Über das Frohnleitner Band auf die Rote Wand

Aufstieg: 700 hm
Strecke: 6 km
Klettersteig: C/D

Das Frohnleitner Band (D-Klettersteig) ist ein von einheimischen Unbekannten selbst errichteter (also nicht von AV offiziell gepflegter) Klettersteig, der durch die Gipfelwand der Roten Wand im Grazer Bergland führt. Daher der Gefahrenhinweis: Die Absicherung ist nicht so massiv wie man es bei modernen Klettersteigen sonst gewohnt ist. Trotzdem ein Unikat von Steig, meist allein und wirklich schön! Die Tour ist insgesamt auf interessanten und einsamen Wegen. Der Einstieg zum Steig ist kaum bis gar nicht beschildert oder markiert!

Im Grazer Bergland fahre ich bis nach Frohnleiten, von wo es aus mit dem Auto eine Forststraße steil den Berg hinaufgeht bis zum kostenpflichtigen Parkplatz der Roten Wand (Schranke). Von dort beginne ich meine Tour. Während der Normal-Wanderer einen gemütlichen Weg entlang der Forststraße geht, müssen die Klettersteig-Aspiranten sich in den Südhängen der Wand herumirren. Und ja, man hat hier viel Potential sich ständig zu verlaufen!

Schon der Start der Tour: Anstelle der breiten Forststraße zu folgen, führt ein winzig-schmaler Weg direkt nach norden ins Gebüsch. Hier schlängelt sich der dünne Steig direkt den Süd-Hang empor, wobei man hier die Einsamkeit und Abgeschiedenheit deutlich spürt, aber auch die Natur sehr genießen kann. Eine Rasselschlange kreuz dabei meinen Weg :O

Weiter oben kreuzt man eine Forststraße: Aber wieder geradeaus durch den schmalen Waldstieg weiter. Nach weitern Höhenmetern durch den Wald folgt irgendwann wieder eine Kreuzung: Hier scharf nach rechts abbiegen und etwas nach Osten wandern. Dann folgt der Steig über eine Kehre wieder nach Norden. Jetzt steigt man über einen Stachelzaun über ein kleines Holz-Leiterl und betritt das obere Almland und verlässt somit den Wald.

Nun folgt man dem Wanderweg einfach steil die Grashänge empor, direkt auf die schon deutlich sichtbare Südwand der Roten Wand entgegen. Dann ganz oben, als der Weg wirklich direkt unterhalb der Wand, entlang abgesägter Baumstämme weiterführt, und dann etwas nach links dem Wandboden folgt, muss man aufpassen: Hier ist kaum sichtbar der Einstieg in den Klettersteig. Man muss nach links über die losen Steine in eine kleine Höhle zusteigen und kann bereits die senkrechten Drahtseile erkennen.

Hier nochmal Pause machen und das Klettersteigset und Helm anziehen, ab jetzt beginnt der Spaß. Der Klettersteig ist nicht sonderlich lang, aber dafür sehr Arm-lastig. Es gibt 2 klare D-Stellen die man auch bemerkt. Da der Steig von unbekannten gebaut und später nochmal saniert wurde, sollte man immer die Verankerungen etwas im Auge behalten und die Stabilität der Drahtseile im Blick haben.

Direkt von der Höhle hat man gleich einen leicht überhängenden Senkrechten C-Einstieg die erste Mauer hinauf. Dann folgt eine eher leichtere Abfolge von Trittbügeln durch noch lehmiges, erdiges Gelände. Nach kurzer Zeit folgt eine erste C/D Stelle, die das Können auf die Probe stellt – finde es aber halb so wild.

Dann folgt ein Abschnitt der Felsrampe empor meist nur B über leichte Leitern-Tritte bis zu einem Bankerl in einer Felsnische mit toller Aussicht. Hälfte schon geschafft!  Weiter geht’s noch leicht bis zur Wand unterhalb der großen Höhle. Hier kommt die eigentliche Schlüsselstelle (D) – Man muss im deutlichen Überhang weit oben greifen und sich ordentlich mit den Beinen nach oben drücken, danach eine Querung um eine Ecke die auch einen in starken Überhang zwingt um den hintern Griff zu erreichen.

Hier sollte man möglichst nicht stürzen, da man sonst eher unschön in sein Set fallen würde. Nach dieser Stelle ist das Schlimmste geschafft und zur Belohnung folgt eine echt coole Höhlenetappe (nur A/B). Das dicke Stahlseil verschwindet und es folgt ab jetzt nur so ein schwarzes gummiüberzogenes Drahtseil mit Bremsnoppen. Im Zickzack führt der Steig durch die Höhle hindurch und hinauf zum Höhlendach. Über dem Höhlendach geht’s dann (A) per ausgesetztem Wanderweg hinauf zum Gipfelkreuz der roten Wand.

Nach dem erfolgreichem Gipfelsieg folgt nun der Abstieg nach Westen über den Normalweg. Auch hier irrt man noch etwas durch Wald und Lichtungen. Die Dämmerung setzt ein, da ich nachmittags unterwegs bin und der Himmel färbt sich rötlich. Immer noch vollkommen allein folge ich dem Westlichen Rücken über die deutlich markierten Wege bis runter zur Steinbock-Wiese. Wie fast immer bei der Roten Wand, sehe ich auch heute wieder die Steinböcke auf der Wiese grasen. Eine ganze Familie inkl. Jungtiere!

Der Blick herunter zur Autobahn und zum Tiebersee ist schön! Dann taucht man in den dichten Nadelwald ein, dem man bis runter zur Forststraße folgt. Der Forststraße folge ich nun nach Süden (links) noch gute 30 Minuten bis man schließlich zurück am Parkplatz ist. Eine wirklich lohnende und einzigartige Klettersteig Halbtagestour im Grazer Bergland!

Tourendaten

Aufstieg 700 hm
Strecke 6 km
Höchster Punkt 1505 m
Ausgangshöhe 850 m
Gehzeit 4h 30min
Schwierigkeit T2
Höhe 1.000 m+
Klettersteig C/D

Ziele dieser Tour

Detailbewertungen
Landschaft 3/5
Markierung 1/5
Abenteuer 3/5
Frequentierung 1/5
Kondition 3/5
Gefahrenpotential 3/5

Bilder

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