus versiegelten Plastikflaschen trinken. Kein Fleisch oder Alkohol ab 3000m mehr verzehren und nichts rohes essen.
Merkmale
Länderzone 3: Telefonieren und LTE sehr teuer. Europäischer Stecker (meistens), WLAN überall (sogar im Bus). Sprache und Schrift: Nepalesisch. English wird meistens gut gesprochen. Gibt kein Fastfood, nur Restaurants und kleine Shops. Ausrüster in großen Städten aber auch auf den Trails (teilweise). ATMs funktionieren fast nie und meist nur mit Visa, muss man sich durchprobieren. Geldautomaten nicht auf den Trails! Währung ist NRP (135 NPR = 1 € | 1000 NPR = 7,50€ | 500€ = 67.000NPR) Sehr stark ausgebaute Jeep-Roads überallhin. Straßen sind aber ein richtiges Abenteuer! Keinen Mietwagen nehmen.
Verkehrsverbindungen
Eine genaue Übersicht hatten wir nie, doch sind eigentlich alle Ausgangspunkte der Trails gut angebunden. Man sollte sich von seinem Hotel oder Guide vor Ort informieren und gleich einen Sitzplatz reservieren (Busse immer voll!). Selbst von Jomson aus fuhren Busse. Zudem kann man auch Inlandflüge nutzen oder einen Privatfahrer bezahlen. Allerdings sollte man viel Geduld und Nerven mitbringen, denn eine Busfahrt füllt einen vollen Tag!
Aufstieg:10082 hm
Strecke:160 km
Höchster Punkt:5416 m
Ausgangshöhe:748 m
Schwierigkeit:T2
Höhe:>4.000 m
Ziele dieser Tour
Alle Ziele dieser Tour (7)
Kathmandu & Busfahrt nach Besisahar
Zuerst sahen wir die gewaltigen Gipfel des Himalaya im schwachen Licht der Dämmerung über dem Wolkenmeer, dann tauchte unser Flieger in die Wolken hinab. Darunter noch mehr Berge. Dann ein gewaltiger Haufen Dreck: Kathmandu! Eine rießige Fläche voller bunter, dicht aneinander gebauter, wirrer Häuser. Es war warm und etwas schwül.
Der Kulturschock war höher als in Surat Thani in Thailand damals: Der Himmel gelb vor schlechter Luft, auf den Straßen und allen Flächen dicker Staub. Man atmete jede Menge Dreck ein und Stromleitungen bildeten echte Streetart. Irgendwo mitten in diesem Chaos war unser Hotel: Das Trekkers Home. Bettlacken mit Flecken und Steinharte Matratzen in einem schimmligen Raum. Dusche ein Rinnsal, WC kaputt, kein Klopapier. Ich fühlte mich rundum wohl! :)
Gegen Abend füllte sich das Leben in der Stadt. Unzählige Trekkinggeschäfte mit „TheNorthFake Produkten“ waren in allen Straßen. Wir rüsteten uns noch etwas aus und besorgten uns günstige Schlafsäcke. Geld abheben war auch nicht einfach: Nur 1 ATM konnten wir finden, der Geld ausspuckte. Da wir Geld für die ganze Reise brauchten, räumten wir den Automaten quasi leer.
Als es dunkel wurde, wirkte KTM noch verrückter: Überall ein Gemisch aus Backpackern, Trekkertouristen und Einheimischen die auf der Straße lebten. Es gab einen guten Supermarkt und eine Bäckerei. Zudem konnten wir hervorragend essen gehen. Auch Dachterrassen Ambiente fehlt hier nicht. Von den Bergen ist hier nichts zu sehen, da die Sonne nur schwach durch die dicke gelbe Luft schimmert. Wir desinfizierten unsere Hände ständig, als wir rumliefen. Die Stadt bot keine größeren Plätze oder Touristische Sightseeings, eher ein Labyrinth aus schmalen Gassen voller Geschäfte.
Es gäbe da ein paar Tempel zu besuchen, z.b. den Monkeytempel, was wir zeitlich aber leider nicht mehr hinbekamen. Kathmandu war ein harter Einstieg in das Land, aber trotzdem fühlte ich mich wohl hier. Denn sofort merkten wir, wie freundlich und offen alle waren. Im Hotel trafen wir dann unseren Guide: Karna! Wir bezahlten ihn und machten einen Treffpunkt für unsere morgige Busfahrt nach Besisahar aus. Alles war geregelt, es konnte los gehen!
Info: Es gibt auch teure Ausrüster mit echter Ware: z.b. Sherpa (Geschäft). Den Unterschied merkt man am Preis. Die Fake Sachen sind qualitativ ca. 75% je nachdem um was es geht. Manche ATMs spucken 10.000NPR aus, einer gab uns jeweils 25.000NPR.
Busfahrt nach Besi
Im Hotel kauften wir am Vorabend unsere Tickets mit reservierten Plätzen im Bus nach „Dumre“ bei Bandipur. Dort sollten wir irgendwie umsteigen nach Besisahar. In der Früh um 07 Uhr stiegen wir dann ein und es ging los. Naja es sollte… doch gab es Stau. Und das war mit Abstand der längste Stau in dem ich je gewesen bin. Wir brauchten sage und schreibe 5 volle Stunden NUR um aus Kathmandu rauszukommen. Es war eine Ewigkeit: Minutenlang stehen und dann 10 Meter fahren. Außerhalb der Stadt konnte man die Schlange der Fahrzeuge bis ins Tal runter zum Horizont sehen.
Im Toto-Bus gabs zum Glück eine Klimaanlage, doch konnte ich nirgends sitzen, da ich keinen Platz hatte. Also habe ich mich in den Gang gesetzt oder an der Tür den Kopf ausm Fenster gehangen. Als wir irgendwann hinter einer Kontrolle waren, gings endlich flüssig weiter. Wir machten noch einen Stop zum Mittagessen bevor es weiterging. Doch ging die Fahrt noch eine Ewigkeit. Abends standen wir dann in Dumre und organisierten uns einen Jeep mit Privat Fahrer der uns dann nach Besi fuhr. Die Sonne ging langsam unter und es wurde dunkel. Nach gesamt 12 Std. Fahrt waren wir dann gegen 19:00 Uhr endlich in Besi und das Hotel war schon voll.
Auf die Schnelle fanden wir ein anderes Hotel weiter die Straße rauf (dank Karna, der das gleich für uns organisierte). Somit wurde durch den Stau bereits unser Zeitplan geschändet, denn wir hatten eigentlich vor nach der Busfahrt noch die erste Etappe bis Ngadi zu marschieren, was jetzt natürlich nicht mehr ging.
Annapurna Circuit: Von Besisahar nach Jagat
Aufstieg:10082 hm
Strecke:160 km
Schwierigkeit:T2
Aufstieg:10082 hm
Strecke:160 km
Höchster Punkt:5416 m
Ausgangshöhe:748 m
Schwierigkeit:T2
Höhe:>4.000 m
Etappe I + II: ➚ 1.734 hm – 29 KM – 07:00 h
Unsere Reise begann mehr als straff…. Da wir am Vortag die erste Etappe nach Ngadi Bazaar vergessen konnten, mussten wir jetzt 2 Etappen gehen. Und zwar bis nach Jagat! Ein sehr weiter Weg… Es bedeutete leider auch, dass wir die ganze Strecke über Jeeproads gehen mussten. Heute lernten wir auch unser 5. Teammitglied kennen: Die Alex aus Essen (18), die ganz alleine den Trail gehen wollte. Von heute an ging sie den Trail mit uns zusammen :)
In Besi war der erste TIMS Post für den Checkpoint. Dann führte uns die Jeeppiste (die lange Straße nach Manang), langsam hinein in das große Tal. Man könnte aber auch eine schönere Variante (über Khasur und Simalchauer) wandern und damit abseits der Straße gehen. Dies würde jedoch mehr Höhenmeter und Strecke bedeute und dafür hatten wir leider nicht genug Zeit…
Kleine Dörfer, extrem laute Tiergeräusche aus dem Dschungel, tropische Vegetation, schwüle Luft. Es war heiß! Die Sonne brannte erbarmungslos herunter. Wir folgten dem großen, reißenden Fluss immer entlang der Straße. Immer wieder kamen laute Busse, Jeeps oder LKWs an uns vorbei die Trekker nach Chame oder Manang brachten oder Proviant für die unzähligen Unterkünfte lieferten. Ein Nepalese blieb stehen um uns zu loben, dass wir den Trail von Besi aus gingen. Wir fühlten uns geehrt!
Von hohen Bergen war hier noch keine Spur: Große, mit dichtem Dschungel übersäte Hügel zieren die Landschaften um uns. Diese Etappe lag noch ganz weit unten im sehr breiten, ebenen Tal und nur langsam kamen wir auf ein paar Berge zu. Hinter Khudi Bazaar (große Brücke) biegt man schließlich nach Osten ab in das ewig lange Tal, durch das der Trail führt. Nach einem großen Wasserkraftwerk, führt die Straße ein Stück durch einen Tunnel. Dahinter liegt Bhulbhule (2:40h). Hier machten wir eine Mittagspause. Direkt nach der Ortschaft ist ein großer Wasserfall zu bestaunen. Noch ein Stück weiter liegt dann Ngadi Bazaar, dass sehr nette Lodges anbot die an Schrebergärten mit kleinen Hütten erinnerten. Dort wäre eigentlich unser erstes Ziel gestern gewesen. Die Hotelinhaberinnen standen auf der Straße und winkten uns zu ob wir nicht hier rasten wollten, doch war unser Weg noch weit.
Besonders toll fanden wir, dass obwohl Besi überfüllt war, wir (bis auf Alex) keinen einzigen anderen Trekker begegneten!! Nein, selbst bis Jagat waren wir unter uns und nur Einheimische und die zahllosen Fahrzeuge auf der Straße waren unser ständiger Begleiter.
Hier hätte man jetzt die Möglichkeit über normale Wanderwege, abseits der Jeeppisten zu marschieren (über Bahundanda & Ghermu), doch leider konnten wir auch das vergessen: Denn das wäre ein sehr großer Umweg, der sehr viel mehr Höhenmeter und Zeit beansprucht hätte. In unserer Doppeletappe, die ohnehin schon lang ist, zu viel! Ab jetzt ging die Straße mehr und mehr etwas steiler. Die Hitze immer noch enorm, doch eine leichte Brise zog ab über 1000m Höhe gelegentlich vorbei. Das Tal verengte sich zunehmend und man hatte jetzt nur noch den Weg, die höher werdenden Berge über sich und den reißenden Fluss unter sich. Wir entdeckten jetzt erstmals die unzähligen Marihuana Pflanzen, die wie Unkraut überall wuchsen.
Irgendwann erreichten wir diese wichtige Kreuzung: Geradeaus: Jeeproads, Rechts lang: Der anspruchsvolle Wanderweg. Oder auch so: Links vom Fluss die ebene Straße, rechts vom Fluss der Wanderweg, der durch Dschungel und über mehrere Berge führt. Ein total verwahrloster Junge folgte uns nun für den Rest des Tages, der uns nicht ganz geheuer war… Die Straße war völlig kaputt, hatte tiefe Matschkulen und nicht fertig gebaute Brücken. An einer Stelle mussten wir durch einen Fluss, über kleine Steinchen steigen. Doch so erodiert die Schlammstraße auch war, es fuhr hier trotzdem alles durch! Der Weg zog sich einfach ewig und auf der gegenüberliegenden Seite erhoben sich immer mehr Berge (bis 3.000m). Man konnte den Wanderweg erkennen wie er entlang des Hangs führte.
Als langsam so richtig die Füße brannten und die Beine müde waren (8:52h), erreichten wir Syange, wo uns eine ganze Herde Ziegen entgegenkam. Immer öfter sahen wir große Drahtbrücken, die über den Fluss führten. Hinter der Ortschaft war dann eine Baustelle: Die Straße war aufgerissen und ein Bagger verlegte gerade ein Rohr. Wir mussten jetzt ca. 20 Minuten warten bis die Arbeiten fertig waren und der Bagger wieder Erde über das Rohr gelegt hatte, um weiter zu gehen… Dann mussten noch ein paar sehr anstrengende Serpentinen aufgestiegen werden und Jagat kam endlich in Sichtweite. Die Lage des Orts war bemerkenswert: Wie auf einem großen Sockel, zwischen den hohen Bergwänden mitten im Tal.
Nach 10:30h waren wir fix und fertig und es begann auch noch zu Regnen. Karna checkte uns in einem rosafarbenen Hotel (The North Face) ein. Nachts tobten die Ratten über uns auf den Dächern. Es gab gutes Momo & Daal Bhat und Tuborg Bier! Wir machten erstmals Bekanntschaft mit den Toiletten, die uns von jetzt an immer erwarten würden: Loch im Boden. Schon diese Nacht war es kühl und ich fror leicht ohne eine Decke… Morgen würde eine weitere, recht lange Etappe auf uns warten!
Fazit
Es wäre wesintlich besser gewesen, die Strecke auf 2 Tage aufzuteilen und abseits der Jeep Pisten zu marschieren, doch leider hatten wir aufgrund unseres Zeitplans keine Wahl mehr. Aber trotzdem fanden wir den Weg schön und die Straßen nicht so schlimm. Auch wenn wir schon etwas sehnsüchtig auf die normalen Wanderwege auf der anderen Seite blickten. Das laufen durch all die Dörfer ist super kulturell und man lernt viel über die Lebensbedingungen hier! Das Tal und der Fluss sind ein immer toller werdendes Bild, je weiter man läuft. So haben wir es genossen bei 0 anzufangen und in die Berge hineinzumarschieren.
Die Etappe führt nun deutlich hinein in die Berge, immer weiter durch das ewige Tal. Die Bergwände, zwischen denen wir wandern, werden immer höher und beeindruckender und das Tal und dessen tiefe Schluchten, immer enger. Die Vegetation immer noch tropisch, der Fluss mit Brücken übersäht. Kleine Dörfer, Wasserfälle, und die ersten Gebetsmühlen begegnen uns heute. Außerdem betreten wir ab Tal den Manang District.
Zum Frühstück in Jagat gab es frischen Apfelkuchen. Wir beobachteten draußen wie ein vorbeifahrender Bagger ein Haus beschädigte. Wir marschierten los und folgten zunächst wieder der Jeep Road bis nach Chyamche. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen spektakulären Wasserfall bestaunen! In Chyamche gab es dann endlich die Gelegenheit, die Jeep Piste zu verlassen um einen Wanderweg zu folgen. Dazu ging es via Drahtbrücke über den Fluss auf die andere Seite.
Hier wurde der Weg wirklich malerisch! Mitten durch die Dschungellandschaft hindurch, konnten wir sogar ein paar Weißkopfäffchen in den Bäumen sehen! Überall wuchs Mariuhana als wäre es Unkraut. Es war immer noch heiß und trocken. Ein besonders prächtiger und spitzer Berg, der mitten in der tiefen Schlucht emporragt, ist besonders beeindruckend! Der Weg fühlt sich jetzt mehr nach Wandern an und geht „nepali-Flat“ schön immer bergauf und wieder bergab.
Dann durchschritten wir das Tor zum District Manang und verließen somit den Lamjung Distrinct. Dahinter die Ortschaft: Tal, die wir für eine Mittagspause nutzen. Wir wurden wieder mal ganz toll von den Einheimischen bekocht. Was die da an Arbeit reinstecken nur um uns etwas Leckeres zu machen, ist schon bemerkenswert! Hier begegneten wir dann auch den aller ersten Gebetsmühlen (Immer links dran vorbeigehen und drehen: bring Glück!)
Irgendwann führte der Wanderweg über eine der vielen Drahtseilbrücken zurück auf die Jeep Road. Dort erreichten wir dann nach 7:40h endlich Dharapani, einem schnuckligen kleinen Dorf. Das New Tibet Guest House (mal nicht in Rosa), hatte wunderschöne, hölzerne Zimmer mit Blick auf einen Wasserfall. Es waren auch heute kaum Trekker zu sehen, nee wir begegneten zum ersten Mal Andere und auch nur 1-2 Gruppen. Hier war es ruhig und idyllisch. Doch wurde es hier Nachts schon ziemlich kalt, sodass wir uns über die dicken Decken und der mit Gas beheizten Dusche im Guesthouse freuten!
Die Etappe voller Gebetsmühlen und Manisteinen führt nun schließlich nach Westen. Nachdem man der Straße bis nach Bagarchhap folgt, geht es steil den Berg hinauf. An diesem Tag ändert sich die Vegetation nun endlich und die Hitze lässt schließlich nach. Besonders ausfällig sind die unzähligen Apfelplantagen überall, die aus Italien importiert worden sind und hier großflächig angeboten werden. Deshalb bekommt man überall besten Apfelkuchen oder Apfelchips! Das Ziel: Chame ist ein lebendiger großer Ort, von dem aus die meisten Trekker ihre Tour starten.
Direkt hinter Dharapani sahen wir einen Abzweig vom anderen Flussufer: Dies war der Abstiegsweg vom Manaslu Trail. Manaslu ist der 8. höchste Berg der Welt mit über 8000m und wird uns noch oft auf der Reise begegnen. Die Jeeproad führt uns weiter durch Pasang und weiteren Dörfern hindurch, bis wir schließlich das schöne Dorf Bagarchhap erreichten. Hier waren weitere Gebetsmühlen und eine Menschengroße Mühle in einem Häuschen neben einem Tempel. Hier machten wir eine Teepause (Masala Tea ist genial!) bevor es weiterging.
Jetzt führte uns ein Wanderweg weg von der Straße und in steilen Serpentinen durch den dichten Urwald voller Rhododendronbäume hindurch. Schleichend ist der Kulturraum immer stärker tibetisch beeinflusst, da mehr und mehr Manisteine zu sehen sind. Bis nach Timang geht’s durch den Wald bergauf. Dabei gibt es viel zu sehen: Tolle und gewaltige, zerklüftete Berggipfel, das große Tal, welches wir zurückgelassen haben, und in der Ferne ein weißer Gigant.
Oben angekommen spielten Kinder auf dem Wanderweg, der uns bald aus dem Wald bringen würde. In Timang machten wir dann schließlich Mittagspause. Der Himmel war grau bedeckt und es wurde draußen nun richtig frisch. Wir mussten schon Jacken anziehen! Hier trafen wir zum ersten Mal Florian und seine Freundin: Zwei Deutsche, die auf einen der Chulu Gipfel wollten (6.500). Nach Momo und Maisbrot gings weiter durch den Wald steil bergauf. Nach einer großen Hängebrücke bei Thanchok dann nur noch leicht bergauf.
Jetzt passierte es: Die Bäume änderten sich quasi schlagartig: Die Tiergeräusche verschwanden und der Wald, nun voller Nadelbäume, wirkte wie ein normaler deutscher Forst. Eine totale landschaftliche Veränderung! Der Weg war genial: Leichter Anstieg und entlang einer Schlucht die uns von hohen Klippen und Bergen trennte. In Koto (Checkpoint) werden Äpfel und Apfelchips verkauft. Ab hier führte die Jeeproad nun wieder weiter und nur ein kurzes Stück bis Chame
Chame ist die bisher größte Ortschaft des Trails und hat einen EC Automat, einen Trekkingshop und viele, viele Gasthäuser. Hier nutzen wir die Gelegenheit bisschen Kekse und co zu kaufen und checkten wieder in ein Rosa Gasthaus ein: Mit kleinen Holzhüttchen! Hier gabs sogar ein normales WC. Nachts wurde es jetzt richtig, richtig kalt! Eine Wetterapp meinte in Manang hätte es -10°C!! Das machte uns schon etwas Angst… In Chame waren es jetzt vielleicht +5°C und wir saßen dicht beim Ofen der Gaststube. Beni erklärte uns ein Kartenspiel (Durak) und wir spielten den Abend und tranken unsere letzten Biere. Denn ab morgen werden wir über 3000meter schlafen…
Fazit
Die beiden Etappen gehen noch sehr unter der Hitze der Tropen auf lange Strecken. Man gewöhnt sich an den Rucksack und bestaunt die immer höher werdenen Berge. Viel ändert sich auf dem langen Weg. All die Kultur die man unterwegs begegnet und die ersten Tibetanischen Einflüsse machen den langen Weg zu einer besonderen Reise ins Himalaya. Bis Chame ist man unter sich, aber hat immer wieder die Jeep Roads um sich. Doch sind sind diese beiden Etappen wichtig um sich gesund zu aklimatisieren.
In dieser Etappe betreten wir eine neue Welt. Da wir die magischen 3000hm überschreiten beginnt an diesem Tag die Hochtour und das Thema Höhenkrankheit spielt eine ernste Rolle. Ab Chame wandern wir nicht mehr allein, sondern mit unzähligen Trekkern auf ihrer Reise nach Manang. Am heutigen Tage betreten wir das beeindruckende Manang Tal an dessen Talschluss der Pass wartete. Die Landschaft ändert sich und die ersten weißen Riesen tauchen auf. Der einzigartige Berg „Heaven“ wird der Begleiter des Tages sein.
Der Weg durch Chame war schon ein kleines Highlight: Kleine Geschäfte, heiße Quellen und eine Hängebrücke völlig übersäht von Gebetsfahnen und verzierte Manisteine. (Gibt auch eine Safe Drinking Water Station). Am Ortsende durchschritten wir ein wunderschönes Chörte, das wie ein Tor nach Tibet wirkte. Voller spiritueller Energie ging es nun weiter entlang der Jeeproad, zunächst noch wie gehabt: In der Schlucht entlang des Flusses.
Was sofort auffiel: Der gewaltige weiße Gigant „Lamjung Himal“ (6.983m), der sich zu unserer Linken am Ende eines Tals, fern von uns, aufragte. Junge Rinder, Frauen mit großen Flechtkörben und prächtige Apfelbäume begleiteten uns. Wir sahen auch zum ersten Mal Porter, die für andere Trekker Gepäck und Ausrüstung auf ihrem Rücken transportierten. Das schwere Gepäck wird einfach mit einer weißen Binde an der Stirn getragen, echt irre!
Auch heute erstaunte ich mehr und mehr über die immer schrofferen und höheren Berge um uns. Ich fand es krass, dass (im Gegensatz zu unseren Bergen in den Alpen) sich dort vermutlich nicht einmal ein offizieller Weg hinauf befand. Erste Schneefelder konnte man an den Gipfeln dieser 4000er sehen. Große Wolkenschwaden durchdrungen die Scharten dieser Giganten. Der Gedanke daran auf einem scharfen Grat dieser Berge zu stehen machte mir schon eine Gänsehaut. Doch dort wo wir marschierten gab es Apfelbäume aus Südtirol: Und zwar massenhaft! Ganze Felder, abgezäunt und am Ende einen großen Shop mit Hotel. Dies war Bhratang.
Danach führte uns die Straße, die in eine Felswand hineingesprengt wurde, weiter durch die Schlucht hindurch und ging auf einen besonders auffälligen und hohen Berg zu. Man erkannte ihn sofort an seiner spiegelglatten, gewaltigen Rampe, die wie eine Half-Pipe aussah: Der heilige Berg „Swargadwari“ oder auch „Heaven“ mit knappen 5000metern Höhe. Den Erzählungen nach haben die Mönche ihre Toten an den Fuß der Rampe gelegt, da sie glaubten, ihre Seelen würden über die Rampe einfacher gen Himmel steigen. Daher der Name: „Heaven“. Ein längerer Aufstieg direkt auf Heaven zu, folgte, und je näher wir kamen, desto mächtiger wirkte die Rampe.
Der Heavens Berg wirkte auch als hinterste Wand, quasi als Talschluss für das lange Tal durch dass wir seit Besisahar marschierten. Der Wald bestand nur noch aus Tannen und anderen Nadelbäumen. Am Ende des langen Wanderwegs wartete eine große Brücke: Schon jetzt hatten wir die 3000 Höhenmeter überschritten! So nahe dem Berg, konnten wir seine unfassbar riesigen, glatten Platten genau sehen, total unwirklich! Ein steiler & schweißtreibender Aufstieg durch den Nadelwald folgte. Auf 3.100m gab es kleine Holzhütten, die sonst als Bazar für Souvenire herhalten sollten. Eine alte Frau verkaufte Schmuck aus Yak-Knochen.
Tief im Wald führte uns der Wanderweg irgendwann zurück auf die Straße und entlang der gewaltigen Rampe. Am Ende der Rampe verließen wir den Wald und erreichten Dhunker Pokhari (Mittagspause). Dies war das Tor zum gewaltigen Manangtal! Den Heavens Berg ließen wir schließlich zurück und schritten in eine so wundervolle und malerische Landschaft, wie ich sie selten gesehen habe! Riesige Berge, kleine Wälder soweit das Auge reicht! Und die absolute Ruhe. Etwas oberhalb der Straße und dem Tal marschierten wir auf einem höher gelegenen Wanderweg, der uns einen faszinierenden Blick in das neugeborene Tal schenkte.
Kaum zu glauben, dass wir auf über 3000 Metern befanden, angesichts der Berge und Vegetation hier. Es wirkte wie ein Tal in Kanada oder so… überall wuchsen rote und schwarze Beeren und schöne Blumen. Was für eine landschaftliche Veränderung! Wir folgten dem hoch gelegenen Pfad bis nach Upper Pisang, wo es ein großes Kloster gab. Karna hatte uns schon in Lower Pisang ein Hotel reserviert und er erzählte uns, dass in 1,5 Std. hier eine buddhistische Messe abgehalten werden würde. Also warteten wir vor dem Tempel, der prunkvoll vergoldet war und neben einer großen Pagode stand. Ein Kätzchen kam um gekrault zu werden.
Vor uns war eine dicke Wolkendecke hinter der sich ein Geheimnis verbarg: Die eisige Wand von Annapurna II wartete. Gelegentlich rissen die Wolken auf und gaben kleine Einblicke auf die Gletscher. Schon jetzt war ich überwältigt… Die Zeremonie war interessant (mehr im Video). Dann stiegen wir nach Lower Pisang (100hm) ab. Ein paar Yaks grölten auf einer Wiese, sie aßen wohl den ganzen Tag Marihuana! Nachts wurde es Schweine Kalt! Kalt wie ein typischer Dezemberabend: 0°C. Bei warmen Feuer im Ofen und leckeren Speisen fassten wir schließlich einen wichtigen Entschluss:
Wir würden noch den Tilicholake Trail machen: Der Tilicholake ist der höchste, größere See der Welt auf knapp 5000metern. 3 Tage würden wir benötigen: Also wählten wir aus: den geplanten Aklimatisierungstag in Manang, einen Etappentag den wir dadurch nicht bräuchten und den letzten Tag von Muktinath nach Jomson. Lange diskutierten wir es und schauten es uns genau an. Am Tag drauf war es dann beschlossene Sache!
Die heutige Etappe empfand ich als die mit Abstand Schönste! Ganze 4.000m hinauf, blickt man auf den weißen Rießen Annapurna II, und sieht auch die anderen beiden Annapurna Gipfel. Aber nicht nur landschaftlich ist die Etappe so gewaltig, auch die beiden Bergdörfer Ghyaru und Ngawal sind still und voller tibetischer Symbole geprägte Dörfer. Ein Höhenweg lässt einem immer wieder erstaunen über die großen 7000er vor einem.
Auch wenn es nachts auf den hohen Pisang und Chulu Gipfeln leicht schneite, war es ein frischer aber sonniger Morgen. Wir hatten uns schnell an die Kälte gewohnt und der Pulli war nun unverzichtbar geworden. Mit der besten Laune gingen wir los und bemerkten schnell, dass wir bereits mehr schnauften als sonst. Kaum als wir über eine Brücke den Ort verließen um durch die trockene Steppe weiter in Richtung Manang zu gehen, bemerkten wir hinter uns diesen gigantischen Berg. Und obwohl wir uns über 3000 metern befanden, ragte diese unvorstellbar gewaltige Wand aus Eis und Fels ganze 4000meter auf. Mit dem Kopf im Nacken und offenen Mund bestaunten wir Annapurna II, dessen volle Pracht nun vollständig sichtbar war. Mit 7.937m der höchste 7000er Nepals.
Es ist als ob man die Sonne anschauen würde und versuchen würde dessen Größe zu begreifen, einfach nur unfassbar! Vom benachbarten Annapurna IV Gipfel konnten wir gerade eine Lawine sehen die sich zwischen den gewaltigen Eismassen wie in SloMo in die Tiefe stürzte. Es war einfach alles so groß und wir so winzig… Wie das wohl wäre dort oben zu stehen??? Der Anblick des Berges begleitete uns heute auf unserer Reise. Eine Weile ging es durch den verträumten Nadelwald hindruch. Der Untergrund war staubig und braun. Lehmig irgendwie. Ein gutes Stück ging es so weiter. Dann folgten, bei einer Kreuzung, dem Weg nach rechts in Richtung „Ghyaru“. Der andere Weg würde direkt nach Manang weitergehen.
Eine aus Lehm gefertigte Gallerie voller Manisteine und kleinen Chörten stand hier mitten im Wald und wirkte uralt und porös. Vergilbte Malereien zierten das Innere, wirklich schön! Dahinter kam die nächste große Drahtbrücke und hinter dieser begann ein harter Aufstieg. Für mich war das konditionell noch voll OK, doch die Anderen spürten die Höhe langsam und schnauften ganz schön. Ganz schön lange dauerte der Aufstieg auf bis 3.670m hinauf. Immer windiger und trockener wurde alles. Man musste sich schon sehr gut schützen gegen die ungebremste UV-Strahlung der Sonne (dünnere Luft).
Beim Aufstieg sahen wir schon den hinteren Teil des Manag Tals etwas und dessen gigantischer Nachbar: Annapura III. Beide Annapura Gipfel waren ein Teil der heutigen Kulisse und immer wieder musste man sie bestaunen, der Panoramaweg sucht seinesgleichen. Dann erreichten wir das antike und sehr ursprüngliche Hochdorf: Ghyaru. Eine große Pagoda neben einem großen Nussbaum voller Gebetsfahnen die im starken Wind wehten gaben uns das ultimative Nepalfeeling. Wir machten einige Fotos mit Annapurna II. Der lang ersehnte Blick war da!
Lange saßen wir zu Mittag hier in einem örtliche Lokal, wo wieder frisches Essen für uns zubereitet wurde. Nach über 1,5 Stunden gingen wir weiter und verließen das stille Örtchen. Zwischen den Gassen der Lehmhäuser irrte man hinaus zu einer Wassermühle an einem Baum. Hier ging das unbeschreiblich schöne Panorama weg weiter, immer weiter, entlang des Hangs. Ich weiß nicht was man sagen soll, einfach mal im Video schauen. Die Gefühle hier waren einzigartig. Der Weg brachte Stille in meinem Kopf und in meinem Herzen hervor und ich verschmolz total mit allem hier.
Hier oben war es wirklich ruhig. Wir wanderten alleine und sonst sahen wir nichts außer die Landschaft und den braunen Boden um uns herum. Auch die Chulu Gipfel ragten nun hinter uns empor. Sogar Manaslu war nun hinter Mount Heaven zu sehen. An einem Punkt wo wir eine Pause machten, lagen wieder Manisteine auf einem großen Podest. Hier sahen wir nun Annapura III vor uns und darunter des Hintere Manang Tal. Wieder eine neue Kulisse! Es hörte nicht auf… An dieser Stelle hörte ich mir einen Song von Monolink auf meinem MP3 Player an. Hier hatte ich ihn schließlich: Meinen Moment: Gänsehaut! Ich schloss die Augen und genoss die Anwesenheit der Berge und meiner Freunde. Das Gefühl überwältigte mich…. Es war der Höhepunkt der Reise für mich: Jetzt hier mit Jay, Kathi, beni und Burning Sun von Monolink. Perfekt!
Noch in der Euphorie des Gefühls völliger und absoluter Selbstzufriedenheit gingen wir langsamer weiter. Wir saugten alles um uns herum auf: Wollten gar nicht mehr wo ankommen. Doch dann überraschte uns der nächte Blick: Ngawal! Das wohl ursprünglichste und heiligste Dorf der Reise. Ein großes Tor am Bergweg empfing uns hier und ich konnte einfach nicht glauben wie schön es war. Direkt am Fuße eines Chulu Berges lag es und man nur einen großen alten Baum im Inneren, ein paar Yaks die durch die leeren Gassen irrten und unzählige Flaggen und Gebetsmühlen. Der irrste Ort! Der gewaltige Baum auf 3.600m, der offenbar in einer alten Pagode heranwuchs und sie irgendwann sprengte war das Wahrzeichen. Es gab einen großen Tempel und eine große BuddhaFigur auf einer Anhöhe. Wir genossen einen malerischen Sonnenuntergang und sahen Annpurna III in voller Schönheit.
Diese Etappe war echt ein Rausch der Gefühle für mich. Doch wurde es diese Nacht bitter kalt. Nur im beheizten Gastraum konnte man es aushalten, doch dort war es kultig und lebendig. Eine Gruppe Australier, die auf einen Chulu wollten saßen hier. Deren Guide: Ein Mann der schon 3x auf dem Everest war. Wir unterhielten uns gut.
Fazit
Das vordere Manang Tal ist all die Mühe wert! Die volle Pracht des Annapurna Gebirges kommt zu Tage. Wenn Heavens hinter einem liegt, beginnt der Höhenweg über 3.000 meter. Ab jetzt ist aklimatisierung das Tagesgebet. Es wird nachts nun kalt. Der Höhenweg nach Ngawal ist der schönste den ich bisher gesehen habe und zeigt das Tal sowie Annapurna II und III in voller Schönheit. Alles strotzt vor tibetanischer Glaubenskultur und die antiken Dörfer am Berg sind ungewöhnlich und den saftigen Aufstieg wert!
Detailbewertungen
Landschaft5/5
Bewirtung4/5
Frequentierung2/5
Kondition3/5
Gefahrenpotential1/5
Preis/Leistung5/5
Annapurna Circuit: Von Ngawal - Manang - Khangshar
Ngawal, perfekt zur Akklimatisierung, wird zurückgelassen. Die Etappe geht heute mehr bergab: wieder hinunter in das Manang Tal und durch diverse Ortschaften bis nach Manang. Annapurna III und Gangapurna sind der heutige Begleiter. Nach einer Pause in Manang ging es weiter für uns nach Khangshar: Ausgangspunkt für den Tilicho Lake Trail.
Kathi hatte leichte Symptome der Höhenkrankheit und wurde von einem Experten, der eine Gruppe anführte, ausgefragt. Daraufhin nach sie 1/2 Diamox und bekam die Aufgabe besonders viel Wasser zu trinken. Wir zogen weiter: Strahlend blauer Himmel und die zerklüftete Eiswand vom mächtigen Annapura III. Einfach nur unglaublich! Singend marschierten wir über den Abstiegsweg wieder hinunter in das hohe Tal.
Als wir so durch die Bäume im kiesigen und trocknen Tale wanderten, machte ich meinen MP3 Player an und hörte ein wenig Tash Sultana und bekam so ein richtiges Gefühl für das Abenteuer. Ich hatte mal endlich so ein „in der Gegenwart“ sein. Einfach nur gut gelaunt marschierten wir immer geradeaus am Fuße des Giganten in Richtung Manang. Der Blick zurück lässt nun eine perfekte Sicht auf den Pisang Peak zu. Weit in der Ferne erkennen wir den Tilicho Peak, dem wir bald sehr nahekommen würden. Bis ans Ende des Tals (zum Pass) war der Blick noch nicht möglich, doch sahen wir interessante Bergformationen in der Ferne. Besonders auffällig ein spitzer, hoher Zacken.
Zunächst durchquerten wir ein Dorf (Mungji) mit einer Herde von Bluesheeps und mehreren Yaks. Rechts von uns bildete eine Wand aus Lehm und Stein mit tiefen Rissen ein interessantes Bild. Nach dem Dorf ging es an immer mehr Chörten und Pagoden vorbei. Alle paar KM wieder Fahnen und Gebetsmühlen. Ein spiritueller Weg! In Braga erschien nun ein gewaltiges Kloster, oberhalb vom Weg an einem Berghang. Die Lage und dessen Größe: Toll! Am liebsten hätte ich es besucht… Dahinter war der verschneite Gipfel eines Chulu zu sehen.
Nochmal ein gutes Stück weiter entlang des Flusses, wirkte alles wie eine Steppe. Dann erreichten wir schließlich das Ende der Jeep Road: Ein großer Parkplatz vor einem uralten Chörte Tor: Manang! Kaum vorstellbar: Wir waren schon so lange unterwegs, aber manche „Trekker“ reisen mit dem Jeep von Besisahar in 1 Tag bis hier hin an. Manang war kleiner und viel dörflicher als ich erwartet hatte. Nachdem es ja der Hauptort des Distriktes ist und schon seit Tag 1 ausgeschildert wurde. Viele Einheimische arbeiteten auf Feldern und Trekker irrten umher. Es gab 4-Stöckige Gasthäuser und Hotels aus morschem Holz, eine Bäckerei und mehrere Ausrüster.
Wir aßen ausgedehnt und lange, shoppten noch etwas: Z.b. dicke Socken & Handschuhe, aus Angst vor der Kälte. (Die Socken waren GOLD wert!!). Zu erwähnen: Karna. Er war einfach nur großartig: Jeden Tag kümmerte er sich um die Reservierungen in den Gast Häusern und kümmerte sich um die Bestellungen. Er war für jede noch so dumme Frage offen und ertrug selbst meinen Humor. Wir überlegten uns ob wir hier wohl etwas reiten konnten, und er rannte sofort los um sich im Dorf umzuhören ob das wohl möglich wäre. Manchmal machte er uns Sprachlos! Nicht lange, und wir verließen Manang wieder und folgten nun dem Wanderweg. Ab hier gab es keine Straße mehr!
An diesem Punkt verließen wir schließlich den Trail und folgten dem Schild nach links weg hinein in ein anderes Tal: Wir betraten den Tilicho Lake Trail. Hier waren wir abseits der Massen und wieder völlig alleine. Der Weg führte uns an einem Berghang entlang, der die beiden Täler trennte. Dann gings über eine Brücke und ging dann steil bergauf. Mir fiel auf, dass wir nicht mehr so viel redeten und wirklich hart am Schnaufen waren: Die Höhe machte sich immer mehr bemerkbar! Es war nicht mehr genug Luft zum Reden und Wandern. Auch das Tempo: Viel langsamer und viel kleinere Schritte!
Zerklüftete Wände und ein Fluss in deren Schlucht. So sah der Weg nun aus. Bis auf 3700m stiegen wir jetzt auf. Ein großes Tor vor Khangshar begrüßte uns. Der Ort war wie verlassen. Ein Yak stand planlos herum sonst sah ich niemanden. Das Hotel war groß aber wirkte wie ein Rohbau, Holzbretter vor den Fenstern, und ein Treppenhaus wie auf einer Baustelle. Wir waren die einzigen Gäste. Der Ort hier war unwirklich, so weit weg von Zuhause! Der Abend war aber toll: Nachbarn, Arbeiter und Familie kamen in den Gastraum und wir saßen vorm Ofen, spielten Karten, tranken Zitronentee und aßen MoMo. Karna brachte uns heute ein nepalesisches Trekking-Lied bei: Resham Firiri – Ein Volkslied! Alle sangen mit. Morgen würde es zum Tilicho Base Camp gehen.
Fazit
Es ist sehr zu empfehlen in Manang eine Nacht zu bleiben, wenn der Trail gemacht wird. Denn dort ist die wichtige Höhe 3.500m erreicht und man kann zum Icelake als Aklimatisierungstour gehen. In Manang gibt es große Gasthäuser eine Bäckerei und viele Geschäfte. Doch ist der Tilicho Lake euer Ziel, ist es zu empfehlen weiter nach Khangsar zu gehen. Die Etappe ist bis Manang reiner Abstieg, doch so wunderschön in diesem Tal zu gehen, dass ich mir wünschte dorthin zurückzukehren...
Detailbewertungen
Landschaft5/5
Markierung4/5
Bewirtung5/5
Kondition3/5
Gefahrenpotential3/5
Preis/Leistung5/5
Der Tilicho Lake Trail - Zum höchsten See der Welt
Der Tilicholake Trail ist ein optimaler Umweg ins Zweigtal zur Great Barrier, deren überwältigender, riesigen Gletscherwand man sehr nah kommt. Auf der Grenze zu 5000hm findet man den höchsten (größeren) See der ganzen Welt! Auch hinsichtlich der Aklimatisierung ist dieser Umweg eine perfekte Vorbereitung für den Pass. Jedoch keine einfache! Man begibt sich auf wirklich hoch gelegenes Terrain und muss die Landslides Area überwinden, um zunächst das Basecamp zu erreichen.
Von Khangshar starteten wir auf 3.700hm bei intensivster Sonne. Jay und Alex hatten bereits eine leichte Erkältung, die noch zusätzlich strapazierte. Nach dem Verlassen des Ortes eröffnete sich für uns das weite schöne Zweigtal. In der Ferne ein Sandberg – dahinter der See. Der Spitze Berg rechts daneben und hinter allem die gewaltige Great Barrier, dessen Gipfel der Tilicho Peak war. Es ging einsam und trocken entlang des Wanderweges bergauf. Nur langsam gings voran, da die Höhe uns echt abbremste.
Es gab hier keine Bäume mehr, nur mehr Sträucher. Es zog eine kalte Brise war aber trotzdem sonnig. Nach einer Weile erreichten wir das wundervolle Kloster „Tare Gomp“. Hier arbeiteten gerade ein paar Leute an der Restauration des roten Tempels. Der Dalai Lama besuchte einst diesen Ort. Nur ein kurzes Stück weiter bergauf überschritten wir schließlich zum ersten Mal die 4.000 Meter Grenze! Dann trafen wir auf den Höhenweg: Nach links Tilicho Lake, nach rechts Yak Kharka und zurück zum Circuit, hier würden wir unseren Rückweg fortsetzen.
In Shree Kharka machten wir im Guesthouse „Tilicho Peak“ eine Pause und leisteten schon eine Anzahlung für den nächsten Tag. Dann folgten wir dem Höhenweg tiefer hinein ins Tal. Dieser zog sich noch sehr sehr lange! Langsam wurde die Sicht frei zum Tilicho Peak. Die Bergkette gegenüber war so beeindruckend und mächtig und gleichzeitig auch so nah. Blue Sheeps kauerten am Hang und ein Adler kreiste über uns. Die Schritte gingen langsam und beschwerlich. Nach einer große Brücke gings bergauf, mühsig! Nach langem wandern am Höhenweg erreichten wir schließlich die Landslide Area.
Diese war nicht nur unglaublich späktatkulär sondern auch recht ausgesetzt am sehr steilen Hanggelände. Man musste über einen Trampelpfad auf einem sehr sehr steilen Schotterhang gehen. Stöcke machen sich bewehrt! Außerdem sollte man den Blick nach oben richten, da an den Hängen sehr schnell was unterstützen kann. Manche Felsen sahen aus, als ob sie jeden Augenblick abrutschen würden. Langsam und vorsichtig gings gute 40 Minuten durch die Area. Am Ende erblickte man dann schließlich die Häuser des Basecamps.
Noch etwas Abstieg und man war da. Überall irrten Yaks umher. Einer trank aus einen Wäscheeimer. Die Guides wurden in Zelten untergebracht. Es gab 2 große Häuser und es war hier deutlich teurer als an den bisherigen Gasthäusern. Trotzdem das volle Essensprogramm, doch oberhalb der 4000 war es ein komisches Gefühl. Nach einer eiskalten Dusche tranken wir Literweiße Tee und ich gesellte mich zu einer Frau aus Frankreich, die gerade draußen Ziehharmonika spielte. Sie wollte mit ihrem Vater den Tilicho Peak (7.134m) besteigen. Sie erzählte mir, sie würde dann über eine Woche lang mit dem Zelt auf dem Eis verbringen… total irre!
Tilicho Trail Etappe II: ➚1224 hm – 18 KM – 5:45 h
Wegpunkte: Tilicho Lake Base Camp (4150m) – Tilicho Lake (4990m) – Shree Kharka (4069m)
Die Etappe geht ans Eingemachte. Drei Stunden & 800hm bis auf knapp 5.000 Meter geht es vom Basecamp hinauf. Der Weg ist einfach, doch allein die Höhe macht es zu einem konditionellen Albtraum. Doch ist der Höchste See der Welt ein Highlight der Reise und lohnt sich! Ein früher Aufbruch ist wichtig, da ab Mittag die Wolken hochziehen und das Wetter sehr stürmisch werden kann.
In der Früh um 4 Uhr trafen wir uns zum Kaffe im Gastraum, wo auch einige Leute ohne Zimmer auf dem Boden schlufen. Draußen war es sehr kalt und noch finsterste Nacht. Ein so prächtiger und klarer Sternenhimmel war für mich etwas Neues! Erschöpft und müde gings dann ohne Rucksack los, auf den langen Aufstieg des Sandberges. Am Anfang ging es noch recht flott, doch ich fluchte über die eisige Kälte, in der wir wie verrückt schnauften. Bald kam der Sonnenaufgang, und dieser war einfach nur unglaublich!
Es dauerte bis die warme Sonne uns wieder aufwärmte. Noch nicht weit waren wir gekommen. Und jetzt waren wir wirklich sehr sehr langsam geworden. Im Schneckentempo setzten wir müßig einen Fuß vor den anderen und blieben immer wieder stehen um nach Luft zu ringen. Nach den ersten 400hm, die sich qualvoll und langsam auf dem immer weiter nach oben schlängelndem Wanderweg zogen, drehte Jay schließlich um. Wir alle waren auf Reserve aber Jay war krank und brachte es nicht mehr zustande weiter zu gehen. Der Rest ging weiter.
Trotz des langsamen Tempos überholten wir noch andere Wanderer. Nur ein paar Nepalesen zogen schneller an uns vorbei. Nach einigen Serpentinen, fast oben, erreichten wir eine Aussicht, die mich überwältigte. Ich kannte den Blick schon aus den Alpen: Wenn du so weit oben bist, dass du mit allen Gipfeln auf Augenhöhe zu sein scheinst, wenn das Tal verschwindet und man all die Berge sieht, und das hatten wir hier. Im Himalaya! Vor mir ragte nur noch der gewaltige Tilicho Peak auf, dessen Kamm (The great Barrier) und die Sicht auf Annapurna I versperrte. Am Fuße dieser kolossalen Eiswand, Schnee, Gletscher und unser Wanderweg.
Doch jetzt bekam ich richtig starke Kopfschmerzen und leichten Schwindel. Das hatte ich bisher noch nicht aber hier oben, killte mich die dünne Luft und auch wenn es kaum weiter bergauf ging, mussten wir noch einen KM auf der Hochebene gehen. Wie als ob man krank ist und joggen muss. Total fertig erreichten wir schließlich den höchsten See der Welt: Tilicho! Wir waren auf 5.000metern! Ein kleines Teehaus bot Notunterkünfte und … Tee. Wir machten Fotos und versuchten es zu genießen. Ein paar wenige Berge rundum erhoben sich wie kleine Zacken. Der See knüpfte direkt am gewaltigen Gletscher des Tilicho Peaks an. Wer mal die große Mauer von Game of Thrones in Echt sehen wollte, das war sie! Nur dieses Foto kann erklären wie gewaltig sie war.
Wir stiegen jetzt wieder ab. Es zog sich ewig und ich schaute, dass ich so schnell runterkam wie es ging. Zu unwohl fühlte ich mich hier oben. Es war gut zu wissen, dass wir nun perfekt akklimatisiert waren für den Pass, und dass uns die Höhenkrankheit wohl nicht mehr einholen würden (bis auf Jay..?) Wir machten noch eine Pause unten und brachen dann wieder auf zu den Landslides und den ganzen langen Weg zurück bis nach Shree Kharka. Dort angekommen kämpfte Jay durch Inhalieren mit speziellen Kräutern über Dampf gegen seine Erkältung an. In Shree Kharka war viel los und wir hatten einen großartigen Abend. Dort begegnete ich jemanden der meinen Blog in Facebook verfolgte und mich sofort erkannte. Total irre ^^
Fazit
Welch ein Ziel: Der höchste See der Welt! Ich musste feststellen, was für einen gewaltigen Unterschied das wandern auf 4.000 metern und 5.000 metern noch ausmacht. Der Körper ist dem höchsten Stress ausgesetzt. Die Tour ist wunderschön. Die Landslides sind etwas heikel aber für einen geübten Wanderer halb so wild, der Weg zum See ist einfach zu gehen aber fordert einem trotzdem alles ab. Ein anstrengender Tag! Das Basecamp ist nicht so schön, da es sehr überfüllt ist. Doch ist man oben am See, fehlen einem einfach nur noch die Worte... und der Atem!
Detailbewertungen
Landschaft5/5
Markierung4/5
Bewirtung4/5
Abenteuer4/5
Frequentierung3/5
Kondition4/5
Gefahrenpotential3/5
Annapurna Circuit: Über den Thorong La Pass (5.416m) nach Muktinath
Diese Etappe führt über einen einsamen aber idyllischen Höhenweg um den Berg herum, der beide Täler trennt. Nach einem saftigen Abstieg hinunter zum Fluss erreicht man wieder den Seasonal Trail zum Pass und steigt wieder auf zur Yak Farm: Yak Kharka. Wer nicht vom Tilicholake kommt, erreicht das Dorf direkt von Manang, wenn man dem Trail folgt.
Jay und Alex waren erkältet und geschwächt, doch über den Tag hinweg merkten auch Beni und ich, dass die Nase lief. So gings wieder hinaus auf den Wanderweg, der uns jetzt wieder zurück in Richtung Manang führte. 2 Nächte über 4.000 Meter waren es nun. Der Weg entlang des Berges wirkte verlassen und idyllisch. Nach kurzer Zeit erreichten wir Upper Khangsar, was nicht mehr war als eine Ruine. Hier wohnte niemand mehr.
Hinter dem verwitterten Dorf ging es immer am Höhenweg den Berg entlang bis zur Spitze, welche die Gabelung der beiden Täler darstellte. Auf dem Weg wuchsen rote und grüne Sträucher, die der Landschaft einen Herbsttouch verliehen. An der Kehre dann eine Plattform als Aussichtspunkt hinein in das lange Manang Tal. Der wohl beste Aussichtspunkt bisher! Weit unten lag Manang und dahinter das weite und gewaltige Tal, von dem wir gekommen waren.
Jetzt kehrte der Weg zurück ins hintere Manangtal. Hier blickte man nun bis zum Talschluss hinauf und sah die hintersten Berge, die sich am Ende dieser Sackgasse mächtig erhoben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Trail (von Manang kommend) zu dem wir jetzt zurückkehren würden. Doch leider: Man muss einen langen Abstieg bis zum Fluss runter in Kauf nehmen um dann auf der anderen Seite wieder zum Trail aufzusteigen. Der Abstieg war rutschig und steil und führte durch einen kleinen aber schönen Wald.
Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir an der Brücke und auf ca. 3.800 Metern. Hier gab es ein kleines Guesthouse. Ich bestand drauf was zu essen, da ich mich wirklich schwach und ausgelaugt fühlte, also machten wir Pause. Hinter dem Haus führte der Weg mitten durchs Gestrüpp hinauf zum Trail. Wir waren wieder auf dem Circuit! Zur rechten Seite tat sich nun plötzlich ein großes Nebental auf, dessen Ende durch den Chulu East begrenzt wurde. Unglaublich!
Noch eine Weile Bergauf und wir erreichten Yak Kharka, ein altes Dorf. Der Name steht für „Yak Farm“. Wir alle entschieden an dieser Stelle, dass wir 2 Nächte bleiben würden. Denn wir waren alle krank und es macht keinen Sinn krank weiterzumarschieren. Also blieben wir 2 Tage in diesem winzigen Dorf auf 4000metern und sitzen die Erkältung aus. Beni verbrachte den ganzen Tag im Bett, der Rest im Cafe. Jeder trank ca. 5 Liter Tee und verbrauchte Rollenweise Klopapier ^^. Mal ein Pausentag zum Wäschewaschen und Füße langmachen, den brauchte es auch wirklich!!
Eine Etappe die einen Vorgeschmack gibt, auf dass was danach folgt. Zum Basecamp hinauf lassen wir alles hinter uns und gehen das Tal bis an sein Ende durch. Die Landschaft wird kärger und felsiger. Die Höhe ist aller spätestens hier ein Problem, weshalb man angehalten ist sich Zeit zu lassen und nur kleine Schritte zu machen. Dafür ist die Etappe nicht sehr lange.
Von Yak Kharka ging es sehr mühselig und langsam bergauf. Wir waren immer noch krank und geschwächt, aber der Pausentag tat wirklich gut. Wir hofften einfach die Reservern würden schon reichen und dass wir uns im Base Camp noch stärken würden. Bis nach Ledar ging es relativ schnell (1h). Alex und Jay husteten, der Rest schnaufte permanent. Keine Energie zum Reden, stillschweigend gings weiter. Plan konnte man bequem marschieren, doch eine Steigung war jedes Mal eine Herausforderung, da man nur sehr langsam mit dem schweren Gepäck hinaufschlich.
Der Höhenweg wurde immer spektakulärer! Scharfkantige und zackige Berge umringten uns. Dahinter verborgen: schneeweiße Gipfel. Im Gestrüpp eine Horde Bluesheeps und gelegentlich ein paar Yaks. Nach einer weiteren Stunde ging es über den Fluss und hinter der Brücke wieder steil bergauf. Nur wenige Höhenmeter aber pure Strapazen! Oberhalb der Serpentinen wartet ein kleines Teahouse. Zeit für eine Pause.
Nach dem Haus ist es nicht mehr weit. Kaum mehr Höhenmeter zu machen! Der Weg führt wieder in ein Landslide Gebiet. Hier ging es bequem entlang des beeindruckenden Schotterfelds immer tiefer ins Tal. Das Tal verengte sich immer mehr und vor einem sah man bereits das Ende. Nach 3:15h erreichten wir den Talschluss: Thorung Phedi! Eingekesselt von hohen Felswänden lag der rießige Guesthouse Komplex auf 4.500m. Man konnte sofort den Aufstieg in Richtung Pass bestaunen.
Wir waren völlig am Limit und fühlten uns schwach und müde. Der Körper war schlapp und jede Bewegung anstrengend und immerzu leichte Kopfschmerzen. Dafür war das gefüllte Basecamp (man sollte früh genug da sein!) ein richtiger Luxusort. Eine Süd-Afrikanerin die einen Nepalesen geheiratet hatte, führte den Laden. Große Soundboxen aus denen Raggee dröhnte standen im Cafe und es gab eine Bäckerrei. Wir aßen sehr viel Gebäck und tranken noch mehr Tee. Man hätte auch weiter aufsteigen können zum HighCamp auf knapp 5.000metern, doch der Nachteil: Weniger Komfort, noch kälter, weniger Plätze und noch schwieriger zu schlafen!
Wir diskutierten lange, ob wir Kathi per Esel über den Pass eskortieren lassen sollten, waren alle nervös über den Erfolg. Sehr schwach waren wir und ich selbst zweifelte an mir. Dort oben umzukehren wäre schlecht… man müsste wieder absteigen und es am nächsten Tag erneut versuchen. Ich schlief bis Mitternacht und lag dann aufgeregt bis 3 Uhr nachts wach. Ich freute mich so sehr darüber hinter dem Pass wieder absteigen zu können, wieder besser atmen zu können, ein Bier zu trinken! Um 03:30 Uhr bei -10°C und klarsten Sternenhimmel marschierten wir schließlich los.
Die Königsetappe! Dies ist die anspruchsvollste und auch längste Etappe des Trails und führt vom Basecamp knapp 1.000hm hinauf zum höchsten Pass der Welt, dem Thorung La auf 5.414m. Hinterher ist ein saftiger Abstieg von 1.700m zu bewältigen. Beim Überschreiten des Passes verlässt man das nördliche Annapurna Gebiet und trifft auf eine ganz neue Landschaft. Man erblickt weitere 8.000er und ein tibetanisches und trockenes Gebiet.
Um 03:30 Uhr trafen wir uns in dicken Daunenjacken bei -10°C vor dem Gasthouse für einen Tee. Der Blick zum Pass war eines der unwirklichsten Dinge, die ich je gesehen habe: Ein gewaltiger Berg in völliger Finsternis an dem sich eine gewaltige, funkelende Lichterkette befand: All die Leute mit Stirnlampen beim Aufstieg. Noch immer voll Zweifel ging es los. Zunächst zum Highcamp auf 5.000meter. Karna meinte, das wäre das schlimmste und schon die Hälfte der Höhenmeter. Die Serpentinen waren sehr steil und schier endlos. Es blieb tiefste Nacht und Schweine kalt. Man ging maximal 1km/h und fast wie in Slow Motion. Der Rucksack war noch schwerer als sonst. Immer wieder wurden wir von Eseln überholt, die andere Leute transportierten.
Obwohl ich 2 Handschuhe trug froren meine Hände so dermaßen ab, dass ich vor Schmerz meine Stöcke nicht mehr halten konnte. Beni gab mir daraufhin Stricksocken, die ich mir über die Hände stülpte. Ich dachte einfach nicht nach über den Weg und zählte nur die Zeit die uns Näher ans Ziel brachte. Es gab eine Stelle am Fels, die die Höhe des Mont Blanc markierte. Kurz vor der Dämmerung erreichten wir endlich das High Camp auf 4.890m (1:10h). Hier machten wir eine weitere Teepause und aßen einen Riegel. Ich zog mir hier noch ein weiteres Paar Socken an und versuchte mich etwas zu wärmen.
Doch weiter gings: Jetzt kam langsam die Sonne und man konnte etwas um sich herum wahrnehmen. Ein so wunderschönes Gebiet! Die Berge, die Situation, das Abenteuer, der Sonnenaufgang einfach unbeschreiblich!!! Weiterhin machen wir nur winzige Schritte und gehen auf die nächste Steigung zu. Diese führte uns dann über 5.000meter hinaus. Die Berge um uns waren viel kleiner geworden. Alles war tot und unwirklich: staubig und felsig in verschiedenen Brauntönen. Nach dem Aufstieg sahen wir den Weg der noch im Schatten sich weit in die Ferne zog. Ein langer Marsch…
Nach 3 Stunden erreichten wir das letzte Teahouse auf ca. 5.080m. Wieder Pause gemacht. Ich fühlte mich so dermaßen erledigt und fertig wie noch nie, aber ich wusste jetzt dass wir es schaffen würden. Doch jetzt waren wir endlich im Sonnenlicht angekommen! Es wurde schnell wärmer und angenehmer zu gehen. Ich konnte bald die Socken von den Händen nehmen. Vom Teahouse war es aber immer noch weit bis zum Pass. Immer wieder erreichte man eine Anhöhe und dachte endlich das Ziel zu sehen, doch erschien nur wieder noch mehr Weg. Viele Leute waren hier unterwegs! Überall wehten Fahnen. Dann nach ganzen 4:30h (um 09 Uhr) waren wir endlich am lang ersehnten Ziel: Dem Pass!
Mit Tränen in den Augen umarmte ich meine Freunde und lies meinen Rucksack fallen. Wir waren auf 5.414m angekommen! Der Thorung La voller Gebetsfahnen war endlich vor uns. Aber es waren unglaublich viele Leute hier oben… Eine Gruppe Italiener hatte hier ein Zelt. Denn direkt vor uns ragte der Thorung Peak weitere 1.000m auf. Er wirkte schon klein. Die Gruppe kam grad in voller Hochtourenmontur zurück zum Zelt. Nach vielen Fotos mussten wir dann schließlich weiter. Ein sehr sehr langer Abstieg stand noch bevor.
Doch das neue Gebiet hinter dem Pass fand ich am beeindruckendsten. Es wirkte wie eine mongolische Wüste: karge braune Berge so weit das Auge reicht. Wie tot und verlassen, unwirklich! Und richtig, man muss da ganz unten runter, in das weit weit entfernte Tal, wo man etwas grün sieht. Der Abstieg war nicht so anstrengend, aber wollte einfach kein Ende nehmen. So taten immer mehr die Füße und die Knie weh. Es gab sogar einige völlig verrückte die uns hier entgegen kamen! Dann erschien in der Ferne ein so gewaltiger, pyramidenförmiger Berg wie ich noch nie einen zuvor gesehen hatte. Noch unwirklicher als Annapurna II! Dies ist Dhaulagiri (8.167m)
Auf einer Anhöhe mit toller Aussicht machten viele eine Pause. Mein Kopf glühte schon… Doch wir mussten immer weiter. Jetzt bemerkten wir eine breite Serpentinenkerbe im Schotterhang: Es wurde wohl gerade ein Fundament für eine Straße hinaufgearbeitet. Wir folgten dem breiten Weg entlang des Schotterfelds. Nach ganzen 8:20h erreichten wir das Guesthouse Charbarbu, wo ich mir Nudeln bestellte. Eine letzte Pause vor Muktinath! Jetzt ging es noch etwas bergab und dann über langen Weg bis zu einer Brücke. Dann plötzlich, hinter einer Kurve, erschien unter unseren Füßen Muktinath in einem grünen Tal. Ein völlig hinreißender und verzauberter Wüstenort!
Wir waren wieder auf 3.500m angekommen und schlenderten entlang der Mauern eines Frauenklosters durch die uralte Pilgerstadt. Viele Inder pilgerten hier her. Neben all der Glocken und Gebetsmühlen gab es auch einen Hindu-Tempel, wo eine indische Familie gerade eine Zeremonie abhielten. Wir beobachteten das eine Weile und gingen weiter hinab. Zwischen Glocken und großen Bäumen hindurch in die trockene Stadt. Im Gästehaus tranken wir das erste Bier seit über 1 Woche.
Wir aßen zusammen am Tisch und überreichten Karna ein saftiges Trinkgeld und dankten ihm für seine tolle Führung! Am nächsten Morgen würden wir den Jeep nach Jomson nehmen und Alex verlassen. Eine tolle gemeinsame Reise, die ihren Höhepunkt heute hatte und morgen enden würde. Wir tranken darauf!
Fazit
Das hintere Manangtal ist so wunderschön und gleichzeitig tod und karg. Doch ab Yak Kharka sind die Strapazen enorm! Die Höhenmeter werden immer schwieriger auch wenn der Weg über den Pass technisch total harmloser Schotterweg ist. Man sollte fit sein, keine Anzeichen für Höhenkrankheit haben und SEHR SEHR viel trinken! Früh losgehen ist super wichtig, da man mindestens 10 Stunden unterwegs ist, nicht nur die beschwerliche Wanderung hinauf sondern auch der 3h+ Abstieg muss einberechnet werden. Der Pass ist gut besucht, da hier alle letztlich langgehen. Der Abstieg ist nicht zu unterschätzen, die 1700meter sitzen in den Knochen. Muktinath ist einer der tollsten Orte die ich gesehen habe, so viel Kultur und gleichzeitg eine kleine Oase inmitten dieser neuen staubigen Landschaft.
Detailbewertungen
Landschaft5/5
Markierung4/5
Bewirtung4/5
Abenteuer4/5
Frequentierung4/5
Kondition5/5
Gefahrenpotential4/5
Preis/Leistung3/5
Reise nach Pokhara
Busfahrt nach Tatopani
In der Früh hieß es für uns Abschied nehmen. Die Trekkingtour über das Annapurna Gebiet war für uns hier in Muktinath zu Ende… Die Alex marschierte weiter, doch wir stiegen in einen Jeep nach Jomson. Ich musste feststellen, dass ich zögerte. Das einsteigen in ein Fahrzeug und damit das Ende des Treks zu besiegeln fiel mir sehr schwer, am liebsten wäre ich einfach weitergewandert, bis nach Pokhara... Der Jeep, galt als Public Transport und wurde daher rappelvoll. Zusammen mit Nepalis an Board ging es jetzt durch diese malerisch, schöne und sandige Hochebene. Es rappelte ordentlich und immer wieder querten Ziegenherden die Straße.
In Jomson angekommen, gab es einen EC Automaten und einige Geschäfte sowei eine Bäckerei. Wir holten uns Verpflegung für die Busfahrt und versuchten Geld abzuheben. Nachdem Karna uns Bustickets besorgt hatte, hatte wir noch Zeit über und warteten in einem Cafe. Dort kam dann eine Gruppe Kinder vorbei die zu spielen anfingen. Es war einfach goldig! Kathi blühte auf. Als der Bus (ein alter, rostiger Tata) dann schließlich da war und beladen wurde (Rucksäcke aufs Dach!), meinte Karna er müsste einen zweiten Bus nehmen, da der erste voll war. So verlorgen wir Karna schließlich, da wir den zweiten Bus nie mehr sahen....
Tipp: Hinterher haben wir erfahren, dass es in Jomson (etwas versteckt) außerhalb der Ortschaft einen Mountainbike Verleih geben soll. Wer also auch nicht wandern kann aber sich die Busfahrt sparen will: Das wäre die beste Alternative. Und es geht 2000hm bergab, von dem her, eine lohnende Idee! Hätten wir auch gemacht, wenn wir es vorher gewusst hätten :(
Die Busfahrt ging los und sie war mit Abstand die verrückteste meines Lebens! Der voll gestopfte Bus rumpelte wie verrückt über die Geröllfeldstraße. Anfangs waren es Jeeppisten, später alpine, schmale und abschüssige Wege am Berg. Manchmal drohte der Bus fast umzukippen und eine Klippe runterzustürzten, manchmal furtete er eine bröckliche Flusspassage. Man durfte nicht immer nach draußen sehen, so wild war das. Der überfüllte Bus wurde dann noch zusätzlich mit Waren gefüllt, da die Nepals den Bus auch für den Transport ihrer Güter verwenden. D.h. der Flur war jetzt auch voll gestellt. Im Prinzip ganz spaßig, aber die Fahrt alleine nach Tatopani dauerte schon 9 volle Stunden! Und man wird wirklich permanent rumgeschleudert, manchmal knallt man mit dem Kopf gegen die Decke.
Unterwegs hatten wir auch einen Platten. Eh ein Wunder, dass die Reifen das alles so mitmachen! Da wurden dann kurzerhand paar Räder vertauscht und weiter gings. Beni und Kathi fuhren dann sogar gleich weiter nach Pokhara (nochmal 6 Stunden Fahrt!). Jay und ich wollten lieber die heißen Quellen besuchen. Wir checkten in ein Gasthaus ein und schlenderten durch die Ortschaft. Viele Trekker waren hier, überall. Ist auch logisch, da Tatopani immer noch ein Teil des Circuits ist und ein Ausgangspunkt für den Trail hinauf zum berühmten Aussichtsberg "Poon Hill" ist. Am liebsten hätte ich den auch noch gemacht. Von der Zeit her wäre es möglich gewesen, aber meine Gruppe hatte halt einfach genug vom wandern.
Die heißen Quellen waren klasse! Etwas suchen (am Straßenrand) und etwas Eintritt und los gehts. Ein Becken mit warmen Wasser, voll mit Leuten. Wir holten uns Bier und setzen uns rein. Dort trafen wir einen Ami, der uns das mit den Fahrrad dann erzählte. Am nächsten Morgen starteten wir früh mit dem nächsten Bus nach Pokhara. Auch hier wieder ewiges durchschütteln. Teilweise sogar noch schlimmer als den Tag zuvor... Dafür waren im Bus lauter nice Leute, ein Deutscher der zum meditieren in einen Tempel wollte, eine Gruppe Augsburger, ein paar Amerikaner. Wir hatten Spaß! Nach 6 Stunden dann erreichten wir Pokhara.
Pokhara die Urlaubsstadt
Eine richtige Metropole erwartet einen, wenn man am Busbahnhof aussteigt. Unzählige Ziegen wurden durch die Stadt geschliffen, für ihre Schlachtung: Es stand wohl ein Feiertag an. Jay und ich waren so neugierig auf die Stadt, dass wir uns entschieden zu Fuß zu gehen. Beni und Kathi warteten am Phewa See in einer Bar auf uns und wir durften einige KM zu ihnen irren. Dabei sahen wir wieder, wie das Stadtleben außerhalb des Touristmus wirklich war: Dreckig, arm und unglaublich anders. Unzählige Ramschläden und Stadtmärkte. Die Kühe liefen frei umher, da sie als verehrte Tiere gelten. Nach einem langen Stadtmarsch erreichten wir schließlich die "Innenstadt", oder besser den schönen & touristischen Teil der Stadt, der schlagartig in einem ganz anderem Licht erstrahlte.
Geplfegt und Sauber. Moderen Geschäfte, Bars, Souviniergeschäfte und Restaurants entlang einer langen Shoppingmeile. Auch unser Hotel, war so das nobelste was man in Nepal finden würde, und das heißt nur dass es gepflegt war. Wir hatten im Hotelturm auch eine tolle Aussicht, aber das kostete natürlich etwas. Den Rest der Tage hielten wir uns an der Seepromenade auf und trafen immer wieder andere Backpacker. Wir gingen richtig shoppen: Nepalhosen, Rucksackbadges, Merinoshirts, T-Shirts und anderen Kram. Checkten die Restaurants ab und betranken uns jeden Abend. Es war wie Urlaub! Abends gibt es in einigen Lokalen sogar Tanz und Musik nach Nepalesischen Brauch. Kann ich nur empfehlen!
An der See Promenade kann man abhängen oder sich diverse Boote mieten. Der Phewa See ist schön und der zweitgrößte Nepals. Für Trekker empfehle ich auch mal einen Waschsalon oder ein Massagesalon aufzusuchen, hat echt gut getan! Wer noch was erleben will: Wir waren noch beim Rafting (siehe Video weiter unten) und das war echt richtig geil!!! Außerdem kann man super in Pokhara Gleitschirm fliegen. Die Hotels helfen hier gerne weiter.
World Peace Pagoda - Stupa Tour
Zum Thema Sightseeing: Es gibt da eigentlich nur eine richtige Aktion, nämlich zur Stupa hochzugehen. Weit oben am Berg thront eine große, weiße Pagode. Das Abenteuer beginnt direkt am Ufer, wo wir uns ein Katameran-Boot mieten. Per Fußpaddel-Antrieb geht es gemächlich über den See hin zur kleinen Insel. Hier legen wir an und bestaunen Hindus bei ihren Gebräuchen am kleinen Tempel "Bahari". Die winzige Insel ist schnell erkundet, und wenn man nicht von den Tauben zugeschi**** werden möchte, steigt man wieder ins Boot zurück und paddelt weiter.
Weit hinten ist ein Haus mit Steg, am anderen Ufer. Hier legen wir wieder an und machen uns an den Aufstieg. Es sind schon eine gute Menge Treppenstufen bis zur Stupa hoch! Eine gute 3/4 Stunde waren wir da unterwegs. Man schwitzt hier sehr viel, dafür hat man echt eine grandiose Sicht auf die Großstadt die schlagartig am See halt macht. Oben an der Pagode ist es schön und wieder sehr spirituell: Überall wachsen Blumen. Schilder signalisieren Respekt zu haben und friedlich zu sein. Die World Peace Pagode vor einem symbolisiert den Wunsch nach Frieden aller Weltreligionen und Rassen. So findet man 4 Statuen die verschiedene Lebensabschnitte Buddhas darstellen. Die Statuen sind von Nepal, Thailand, Sri Lanka und Japan um den asiatischen Zusammenhalt im Glauben zu manifestieren. Tolles Ding!
Weiter hinten gibtes ein mehrstöckiges, komisch aussehndes Cafe, wo man sich Stärken kann, bevor es wieder an den Rückweg geht. Ein super geiler Ausflug! Ich hab mir dann am See sogar nochmal ein SUP geliehen um noch mehr rauszuholen. Wenn man lang genug sucht und Leute fragt, findet man ein Verleih ;)
Kleines Rafting Abenteuer von Pokhara aus
Direkt über das Hotel liesen sich problemlos Aktivitäten wie Paragliding oder Rafting buchen. Wir sind einen Vormittag zum raften gefahren am Seti Gandaki River außerhalb der Stadt. Der Veranstalter fuhr uns via eigenen Bus raus aus der Stadt.
Panoramaweg von Nagarkot - Umland von Kathmandu
Aufstieg:693 hm
Strecke:19 km
Schwierigkeit:T1
Aufstieg:693 hm
Strecke:19 km
Höchster Punkt:2152 m
Ausgangshöhe:1660 m
Gehzeit:4h 52min
Gesamtzeit:5h 39min
Schwierigkeit:T1
Höhe:2.000 m+
Das Ende unserer Reise kam langsam Näher. Die letzten Tage wollten wir zum entspannen noch nach Nagarkot: Einem ruhigen Vorort von Kathmandu auf den idyllischen Hügeln des Umlandes. Hier sollte ein etwas komfortableres Hotel auf uns warten. Doch zuvor holten wir ein paar Sachen aus unserem Hotel Trekkers Home in Kathmandu ab. Nach einer ganz-tägigen Busfahrt von Pokhara waren wir dann froh gemütlich essen zu gehen. Hari, der Inhaber des Trekking-Guide Anbieter, lud uns jetzt in einem lokalen Restaurant zum Essen ein. Hier gab es traditionelles Daal Bhat und Tanz. War richtig, richtig gut!
Anschließend ging es via Taxi nach Nagarkot. Eine recht lange Autofahrt, hinaus aus der Stadt und über ewige Serpentinen auf 2.000 meter hinauf. Für den Tag genug... Am Tag drauf, nach einem gemütlichem Frühstück auf der Terasse unseres Hotels (das gar nicht so luxoriös war), wollten wir eine Wanderung unternehmen. Es gab hier den "Nagarkot Panoramic Trail", der das Örtchen und dessen Hügel umrundete. Es war hier wie verlassen und gleichzeitig gab es duzende Hotels. Die Aussicht wäre vermutlich toll, wenn es nicht immer so diesig wäre. Man könnte wohl sogar den Everest sehen.
Lichtschalter am Baum genagelt, das Hotel eine halbe Baustelle und ein Mädchen dass einen Welpen rumtrug, so lernten wir das Örtchen kennen. Wir wanderten los und stiegen den Hügel südwärts hinab. Wir trafen wieder auf Mariuhana und eine Ziegenfamilie, sowie eine bunte Rießen Zykade. Überall zirpte es wie verrückt! Unterhalb des Hügels, querten wir ihn nun über den schönen Panorama Weg. Ab und an kamen uns einheimische Bauern entgegen, die irgendwelche Dinge transportierten. Man war hier mitten im Dorfleben angekommen. Immer wieder bot sich eine tolle Aussicht auf die Täler und Hügel rundum, wenn es auch diesig blieb.
Wir mussten echt aufpassen, nicht ausversehen in ein Spinnennetz zu rennen, denn die gab es hier massenhaft. An einer Stelle hingen gute 10 Stück an einem Ast über uns. Die Spinnen waren so groß wie Tennisbälle. Später verfolgten uns Kinder, die hofften, dass wir Schokolade für sie hätten. Eine Hirtin mit Ziegen kam uns entgegen. Der Weg lohnte sich echt! Immer schöner wurden die Hügellandschaften. Etwas weiter hinten mussten wir ein Stück Serpentinenstraße aufsteigen. Von dort (fast unsichtbar) führte ein winziger Schleichweg direkt hinein in den Dschungel. Hätte uns das Handy nichts gesagt, wären wir einfach dran vorbei marschiert. Denn dort ging der Panoramic Trail in den Dschungel hinein.
Das erste Mal für mich auf eigene Faust im Urwald! Es war aber auch nicht so wild... Nur einfach sehr schön! Über duzende Treppenstufen führte der Wanderweg durch den Dschungel hindruch immer tiefer hinein. Alles grünte wie verrückt. Irgendwann verließen wir ihn wieder und standen mitten in Nagarkot. Bunte Häuser inmitten des Waldes. Ein verwahrloster Hund verfolgte uns jetzt bis zur Hoteltür. Jay und ich brach es fast das Herz, die Tür dann vor seiner Nase zu verschließen.... Ein weitere Wanderung sollte zum höchsten Aussichtspunkt zum Nagarkot Tower führen (2.100m). Allerdings war dies nicht mehr als an der Straße langlaufen um dann ein hässliches Klettergerüst raufzuklettern um "etwas" mehr Rundumsicht zu haben. Lohnt bei diesigem Wetter nicht!
So haben wir noch einen super Sonnenuntergang erlebt, von der Dachterasse und ein paar Mädls kennengelernt mit denen wir essen gegangen sind. Ja am zweiten Tag dann das Hotel gewechselt wo es einen winzigen Swimmingpool gabe und dort unseren letzten Nepal Tag verbracht, vor der langen Heimreise. Wir werden wiederkommen!!!
Ende und Dankesagung
So das wars! Du bist am Ende meines Reiseberichts angekommen. Für das Lesen danke ich dir sehr! Und ich hoffe auch es hat dir gefallen und du hast etwas über Nepal, den Annapurna Circuit gelernt bzw. für eigene Reisepläne in Erfahrung bringen können! Habe versucht so detailliert wie möglich zu berichten, mit den Videos kann man das ja vertiefen. Falls du noch Fragen hast, kannst du etwas weiter unten gerne ein Kommentar oder ein Feedback zurücklassen. Wenn dir der Blog gefallen hat, würde ich mich auch freuen, wenn du den Link teilst z.b. auf Facebook. In diesem Sinne! Ganz liebe Grüße :) <3
Aufstieg:693 hm
Strecke:19 km
Höchster Punkt:2152 m
Ausgangshöhe:1660 m
Gehzeit:4h 52min
Gesamtzeit:5h 39min
Schwierigkeit:T1
Höhe:2.000 m+
Detailbewertungen
Landschaft4/5
Markierung1/5
Frequentierung1/5
Kondition2/5
Gefahrenpotential1/5
Trailer zur Serie
Ab Dezember wird es dann die ersten Fotos, Berichte und Videos der Serie geben.
Im Trailer kündige ich die Serie an.
Die Trekking-Reise nach Nepal!
Mehr Infos zum Projekt
Bilder
Kommentare
(4)
K
kamahi14.10.2018 13:53
Super! Ihr habt den Pass überwunden! Ich freue mich und bin erleichtert!
Viel Spaß noch!
G
Gast#237312.01.2021 21:04
★★★★★
Eine toller gelungener, ehrlicher Reisebericht. Macht gleich Lust selbst zu gehen. Vielen tausend Dank :-) :-)
Bin selbst 2019 auf ein 30 Tage Trekking von Kathmandu nach Simikot und von dort zu Fuß nach Tibet um dann um den Mount Kailash 5640 m zu wandern. Und Deine super festgehaltene Reise, ganz anders, doch vom Highlight der Gefühle, identisch.
Also nochmal Danke für die tollen Aufnahmen und die gute Musik dazu.
K
Kaj13.01.2021 10:27
Super lieben Dank für das tolle Feedback! Da macht es um so mehr Spaß so lang daran zu arbeiten <3