Ich habe mich im Winter auf eine neue Reise begeben: Nach Tansania! Voller Vorfreude und Abenteuerlust bin ich dann mit dem Qatar Airbus über Doha weitergeflogen nach Afrika. Zum ersten Mal in meinem Leben südlich des Äquators, einmal den Nachthimmel von der Südhimmelsphäre sehen... Nach einem Zwischenstop in Dar es Salam geht es weiter nach Arusha im Norden. Aus dem Flieger sehe ich ihn dann zum ersten Mal: Kilimanjaro mit Nachbargipfel Mavenzi. Der Berg ist rießig, nimmt unheimlich viel Raum ein und bewegt sich nur langsam im Hintergrund. Das Flugzeug fliegt nicht hoch genug um den Berg von oben zu betrachten...
Arusha
Die Stadt Arusha erklärt sich gern zum touristischen Mittelpunkt Zentral-Afrikas und ist auf 1.400m Höhe im Hochland, zu Fuße des Viertausender-Vulkans Mt. Meru gelegen. Sie ist nach Daressalam die zweitgrößte Stadt Tansanias und ist ein Hotspot für Backpacker aber vor allem auch (Neben Moshi) Ausgangspunkt der Bergaspiranten. Die Stadt ist groß und man fährt eine ganze Weile durch Vororte die sehr bäuerlich sind, bevor es ins Stadtchaos geht. Eine große Haupstraße zwischen ein paar Retro-Hochhäusern führt mich mitten hinein ins Afrikanische Leben. Über die Nebenstraßen (die nicht mehr asphaltiert sind) gelange ich zum Hotel, dass ruhig ist und mit Swimmingpool und großer Gartenanlage wie eine Schloss inmitten der staubigen Welt aus Holzhütten und Wellendächern wirkt.
Mein erster Eindruck: Ich bin der einzige Weiße hier. Auf den Straßen sehe ich nur Farbige Menschen die Ihren Alltag nachgehen. Entlang der Hauptstraße und auch der Nebengassen sind unzählige Häuschen gebaut, meist nur aus rohem Ziegel oder Holzbrettern und Wellendächern. Ein vernünftiges Gebäude ab und zu dazwischen. Diese Marktstellen werden bedeckt von einem Meer aus Sonnenschirmen und überall hört man Leute laut rufen, irgedwas brennen, jemand schweißt ein Bettgestell zusammen oder Motrräder häulen auf. Zwischen all dem Trubel belagern Mopeds die Straßen auf denen ein Fahrer wartet. Und hoch hinter all dem Chaos ragt eine gewaltige Wand in den Himmel: Der Mount Meru, der seinen Schatten über Arusha wirft.
In die Wolken ragt der Gigant und Hausberg: Mt. Meru
Was machen die Menschen, wie leben sie?
Es ist natürlich ganz schön heiß und die Sonne ist unglaublich stark. Das erklärt die ganzen Sonnenschirme vor den Läden. Aber trotzdem sieht man die Leute oft mit dickem Pulli oder warmen Winterjacken, was mich erst verwundert hat. Aber für sie ist das, was ich als sehr warm empfinde bereits kühl. Richtige Minusgrade kennen sie nicht... Und da die Stadt hochgelegen ist, ist es etwas milder als an den Strandzonen. Kinder pendeln in gelben VW Bussen in neu errichtete Schulen (sie sind die Hoffnung für Tansania, so steht es dort). Frauen arbeiten oft auf den Fäldern oder stehen hinter einem Markttresen. Man sieht sie oft mit großen Körben auf dem Kopf Gemüse durch die Gegend tragen. Ich bewundere wie gut das geht! Und die Mopedfahrer: Sie sind sozusagen auch ein Geschäftszweig. Sie warten auf ihren Mopeds bis jemand sie bittet Taxis zu spielen - sie sind günstige und schnelle Fahrdienste.
Es gibt natürlich auch alle anderen üblichen Berufe, aber die ärmsten Leute, die auf der Straße ihr Geschäft machen und leben, fallen natürlich als erstes auf. Ein großer Reichtum des Landes geht vor allem von seinen Bodenschätzen aus: Garnet, Rubine, Saphiere und das besonders einzigartige Tanzanit ist in den Böden des Landes zu finden. Das Tanzanit ist ein blauer Edelkristall dass es so nur in Tansania gibt. Ein Juwellier zeigt mir seine Steine und demonstriert mir wie rein sie sind, anhand eines Lichtstrahls.
Und natürlich gibt es den Tourismus! Der ist einer der Haupteinahmequellen des Landes. Abgesehen vom super Hotspot Zanzibar (Strand-Urlaubs Insel) wo der Tourismus am größten ist, gibt es vor allem die Nationalparks. Neben den noch leicht originalgebliebenen Massai gibt es nämlich eine unglaubliche Vielzahl an großen Tieren die in Tansania beheimatet sind. Daher locken die Parks für Mehrtägige Safaritouren die hier von unzähligen Organisiationen angeboten werden. Die Straßen sind voll von Safari-Jeeps die irgendwelche Touristen in die Parks bringen. Die Safari-Reisen sind allerdings äußerst kostspielig! Aber DER Klassiker im Land, sogar noch mehr als der Kilimanjaro! Es ist eigentlich ein MUSS einen der Parks besucht zu haben um die Welt der Tiere hautnah zu erleben. Dazu weiter unten mehr....
Und dann gibt es natürlich die beiden Berge: Mt. Meru und Mt. Kilimanjaro. Beides großartige Bergziele die auch beide ein Expeditionsteam erfordern: Guide, Ranger, Koch, Porter, Waiter und Permits erfordern. Somit ist auch dies ein gängiger Beruf (ähnlich wie in Nepal). Selbst der Job als Porter ist äußerst beliebt, da er Aufstiegsmöglichkeiten zum Guide ermöglicht, ein angesehener Beruf!
Kultur und Die Massai
Tanzania ist ziemlich ausgeglichen an Religionszugehörigkeit: Es gibt viele Muslime aber auch viele Christen. Jesus ist hier sowas wie ein Popstar. Da Tansania auch 2x kolonisiert wurde (von den Deutschen und den Briten) gibt es bis heute noch Rückstände, nämlich in den Namen. Ich habe selbst Leute mit Deutschen Namen kennen gelernt und auch meinen Guide: Brighton - ein britischer Name. Die Muslime haben wieder andere Namen - viele sind streng gläubig und die Frauen sind verschleiert, andere weniger. Es ist ein bunter Mix! Aber sie scheinen alle friedlich zu kooexistieren und zu leben. Keine Feindbilder untereinander.
Zudem war die Mentalität der Meschen überraschend offen und freundlich! Auch wenn manche einen anbetteln sind die meisten Leute würdevoll und freundlich. Auf einem Markt sehen dich zwar alle als wandelnden Geldbeutel, aber bist du im Geschäft, bist du auch gleich Bruder oder Freund. Die Leute mit denen ich unterwegs war, waren so offen und herzlich, wie man es sich von keinem Deutschen vorstellen könnte: Wir haben alles geteitl: Das Wasser, das Gepäck, das Essen, den Humor und auch das Klagen. Es sind einfach tolle Leute von denen man viel lernen und mitnehmen kann aber sie auch begeistern kann! Das muss ich ganz klar sagen! Sie lieben ihre Kultur und zeigen sie gern: Ihre Nationalgerichte, ihre Hintergründe und ihre Geschichten.

In Ihrer Sprache (Swahili) befindet sich zugleich ihr Lebensmotto. Mit nur wenigen Worten können sie stets ausdrücken was zu sagen ist: Karibo, Jambo -> Willkommen! Hallo!. Asante -> Danke!
Aber die wichtigesten Ausdrücke: Hakunamatata - wie aus König der Löwen hier eine echte Lebenseinstellung die man stets zu hören bekommt. Oder auch Pole Pole! - Was bedeutet "Mach Langsam und gemächlich". Das kommt zwar aus dem Bergsport am Kili hat sich für mich aber auch als Warnmal in den Alltag gebrannt: Einfach langsamer machen. Auch wenn in Arusha alles schnelllebig wirkt, die Leute lassen sich für alles mehr Zeit als wir es tun. Ansonsten wurde ich als Gast stets respektvoll und hochachtungsvoll behandelt, mehr als gut für mich war :-)

Von den Ureinwohner des Landes hat jeder schonmal gehört: Die Massai. Auf Bildern meiner Mutter von vor 40 Jahren sehen sie heute allerdings nicht mehr aus. Auch wenn sie ihren Traditionen und Lebensstilen vermutlich gleich geblieben sind: den gewaltigen Schmuck und die Gesichtsbemalung habe ich bei keinem gesehen. Vielleicht gibt es das noch vereinzelt. Was geblieben ist: die rot,schwarz gemusterten Umhänge, der Gehstock und stets in Barfuß, dafür aber mit Smartphone und Sonnenbrille. Es ist eine Parodie des 21ten Jahrhunderts! In der Stadt habe ich ein paar von ihnen gesehen aber auf dem Land sind sie wirklich beheimated. In Lehmhütten mit Strohdächern haben sie bis heute kleine Siedlungen irgendwo weit weit draußen in der Pampa. Sie leben von ihrem Vieh und ihrem Gemüseanbau. Überall im Land treiben sie Ihre Kuhweiden durch die trockene Sawanne - das ist schon ein anderes Leben!
Aktivitäten
Vom Hotel aus habe ich einen Tagesausflug mit einem City-Guide von meiner Reiseagentur unternommen. Ein Besuch wert ist das Culture Heritage Center - Eine große Kunstaustellung. Das rießige Gebäude steht inmitten der Stadt. Es ist angeblich die größte Artgallery ganze Afrikas! Auf fünf Stockwerken können Gemälde und Handarbeiten sowie Möbelstücke und Skulpturen betrachtet werden die die Gegenwart und Vergangenheit über 120 Stämme Tansanias vereinen.

Daußen gibt es einen großen Souveneershop und einen Händler für Tanzanit.
Dann sind wir noch tiefer ins Herz der Stadt und haben uns den großen Stadtmarkt angeschaut. Hier kann man wirklich mitten ins Getummel eintauchen. Als großer, weißer Mann ziehe ich sofort alle Aufmerksamkeit auf mich und jeder möchte mir sofort was verkaufen. Ich handel stattdessen Fotos gegen Bares ;). Es sind aber tolle Eindrücke dort - wild gehandelt, laut, rießige Säcke mit Nüssen, Obst, Gewürzen und Metzgern die im Hinterhof das Fleisch hacken. Am besten einfach die Impressionen bestaunen:

Merkmale
Trockenzeit Jan, Feb, Jun, Jul, Aug, Sep, Okt, Nov
Regenzeit: Mar, Apr, Mai, Dez
Der Regen hat mich allerdings auch schwer im Februar getroffen! Und wenn es regnet dann schüttet es den ganzen Tag durchgehend... Eine extreme Erfahrung.
Gefahren im Land: Die größte Bedrohung geht durch die Mücken aus. Man sollte ein Mittel gegen Malaria dabei haben und die Standardimpfungen haben. Mehr über Impfungen hier: https://www.die-reisemedizin.de/reiseziele/regionen/zentralafrika/tansania.html
Kriminalität: Sehr niedrig. WLAN gibt es nur an großen Restaurants oder Hotels und dort nur mit schwacher Leistung. Eine 4G Karte ist die besser Wahl um Internet zu haben. Sprache: Mit English kommt man klar. ATMs und Geschäfte gibt es in den Städten genug, man muss aber Geld hier stapelweise abheben. (1€ = 2738 TZN, 100€ ca. 100.000 TZN = 36€, 500€ = 1.370.000 TZN). Es gilt Linksverkehr. Mit EU Stecker kommt man meistens zurecht. Wasser nur gekauft aus Flaschen oder abgekocht trinken.
Öffentlich zu reisen ist Abenteuer. Für eine Zug- oder Busfahrt durch das Land sollte man den ganzen Tag einplanen.
Reise buchen
Über die Deutscher Reiseagentur geoDiscoveryTours.com habe ich den großteil meiner Reise planen lassen. Die Transfere, das ganze Team, die Dokumente und Permits, die ganze Reiseverpflegung, Ausflüge in Arusha und das Iboru Safari Lodge Hotel wurde alles komplett für mich organisiert. Die Besteigung von Kili, Mt. Meru und ein Tag Safari habe ich ohne Probleme über meine gewünschte Route and Spezifikation planen können.

Mein Gesamtes Reisebudget belief sich für die 3 Wochen auf gute 5.000€ - wobei da mein Flug, mein Bier und Verpflegung, Versicherung und 5 Tage Sansibar auf eigene Faust miteingerechnet sind!
Mount Meru
Der Mt. Meru mit seinen 4.566m ist ein gewaltiger Berg / Vulkan der seinen Schatten auf ganz Arusha wirft und zudem der siebt höchste Berg Afrikas. Mit großer Caldera umringt er seinen Krater und erhebt sich 3.000meter über einen. Er ist nicht so bekannt wie der Kili dafür aber sowohl schöner, weniger begangen und auch anspruchsvoller, günstiger und weniger Zeitintensiv. Auch spielt die Höhe nicht so rein wie am 1.500m höheren Kilimanjaro. Zudem hat man von dort eine großartige Sicht auf den 70km entfernten Kili.

Video und Tourenbericht dazu hier: /touren/mount-meru
Kilimanjaro
Auf den höchsten Berg Afrikas geht es über die Maranguroute in 6 Tagen. Der rießige, verschneite Krater trohnt über den Wolken und sein Anblick ist Weltbekannt und nimmt eine rießige Fläche ein. Ich habe ihn mit der Gruppe Träger und Guide allein bestiegen.

Video und Tourenbericht dazu hier: /touren/kilimandscharo
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