So unser erstes Trekkingabenteuer in wunderschöner Natur ist nun vorbei. Wir sind den Höga Kusten Leden aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme die wir beide hatten, nur 75 km gelaufen. Haben dann aber nochmal eine Tageswanderung gemacht als es uns besser ging uns somit somit bei fast 100 km gelandet.
Anreise:
Die Anreise war sehr anstrengend. Um 2:30 Uhr ging es aus dem Bett, da unser Flieger um 6:00 Uhr in München startete. Die Flugzeit betrug genau 2 Stunden und war somit recht angenehm. Am Flughafen angekommen, fuhren wir mit dem Aralanda-Express erstmal Richtung Innenstadt um uns Gaskartuschen für die Essenszubereitung zu besorgen. War aber alles kein Problem und hat vielleicht 30 Minuten gedauert. Wir haben uns 2 große Kartuschen gekauft. im Nachhinein (man lernt ja draus ;) ) hätte uns zusammen vermutlich auch eine für die komplette Wanderung gereicht. Aber sicher ist sicher.
Danach hatten wir noch 3 Stunden bis unser Bus nach Örnsköldsvik in den Norden ging. Also haben wir was kleines gegessen und auch die für Schweden berühmten Zimtschnecken probiert. Ich bin definitv Fan davon! Sehr zu empfehlen!
Am frühen Nachmittag ging der Bus dann endlich Richtung Norden. Die Fahrt dauerte 7 Stunden. Ich weiß nicht wie es in anderen Ländern ist, aber in Schweden bitte immer 4-5 Tage vorher den Bus reservieren. Auf dem Rückweg hatten wir aufgrund dessen ein Problem. Hierzu aber später mehr.
Nach 7 Stunden Fahrt sind wir dann um 22:30 Uhr an unserem Startpunkt angekommen. Um uns noch einmal richtig erholen zu können, haben wir uns eine günstige Ferienwohnung gemietet. Dann ging es eigentlich auch nur noch ins Bett.
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Die Wanderung
\nIch gehe hier nicht auf jeden Tag einzeln genau ein. Schreibe aber ein bisschen was dazu.
Am ersten Tag starteten wir von der Ferienwohnung aus. Diese war ca. 3 km vom Startpunkt entfernt. Als erstes ging es dann in ein Naturreservat an einem See entlang und immer tiefer in einen wunderschönen Wald. Über Stock und vorallem Stein (es gibt in Schweden kaum einen unbetonierten Weg wo nicht zahhllos viele große Steine rumliegen, die das Laufen auf Dauer doch etwas nervig machen können) ging es so den ganzen Tag. Ca. eine Stunde nach dem Start trafen wir im Wald gleich eine ältere Dame, die uns ansprach, Sie konnte allerdings kein Englisch und so erklärten wir ihr mit Händen und Füßen was wir hier tun. Trotz dem dass wir sie nicht verstanden, war sie sehr freundlich und aufgeschlossen. Nach 5 Minuten ging es weiter. Als wir aus dem Wald raus auf eine Lichtung kamen, hatten wir direkt die ersten Wegfindungsprobleme. Das war aber dank der Hilfe von 2 Schweden relativ schnell geklärt. Und so fanden wir dann dank dem kleinem Umweg auch noch einen super schönen Platz zum Mittagessen.
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Den restlichen Tag ging es weiter über Stock und Stein, durch Wald und Wiesen, bis wir eine kleine Hütte am See fanden. Wir entschieden uns hier zu übernachten. In der Hütte gab es 2 Holzbänke, hier breiteten wir unsere Isomatten und Schlafsäcke aus und genossen den Abend am See. Es war am Anfang sehr umgewohnt, dass es Nachts nicht dunkel wurde. Allerdings gewöhnt man sich da relativ schnell dran.
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So wie Tag 1, waren auch die restlichen, nur das wir hier deutlich weiter gelaufen sind und deutlich mehr Höhenmeter hatten. An den Tagen als Taddu die Höhenmeter getrackt hatte, waren wir täglich bei um die 700. Und so ungefähr schätzten wir das auch ein. Wir dachten uns also, das es ja bald nicht mehr so viele HM sein könnten, da der Weg lt. Beschreibung ja insgesamt nur 3000 davon hat. Aber es ging weiter und weiter. Aber immer durch wunderschöne grüne Wälder, am Meer entlang (Höhenweg) oder über tolle grüne Wiesen. Also auch tolle Höhenmeter. Abgesehen vom letzten Tag (komme ich noch dazu), hatte ich mit den Höhenmetern überraschender Weise kaum Probleme (hatte Stöcke dabei, die unterstützen sehr, aber die Monate davor auch extrem viel Sport getrieben).Somit waren wir täglich bei ca. 15 - 20 km und 700 HM. Die Trittsicherheit, die bei allen Wanderungen mein größtes Problem ist wurde auch immer besser und bald machte ich mir garnicht mehr so viele Gedanken darüber, wo ich nun einen Fuß hinsetzte.
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Der Weg führte am 3. + 4. Tag durch den Skuleskogen Nationalpark. Den kann ich nur jedem empfehlen. Hier ist es zwar deutlich voller als auf der restlichen Strecke und wir hatten Glück eine leere Hütte (mit Matrazen!!!) zu erwischen, aber es war auch mal wieder schöne in paar Menschen zu sehen. Die Hütte war im Gegensatz zu den anderen riesig und direkt am Meer. Also wieder wunderschön gelegen. Im Umkehrschluss hieß das am nächsten morgen aber leider auch anstehen bei der Wasserquelle, da hier alle ihr Wasser auffüllen wollten.
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2 x auf unserem Weg kamen wir in Orten mit Supermärkten vorbei, hier deckten wir uns immer mit Wasser (dann spart man sich zumindest einmal das suchen) und Süßigkeiten ein.
\nSo gingen die Tage auf diesem wunderschönen Weg vorbei. An tag 6 auf halber Etappe, als wir gerade zu Mittag gegessen haben, stellten wir dann beide fest das wir ziemlich ko sind. Taddu hatte ziemliche Rückenschmerzen (er trug unser Zelt, dass allein 3 kg wiegt und auch sein Rucksack war weshalb auch immer deutlich schwerer als meiner) und ich hatte ein paar Blasen (nicht offen, also wäre weiterlaufen noch gegangen), eine taube Großzehe die immernoch komplett taub ist uns was uns am meisten Sorgen machte eine Entzüngung im Bauchnabel der Feuerrot war und auch ziemlich schmerzte. Hatte ich auch noch nie. Ich wunderte mich schon den ganzen Tag, weshalb heute alles so extrem anstrengend ist und mir alle Kraft kostet. Das lag wohl an der Entzündung im Körper, die lt. späteren Recherchen wohl im Bauchnabel auch ziemlich schnell zu einer Sepsis (Blutvergiftung) übergehen kann. So fragten wir im Dorf in der Nähe dann erstmal wo sich der nächste Arzt befindet. Die Antwort : 40 km entfernt, na toll. Die nächsten 3 Tage würden komplett durch die Pampa gehen, ohne Dörfer und Einheimische, die uns im Notfall helfen konnten. Wir entschieden uns hier dann also schweren Herzens abzubrechen. So sind wir dann zum Campingplatz zurück, wo wir die Nacht davor schon verbracht hatten und quatierten uns hier erstmal ein. Eine Dusche war noch nie so schön wie heute. Nachmittags fand hier ein Trailrun mit weltweiter Beteilgung statt und somit sagen die Duschen leider alles andere als schön aus, aber das war egal. Ebenso, dass das Wasser nur noch kalt war.
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Der Weg zurück in die Zivilisation
Leichter gesagt als getan. In Schweden müssen alle Busse und Züge vor Fahrtantritt reserviert und bezahlt werden. Also auf die Internetseite des gleichen Busunternehmens (und auch des einzigen, das in der Gegend überhaupt fährtt) und wollten einen Bus zurück nach Örnsköldsvik (unser Startpunkt) buchen. Allerdings funklionierten alle 3 unserer Kreditkarten nicht und so konnten wir nichts an Plätzen reservieren. Ich habe dann bei dem Unternehmen angerufen (in Schweden sprechen über 95% aller Personen fließend Englisch) und wollte telefonisch buchen. Die Dame am Telefon, meinte aber sie benötigt zur Reservierung der Plätze eine gültige Kreditkarte und wir versuchten es nochmal...und es ging natürlich wieder nicht. Sie meinte sie kann dann auch nichts machen und fertig war das Telefonat. Wir standen da, Taddu mit heftigen Rückenschmerzen, ich mit Entzüngungen und überlegten was wir nun machen. Mietwagen? Ging nicht, es war Wochenende und wir müssten bis nach Stockholm und konnten diesen dort nicht zurück geben. Zug? Geht nicht, muss auch vorher reserviert werden und fährt nur von Örnsköldsvik aus, wohin wir den Bus ja nicht buchen konnten.
Trempen? Konnten wir laut Erfahrungen anderer Backpacker aus Schweden komplett vergessen.
Wir schliefen also einfach nochmal eine Nacht dtüber.
Am nächsten Tag entschieden wir uns, es nochmal zu versuchen einen Zug von Örnsköldsvik nach Stockholm zu buchen. Und es ging! Das wäre also schonmal geschafft. Wir buchten eine Fahrt für übermorgen. Nun mussten wir nur noch nach Örnsköldsvik kommen. Wir schauten auf die Website des Busunternehmens. Für die nächsten 4 Tage war der Bus komplett ausgebucht. Wir entschieden uns dann einfach, spontan zur Bushaltestelle zu gehen und den Busfahrer zu fragen, ob er uns mitnimmt. Und das tat er dann auch. Und nicht nur uns, sondern auch nur 4 andere Personen aus Belgien und Schweden, die vorher nicht gebucht hatten. Somit waren wir am Abend dann endlich in Örnsköldsvik, bevor am nächsten Tag unser Zug nach Stockholm ging.
In Stockholm organisierten wir uns dann für 4 Tage einen Mietwagen. Hier unternahmen wir dann Tagesausflüge u. a. auch zum fünftgrößten Silberbergwerk der Welt und zu einem Elchpark. Den kann ich nur empfehlen. Mit 140 Kronen (knapp 15 EUR) zwar nicht ganz günstig, aber es hat sich für mich definitv gelohnt. Es war kein Park wie man ihn sich vorstellt. Die Elche heben einen mehrere Hektar großen Wald und leben hier wie in freier Wildbahn. Und die Tiere sind riesig! Und ich meine riesig! Mindestens 1, 5 mal so groß wie ein normal ausgewachsener Mann. Und sie haben riesige Geweihe!
Mit dem Besitzer des Parks, fuhren wir auf Traktoranhängern in das Gelände. Hier durften wir die Tiere auch berühren und aus ganzer Nähe sehen. Wirklich beeindruckend wenn man nur normale Hirsche kennt. Der Besitzer nahm sich auch wirklich viel Zeit alle Fragen zu beantworten und man merkte, dass er seine Tiere über alles liebte.
Er erzählte auch, dass er von der Kommune einen Anruf bekam, ob er bei sich ein Elchbaby aufnehmen würde. Er stimmte zu und da das junge keine Mutter mehr hatte, wuchs es bei Ihm im Haus mit auf. Auch an Weihnachten durfte der mittlerweile schon ausgewachsene Elch die Zeit im Haus der Familie verbringen.
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Da Taddu während unserer Wanderung Geburtstag hatte, organisierte ich ein Treffen zum Abendessen mit seiner Schwester in Stockholm. Diese machte auch gerade Urlaub mit Ihrem Freund in Schweden. Noch etwas Sightseeing und schon war der Urlaub eigentlich relativ schnell vorbei. Wobei für die Gegend in und um Stockholm 2.3 Tage vollig ausreichen. Im Süden gibt es nicht ganz so viel zu erleben.
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Fazit
\nSchweden ist ein wirklich wunderschönes Land, mit wunderbar netten Einheimischen, die in jeder Situation helfen und immer freundlich waren. Ich kann es sehr empfehlen. ABER: eher im Norden. im Süden gibt es wie oben beschrieben nicht so viel zu erleben und auch nicht so eine schöne Natur. Gegen Mücken sollte man auf jedenfall etwas dabei haben :D
Trekking