Der Klettersteig ist zwar maximal B/C, jedoch sollte man aufgrund echt schmaler Bänder und Passagen, Schnee in den Tritten und extremer Ausgesetztheit trotzdem unbedingt ein Klettersteigset anlegen! Am Einstieg des Schulteranstiegs auf etwa 2750m geht’s dann direkt am Drahtseil in Kategorie B die Wand hinauf. Nach einigen Stufen flacht es leicht ab und es wird einfacher. Nichts desto trotz ist ein Blick zurück auf das „Schneemeer“ einfach episch.

Der Klettersteig schlängelt sich eindrucksvoll durch das doch sehr alpine Hochtourengelände hinauf, bliebt technisch aber sehr einfach. Was ist so sehr genieße: Man kann echt super mit Griffen am Fels vorankommen und muss sich nicht wie ein irrer ständig an Drahtseilen hochzerren – etwas, dass ich bei Klettersteigen immer sehr zu schätzen weiß! Weiter oben queren wir dann zunehmend herüber zum Nordmassiv des Dachsteins, dessen Gipfelkreuz wir schon klar erkennen können.

Angekommen auf der linken Schulter wird’s dann wieder etwas gefährlicher. Über eine Schneewechte queren wir vorsichtig zu einer Wand herüber. Dann über den kurzen Aufschwung (B) erreichen wir ein Felsband, über das wir durch eine verschneite und sehr ausgesetzte Passage zum zentralen Gipfelaufbau gelangen.


Jetzt geht’s wieder senkrecht aber gut gesichert im Schwierigkeitsgrat B am Randkluft Anstieg weiter hinauf. Noch einige Steigbügel und Drahtseilpassagen folgen, wobei der Untergrund mehr und mehr verschneit ist. Aber dann nach kurzer Zeit sind wir ganz oben am Gipfel des Hohen Dachsteins! Was für ein toller Gipfelsieg das heute ist! Wir sehen den ganzen weitern Weg des heutigen Tages, überblicken den Gosogletscher und auch die Schladminger Tauern.


Nun geht’s wieder an den Abstieg. Über identischen Weg steigen wir ein Stück ab, zweigen dann aber nach links ab in Richtung des unter uns liegenden Hallstätter Gletschers. Über ganz viel Schnee klettern wir rückwärts vorsichtig zur Randkluft hinunter. Entgegen des Aufstieg Weges über die Schulter steigen wir jetzt direkt auf den Gletscher unterhalb des Gipfels ab. Dann angekommen auf dem Gletscher steigen wir vorsichtig das doch recht steile Schneefeld mit Steigeisen ab.

Weiter unten wird es flacher und wir wissen, dass es auch unter dem Schnee spalten geben kann, weshalb wir auf eine Idee kommen: Einfach auf dem Po das restliche Schneefeld runterrutschen (so ist die Belastung auf der Schneedecke auch geringer) Das geht auch erstaunlich gut so und durch den schon etwas sulzigen Schnee rutschen wir so in Windeseile runter bis zum gesicherten Weg

Jetzt geht’s mit nasser Hose aber guter Zeitersparnis wieder zurück zur Bergstation. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir diese und sammeln unsere Sachen aus dem Depot wieder ein. Dann geht’s mit der nächsten Seilbahn (Letzte fährt um 17:20 Uhr) hinunter zur Talstation. Das war dann die ganze Tour! Mit einem Bus gelangen wir auch schnell wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt dieser perfekten und großartigen Tour!

Infos zum Gipfel-Klettersteig hier: https://www.schladming-dachstein.at/de/aktivitaeten/touren/Schulter-und-Randkluft-Klettersteig-Hoher-Dachstein_tour_14809