Der Hochschwab ist eine der großen Steiermark-Klassiker und gleichzeitig der höchste Gipfel der Hochschwabgruppe. Das ganze Gebiet ist landschaftlich wundschön und eindrucksvoll und gerade die große Hochschwabrunde übers g’hackte ist eine Paradetour – aber so oder so immer mit einer längeren Tour verbunden! Vom kostenpflichtigen Parkplatz am Bodenbauer starte ich meine Tour. Noch hängt eine dicke Wolke über den Bäumen, weshalb man von der einzigartigen Bergkulisse bisher nichts erkennen kann.

Ich folge etwas der schönen Froststraße und zweige bei der Y-Gabelung am Ende des Weges nach rechts ab. Jetzt geht’s rein in das Trawiesental, durch dieses ich nun aufsteigen würde. Entlang des Baches führt die Forststraße in den herbstlichen Wald hinein. Dann halte ich mich links und überquere den Bach auf die andere Seite und folge nun einem Wanderweg tiefer in den Wald hinein.

Über eine Wiese geht’s dann erstmals direkt auf die hohe Steilwand (Hundswand) der Bergkette zu. Entlang dieser gewaltigen Wände schlängelt sich der weitere Aufstieg über verwurzelte Wege im Wald tiefer in das Tal hinein. Nach einigen Höhenmetern durchquert der Weg die Trawiesenalm mit schöner Graswiese. Dahinter folgt aber noch etwas weiterer Waldanstieg bis zu einer weiteren Lichtung hinter dieser man dann endgültig den Wald hinter sich lässt.

Hundswand

Trawiesenalm
Zunächst durch einige Latschenkiefern hindurch, geht es bald über ein Schotterfeld in einen Latschenbewachsenen Tal-Kessel hinein. Hierbei durchbreche ich langsam aber auch die dicke Wolkendecke endgültig und überblicke erstmals die mich umringenden Bergwände. Der Weg schlängelt sich nun die Kesselwand links von mir hinauf, dabei über felsige Wege zwischen viel Gras. Dann eine Kehre nach rechts und weiter steil bergauf bis zu einer ersten Anhöhe wo ich Pause mache und das großartige Talbecken überblicken kann.

Talkessel und Waldende

Blick zurück zum Trawiesental
Das Wolkenmeer hat sich mittlerweile bis zum Bodenbauer zurückgezogen. Jetzt noch einen weiteren Grashang etwas hinauf und ich stehe am Melkboden, wo ein Abzweig mit Wegweiser nach links den Hochschwab noch mit 1,5 Stunden ausschildert. Jetzt noch wenige Höhenmeter über die bekannten Grashänge weiter hinauf geht der Weg nun direkt auf eine schmale Schlucht in der großen Felswand zu, die sich bisher wie eine Festungsmauer über mir entlang zog. Am Eingang der Schlucht beginnt dann das g’hackte: Ein kurzer A-Klettersteig, der durch die Schlucht hinaufführt.

Eingang in das g'hackte
Auch wenn der KS sehr leicht ist, sollte ein Helm mitgeführt werden, da erhöhte Steinschlaggefahr herrscht. Beginnend mit einer Eisentreppe entlang eines Drahtseils geht’s schon sehr eindrucksvoll hinauf. Nach der langen Treppe geht’s dann alpiner auf einem Felsband nahe den Wänden weiter hinauf. Anschließend führt der Steig nach rechts eine Steilstufe am Drahtseil empor und dann nach links entlang des Schulteranstiegs weiter in Richtung Wand-ende.

erst Treppen...

dann nur noch an der Kette

dann am Schulteranstieg weiter

Mitten in den Wänden vom Hochschwab
Entlang des schrofigen Gehgeländes mit wenig Kraxl-Einlagen aber konstanter Sicherungskette geht’s dann bald auf den Ausstieg des Klettersteigs zu. Jetzt, oben auf dem hohen und riesigen Hochschwab Plateau, folge ich dem Wanderweg über Schotterfelder vorbei an einem Stahlkreuz geht’s nochmal in eine Senke hinunter und dahinter wieder bergauf auf den Höhenweg zu. Dort erwartet mich bereits der kleine „Bunker“ – das Fleischer-Biwak. In der Biwakschachtel lege ich für ein paar Minuten die Beine hoch und genieße die Wärme bevor es wieder weitergeht.

Fleischer-Biwakschachtel - optisch eher Atombunker!
Jetzt nach rechts geht’s nur noch wenige 100-meter weiter zum Hochschwab-Gipfel. Hierbei ist aber nochmal ein guter Anstieg am Hang von 150hm und ca 15 Minuten Gehzeit zu bewältigen. Aber dann bin ich da und genieße diese überragende Aussicht vom höchsten Gipfelpunkt des ganzen Gebirges!

Gipfel!
Jetzt geht’s wieder zurück zum Biwak und ab dort folge ich dem langen Höhenweg (nur mehr T2 – Wandergelände) bis zur Häuslalm (ca. 3,5 Stunden). Dieser Weg ist wunderschön und bietet unglaubliche Rundumblicke des ganzen Hochplateaus, ist aber doch ziemlich lang, da er sich ja entlang der gesamten Hochschwab-Zentralkette zieht. Zunächst am G’hacktkogel vorbei mit wenigem Bergauf geht’s dann ziemlich flach und einfach weiter – immer geradeaus in die weite Landschaft hinein. Von den riesigen Steilwänden heute Morgen merkt man hier oben gar nichts mehr.

Rechts von meinem Weg breiten sich immer weitere Hügelketten, die bereits teilweise kleine Schneefelder tragen, aus. Das Gelände hier ist wie eine riesige Gras-Alm und der Weg auf Kies. Jetzt lasse ich den Zagelkogel links hinter mir und folge einem Gegenanstieg (dem Rauchtalsattel) etwas bergauf, hinter dem sich dann noch mehr Hügel und Berge auftun. Über den großen Speikboden schlängelt sich mein weg etwas südlich um Hügel herum und weiter bergab auf die Hundsböden, wo sich eine große breite Graswiese ausbreitet.

Auf dem up and down dieser Route entdecke ich auch eine große Gruppe Steinböcke, die ich aus nächster Nähe beobachten kann. Ich genieße eine Pause mit den Tieren und wandere dann wieder weiter. Nach der großen Grasfläche beginnt dann der lange Abstieg, zunächst hinunter in die von Latschenkiefern überwucherte Hirschgrube hinunter. Hierbei gäbe es optional noch den vom Abstiegsweg südlich gelegenen Zinken-Gipfel, den ich aber heute auslasse.


Abstieg in die Hirschgrube
Jetzt wird der Wanderweg etwas schwieriger mit vereinzelten Felsstufen und vielen Wurzeln und geht immer steiler in das Meer aus Latschenkiefern hinein. Auch diese Abstiegsroute ist nicht kurz und scheint schier endlos immer weiter zu gehen. Nach jeder Kehre tun sich noch weitere Landschaften auf und der Pfad zieht sich zur nächsten Kurve weiter. Sowohl der Blick nach vor als auch zurück liefert beeindruckende Bergbilder.

Dann bald schon erreiche ich die Häuslalm, die man tatsächlich erst dann sieht, wenn man direkt vor ihr steht. Da sie leider im Herbst schon geschlossen ist, fülle ich nur am Brunnen mein Wasser auf und folge dann den weiteren Abstieg hinunter ins Tal. Der Bodenbauer ist von der Hütte auch klar ausgeschildert. Zunächst über eine schöne Wiese geht’s dann schon bald wieder hinein in den Nadelwald. Dem Abstieg folge ich über endlose Serpentinen immer steiler hinunter. Dabei eröffnet sich links von mir auch immer mehr wieder der Blick auf die von mir zurückgelassenen hohen Steilwände des Hochschwabs. Übrigens sind diese Wände auch sehr begehrt vom Grazer Klettervolk!

Die Häuslealm

Im Abstieg wieder die hohen Wände
Nach einigen Höhenmetern in den Knien erreiche ich den Talboden und folge wieder einer breiten Forststraße die genau zurück zur anfänglichen Y-Kreuzung führt. Jetzt muss ich mich aber nochmal umdrehen: Dieser Blick vom Tal (ohne die Wolkendecke) ist schon wirklich gewaltig! Allein dafür lohnt sich die Fahrt zum Hochschwab schon. Und zu wissen, dass ich gerade über diese ganze Bergkette drüber marschiert bin, ist schon ein tolles Gefühl!

Zum Schluss kehre ich beim tollen Bodenbauer Wirt ein auf ein Essen und ein Bier, genieße die ausgelassene Hüttenstimmung und freue mich auf eine Dusche, bevor ich wieder zurück nach Hause fahre. Ich würde aber bald wiederkommen für noch weitere Touren im Hochschwab:
- Zum Buchbergkogel & Sackwiesensee
- Klettersteig auf den Feistringstein
- Klettertour auf den Festbeilstein
- 2024 erneut diese Runde (siehe Video oben)
Bergsteigen
Kaj