Fischleinboden – Büllelejochhütte – Oberbachernspitze
Ein sonniger Tag! Schon in der Früh brannte die Hitze. Das Parkticket in Fischleinboden kostete 20€ für 4 Tage. Wir checkten alles und zogen direkt los. Vor uns ragten imposante und wahrlich gigantische Felspfeiler Tausend Meter in die Höhe. Eine für die Dolomiten typische Felsformation. Wir gingen zunächst ganz entspannt den Wanderweg 103 entlang und kamen nach kurzer Zeit zur Talschlusshütte von wo aus sich die Wege kreuzten. Man konnte jetzt direkt zu den 3 Zinnen aufsteigen. Wir folgten aber der 103, welche direkt in die gewaltige Bergwelt vor uns hineinführte. Es ging auch direkt zur Sache. Da wir nicht gerade wenig Gepäck (für 4 Tage) im Rucksack hatten und es trotz der Höhe wirklich heiß war, kamen wir nur sehr langsam und schwer schnaufend voran. Die Serpentinen schlängelten sich durch den Wald hindurch immer leicht bergauf.

Nach einer Stunde und ein paar Pausen waren wir schließlich oberhalb der Baumgrenze und blickten ungehindert in das gewaltige Gebirge. Links von uns reihte sich eine imposante Bergkette über 3000m auf und bildete ein Becken in dessen Zentrum, also vor uns, ein großer Vorsprung aufragte (Hochleist La Lista). Dahinter ragte noch viel höher der Zwölferkofel. Der alpine Weg führte uns jetzt ohne weitere Serpentinen entlang am Berg auf den Zwölferkofel zu bis wir schließlich auf einer Augenhöhe mit dem Hochleist waren und sehen konnten, dass er jetzt gar nicht mehr so imposant wirkte.

Noch ein gutes Stück weiter den Fels rauf, erreichten wir schließlich die Zsigmondy Hütte auf 2.224 Metern. Das war noch nicht unser Ziel aber wir hatten eine Pause verdient. Also tranken wir was und aßen einen Müsliriegel. Vor der Hütte standen einige Mulis die wohl für den Transport der Güter eingesetzt werden. Von hier aus ging es jetzt weiter die 101 entlang, über das breite Felsgelände am Fuße des gewaltigen Zwölferkofels, der immer noch 1000meter vor uns in die Höhe ragte. Das Gelände exponierte immer mehr und verlangte schon mehr Trittsicherheit. Doch machte es wirklich Spaß so richtig am Berg unterwegs zu sein. Abgesehen vom 12er stand keine deutliche Erhebung mehr vor uns. Wir trafen ein Pärchen, wo der Freund wohl schlimmes Fieber hatte und nur sehr schwer vorankam, aber Schmerztabletten lehnte er ab.

Nachdem wir ein Joch erreichten, konnten wir das Gebiet erstmalig komplett überblicken. Vor uns alles was die Sextner Dolomiten ausmachte und noch vor uns lag, hinter uns das hohe Platt das wir durchschritten hatten. Die 101 führte uns jetzt am Kamm entlang, zur Büllelejochhütte (2.528). Wir waren um 12:00 Uhr die ersten Gäste die einchecken wollten, was echt genial war, da wir freie Bettenwahl hatten. So entschieden wir uns für ein Doppelbett in einem 4-Bett Zimmer. Dazu musste man über eine Leiter in den Dachboden steigen. Sehr cool! Patrick hatte Spaß und Bartwuchs. Die Hütte hatte keine Duschen nur einen Waschraum und nur wenig Wasser. Wir aßen eine Suppe und tranken was, bevor wir zum Gipfel aufbrachen.


Von der Hütte aus ging es jetzt in Richtung Norden weiter Bergauf. In der Ferne sah man bereits 2 Gipfelkreuze und ein paar Menschen. Der historische Weg zeigte die ersten Spuren aus dem 1. Weltkrieg. Es gab Mauern, Schützengräben, verrosteten Stacheldraht und andere Metallgengenstände. So ging es auf dem Höhenweg immer weiter den Kamm entlang, durch künstliche Stollen hindurch, mit Schusslöchern, bis es nicht mehr weiterging. Selbst die Holzträger für die Stollendecke waren noch intakt, aber schon ziemlich morsch. Wir sahen, dass das hintere Gipfelkreuz unerreichbar war, denn es war ein separater, gewaltiger Pfeiler der über 1000m aus der Tiefe ragte (Der Einserkofel). Nur Profikletterer konnten von unten aus aufsteigen. Wir gingen jetzt zum Gipfel der Oberbacherspitze (2.677) und pausierten dort eine ganze Stunde.

Hinter dem Kreuz an der Kante ging es in den bodenlosen Abgrund. Und ich meine damit einen Abgrund, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe! So tief, dass einem schwindlig wird und man tatsächlich Höhenangst verspürt. Wir warfen einen Stein und zählten die Zeit: 14 Sekunden bis zum Aufprall = ca. 1200m. Vor uns lag das gewaltige Gelände aus dem wir kamen, komplett überschaubar und dahinter der mächtige, wunderschöne Zwölferkofel, nach wie vor ein Gigant.


Der Kranke schaffte es auch zur Hütte und die beiden quartierten sich im Nachbarbett in unserem Zimmer ein. Wir tranken noch ein paar Bier bevor wir schlafen gingen. Die Nacht war wirklich furchtbar. Irgendwie gab es Probleme mit der Thermodynamik in dem Zimmer, denn im unteren Bett wars kühl und oben (wo ich lag), so stickig und heiß, dass ich ohne Schlafsack und Decke schwitzend dalag. Nur wenig Stunden Schlaf später gings zum Frühstück mit nicht gerade bester Laune.
Weiteres Video zur Aufstiegsetappe: