Gruppe Benni hat eindeutig den besseren Weg gewählt. Sie gehen über die Suldenspitze (ca. 20 Minuten Gegenanstieg von der Casatihütte) und steigen von dort über den sehr spaltenreichen Suldenferner ab. Das geht wohl ziemlich gemütlich. An der einzig aperen Stelle machen Bergschulen gerade Bergungs-übungen. Gruppe Kaj jedoch denkt sich: „Wir sind schneller über den Eisseepass“ und als wir über den Absteigen wird’s heikler.

Schnell wird der Wanderweg runter sehr bröslig, lose und instabil. Aus Faulheit lassen wir die Steigeisen an, was letztlich auf dieser Sandrutsche gut ist. Nur mit Stöcken kommen wir da runter. Es sind zum Glück nur wenige Höhenmeter über den Steig auf den Gletscher und als ich schneller als die Anderen dort unten bin und warte kommt erstmal vom Pass oben ein Stein runtergekullert.

Der Abstieg vom Eisseepass zum Suldenferner
Dann noch einer, dann gleich 3, 4 Stück. Ich eile etwas übers Eis, damit ich mich entferne und rufe Ralf & Co. Zu sie sollen schneller machen, da hier erhöhte Steinschlaggefahr ist. Aber wie gefährlich das war, erfahren wir dann: Gerade als wir wieder zusammen waren und das Seil angelegt haben, geht hinter uns der gesamte Hang ab. Tonnenweise, meterdicke Steile fliegen durch die Luft und eine Geröll-Lawine bedeckt den Weg auf dem wir vor 5 Minuten standen.
Es sah wie eine Sprengung aus… einfach nur krass! Wir haben unglaubliches Glück gehabt!! Wären wir noch dort (unterhalb des Steigs) gestanden, wäre es das definitiv gewesen. Also mein Tipp: Diesen Weg meiden, durch das schmelzen des Permafrosts im Berg, nimmt der Klimawandel den Bergen mehr und mehr den Halt und alles wird instabiler. Wir haben das nun Hautnah erleben dürfen. Und es kracht und knackt überall um uns rum, als wir in Sicherheit auf dem Suldenferner gehen.

Nach dem Schock steigen wir runter und treffen den Rest der Gruppe wieder an der Schaubachhütte. Nach einem Drink geht es dann weiter über den Forstweg ins Tal. Am Bärenbad, kurz vorm Parkplatz gibt es dann noch Gelegenheit ein Fußbad zu nehmen. Tut richtig gut!
Fazit
Eine einfache und landschaftlich gewaltige Hochtour, die bei perfekten Bedinungen technisch überhaupt keine Probleme darstellt. Komplette Gletscherausrüstung ist aber erforderlich, zudem sehe keinen Grund warum das ohne Seilschaft nicht waghalsig sein soll. Die Hütte ist fein, aber Bier sollte man sich lieber selbst mitnehmen (zu teuer). Trotz dessen, dass die HAT einfach ist, birgt das Gelände doch einige alpine Gefahren und ist nicht zu unterschätzen.