Die Tour im Überblick
Wir gehen sieben Tage rund um die Texelgruppe in Südtirol, von Dorf zu Hof und von Hütte zu Hütte. Dabei durchqueren wir das Tal der 1000 Stufen, passieren viele Almen und Bauernhöfe, überqueren das Eisjöchl (knapp 2900 m, höchster Punkt) und steigen auf die Hohe Wilde. Wir sind acht Leute: Olli, Heike, Alex, Christian, Stefan, Matze, Marco und der Kameramann. Die Autos stehen an der Talstation der Hochmuthbahn in Meran. Heike steigt am Tag 3 mit Knieproblemen aus.
Tag 0: Hochmuth-Talstation – Gasthof Talbauer
Wir steigen die Straße hinauf Richtung Muthöfe und durch steilen Wald, vorbei an einem Aussichtspunkt, bis zum Gasthof Talbauer. Dort gibt es Abendessen und Bettenlager.
Tag 1: Gasthof Talbauer – Nassereithütte
Wir gehen zur Bergstation der Hochmuthbahn, mit Ziegen und einer Schaukel, dann zu einer Aussichtsplattform. Der Felsenweg ist ein in die Felsen gebauter, leichter Pfad mit kleinem Höhenunterschied. Wegen Absturz- und Steinschlaggefahr sollte man ihn bei Schnee, Eis und großer Hitze meiden. Dann folgen die Leiteralm (Buchweizentorte), eine Hängebrücke und das Hochganghaus, dann die Goldene Alm, die Hohe Wiege mit Gipfelkreuz, Treppenstufen, die Tablander Alm und der Abstieg zur Nassereithütte. Dort checken wir ein und essen zu Abend.
Tag 2: Nassereithütte – Tal der 1000 Stufen – Oberwunatschhof (Katharinaberg)
Etwa 20 km und rund 800 Hm im Auf und Ab (im Transkript „800 km“, das ist ein Fehler). Wir gehen über das Gasthaus Giggelberg, im Regen, zur Jausenstation Hochforch. Dort beginnt das Tal der 1000 Stufen, tatsächlich nur 989 Stufen. Es geht an einem Wasserfall über eine Eisentreppe, dann über eine Hängebrücke und steil die Stufen hinauf. Danach folgen Pirchhof (Buchweizenschmarrn), Gruberhof und Galmeinhof mit Hängebrücke, dann Innerforch. Im Schnalstal gehen wir auf Weg 24 vorbei am Gasthof Lind, am Unterstellhof, dem Hofschank Walde (Brettljause) und der Jausenstation Kopfron. Über Wandhof und Perfler-Bach-Schlucht kommen wir nach Katharinaberg zum Oberwunatschhof. Dort gibt es ein sehr gutes Abendessen.
Tag 3: Katharinaberg – Pfossental – Rableidalm
Wegen eines Murenabgangs ist der direkte Abstieg ins Pfossental gesperrt. Wir gehen durch den Wald zur Straße und folgen ihr ein paar Kilometer, alternativ kann man ein Taxi nehmen. Dann geht es zum Gasthof Jägerrast, wo Heike wegen Knieproblemen umkehrt. Weiter folgen wir dem Pfossenbach auf einem Forstweg, vorbei an der Mitterkaser Alm, zur Rableidalm, mit Blick auf die Hohe Weiße. Die Hütte ist urig, mit Kaiserschmarrn und Durak am Abend.
Tag 4: Rableidalm – Eisjöchl – Stettiner Hütte
Von der Alm gehen wir durch Lärchenwald zum Eishof, der 1897 noch ganzjährig bewohnt war und als höchstgelegene Dauersiedlung galt, heute nur im Sommer bewirtschaftet. Der Weg führt in Serpentinen an einem Wasserfall vorbei, über Felsplatten und Kehren zum Eisjöchl. Mit knapp 2900 m ist es der höchste Punkt des Höhenwegs. Kurz darunter liegt die Stettiner Hütte, wo wir einchecken. Danach steigen wir noch einmal zum Eisjöchl und etwa 100 Hm auf den Grat Richtung Schnalzberg (Name im Transkript unsicher). Weil die Wegfindung schwierig ist, bleiben wir beim Nebengipfel mit toller Aussicht.
Tag 5: Stettiner Hütte – Hohe Wilde – Felders
Nach dem Sonnenaufgang steigen wir mit leichtem Gepäck zur Hohen Wilden, dem südlichen Eckpunkt der Ötztaler Alpen und einem grandiosen Aussichtsgipfel. Der Südgipfel ist von der Stettiner Hütte gletscherfrei zu erreichen, der Weg ist steil, teils bröselig, ausgesetzt und alpin, mit Kletterstellen im ersten Grad, Stahlseilen und einem Trittbügel. Der Grützmacherweg (Name im Transkript unsicher) ist wegen Steinschlag gesperrt, der neue Steig führt am südlichen Rand der Ostflanke hinauf. Oben sehen wir den Gurgler Ferner und das Langtaler-Ferner, im Westen das Pfossental. Danach folgen 1200 Hm Abstieg ins Passeiertal. Wir kommen an der Abzweigung zur Zwickauer Hütte vorbei und folgen Weg 24 über die Lazinseralm, wo Murmeltiere sitzen, nach Felders. Wir übernachten in der Selbstversorgerhütte (Bergheim Felders), essen aber im Restaurant.
Tag 6: Außerhütt – Ulfas – Kristelhof – Marktfeld
Eine kurze Busfahrt bis Außerhütt, dann über Weg 24 nach Ulfas, mit Pause im Hofschank Michela. Wir gehen durch den Wald, über Brücken und an Almwiesen vorbei zum Kristelhof, wo es kühle Getränke gibt. Dahinter gehen wir in der Sonne durch das Passeiertal, vorbei am Krusterhof, mit einer Erfrischung an einer Bewässerungsanlage. Wir steigen ins Kalmtal bis unter 800 m ab und dann etwa 300 Hm steil über Treppenstufen zum Berggasthof Marktfeld. Der Tag wird als lang und heiß beschrieben, mit rund 17,8 km.
Tag 7: Marktfeld – Gasthof Talbauer
Wir gehen am Hang entlang, über einen künstlichen Teich, eine Straße, den teils kettengesicherten Salthauser Tal. Der Gasthof Brunner ist geschlossen, nur eine kleine Raststation hat geöffnet. Wir sehen Meran, den Ifinger und den Hirzer. Dann folgt der Unterterhof mit Esel, Shetlandpony und Laufenten, durch Wald ins Spronser Tal (mit Abstecher zur Spronser Seenplatte möglich) und zum Longfallhof, der offen ist. Der letzte Anstieg führt über viele Stufen, etwa 200 Hm, und dann nach Talbauer, wo wir zu Abend essen.
Unser Fazit
- Schönste Etappen: Hochmuth bis Katharinaberg, mit Blick auf Meran und schmalen Pfaden.
- Schlechteste und längste: Felders – Marktfeld (zog sich, Hitze, Treppen). Marco war zudem körperlich angeschlagen und wurde von Alex unterstützt.
- Beste Hütten: Oberwunatschhof, Rableidalm und Nassereithütte (urig, familiär, gutes Essen). Der Talbauer ist ebenfalls zu empfehlen.
- Schlechteste Hütte: Stettiner Hütte, die höchste und modernste, mit Massenabfertigung, hohen Preisen (Zucchinisuppe mit Wurst 10,50 €) und nüchternem Betonbau.
- Hohe Wilde: Eine Person kam bis etwa 3300 m und kehrte um. Es braucht Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
- Tipps: pro Tag etwa 100 € Bargeld mitnehmen (oft keine Kartenzahlung), Hüttenschlafsack und Ohropax einpacken, Etappen nicht zu lang planen, damit Zeit für Einkehr bleibt.
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