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Cevedale

 

 

 

 

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Hochtouren Öffentliche Seite Kaj 9.März 2020 Alle Mitglieder
0.0
Index: Hochtour auf den Cevedale & Zufallspitze | Pinnwand
Hochtour auf den Cevedale & Zufallspitze
Kaj
Der Author
Kaj
- Dienstag, 21. Juli 2020

➚1960hm - 26KM - 09:15H Einfach

Der Monte Cevedale (Grenze Südtirol / Lombardei) gilt als ein Hochtourenklassiker und ist als relativ einfache Hochtour für viele die Höhenluft schnuppern wollen ein greifbares Bergziel. Zudem ist der Berg wahnsinnig beeindruckend und schön. Da er Teil der Ortler Gruppe ist, ist die Aussicht auf Königspitze und Ortler einfach nur überwältigend. Mit 3.769 Metern ist er ziemlich hoch und daher eher konditionell fordernd. Jedoch ist der Weg über den Suldenferner & Langenferner technisch einfach. Nur das letzte Teilstück hinauf, über einen 40° Hang stellt die Schlüsseldisziplin dar.

 

Zustieg über die Eisseespitze

Nach langer Autofahrt über den Reschenpass erreichen wir Freitag Abend Sulden. Schon jetzt befinden wir uns auf 1.900m Höhe. Nach einer Nacht im Hotel fahren wir weiter zum kostenfreien Parkplatz der Seilbahn. Diese fährt alle 20 Minuten für 15€ zur Schaubachhütte hinauf. So könnten 700hm gespart werden. Wir wandern jedoch hinauf. Oberhalb der Parkplatzes kann man einen Wanderweg finden, der eine Abkürzung darstellt. Bald schließt dieser wieder zur Fahr-Straße auf wo es dann weiter geht. Was uns sofort auffällt: Das riesige Schotterkar unter uns: wo früher einst ein prächtiger Gletscher war ist jetzt nur noch endloser Kies. Dahinter erscheint das übermächtige Bild der Königspitze

Einfach nur zum Staunen! Der Ortler rechts davon, noch viel gewaltiger, aber den Gipfel in den Wolken. Nach 1,5 Std. erreichen wir die Schaubachhütte und trinken ein Wasser bevor es weitergeht. Der Normalweg würde von hier zur Suldenspitze über den Suldenferner gehen, wir gehen allerdings über einen Steig (Stecknerweg) hinauf zur Eisseespitze. In dichten Serpentinen schlängelt sich der alpine Weg den Berg hinauf: alles nur wandern. Die Höhe merken wir mit der Zeit mehr und mehr.... durch Schnaufen. Der Bergkamm der Eisseespitze, ist wie überall im Alpenhauptkamm aus Granitgestein: Also Plattiges Blockwerk-gekraxel.

Stecknerweg hinauf

Nach 3:15h erreichen wir den 3.200m hohen ersten Berggipfel. Jetzt überblicken wir auch das Martelltal im Osten. Im Süden erscheint bereits der große, schneeweiße Längenferner. Monte Cevedale ist auch zu sehen, nur ist dessen Gipfel noch in den Wolken. Wir folgen dem unwegsamen Grat zwischen den zwei Gletschern weiter bis zum Eisseepass wo wir neben einem Kreuz und einem Denkmalstein auch eine alte Ruine vorfinden. Die Halle'sche Hütte war einst ein Stützpunkt für junge Soldaten, die dann im ersten Weltkrieg zerstört wurde. Von hier steigen wir ein Stück ab auf den Längenferner Gletscher, wo wir dann unsere Gletscherausrüstung anziehen. Den restlichen Weg zur Hütte geht es in zwei 4er Seilschaften.

Die Eissespitze (3.219m)

Denkmal am Eisseepass

Heute sind die Gletscher alle noch mit dicker Schneeauflage, sodass man die Spalten nicht sehen kann. Dafür aber dick genug, dass eigentlich alle Brücken halten und man sich beliebig bewegen kann - also optimale Bedingungen. Wir folgen einer bereits vorhandenen Spur weiter hinauf bis zur Rifugio Casati, unserem Tagesziel. Die Hütte sieht von außen eher schmuddelig aus, bisschen wie eine alte Kaserne, doch von innen überzeugt sie mit rustikalem Ambiente. Wir bekommen ein eigenes Zimmer mit Bad, auch wenn die Betten noch ausm Weltkrieg stammen. Die Wirte sind total freundlich und das Essen ist gut, allerdings sind die Preise sehr hoch!

Über den Längenferner zur Casati-Hütte

Natürlich ist der Gastraum voller lauter Italiener und egal wie spät es wird, es kommen draußen immer noch Leute in Gletschermontur an. Die Hütte liegt auch mitten auf dem Längenferner. Durch die Höhe von 3269metern bekomme ich merkwürdige Alpträume aber wir sind alle munter am nächsten Tag. Nach dem Frühstück um 6 Uhr geht’s wieder ans Seil und los: Zwei 4er Seilschaften.

 

Gipfeltour Cevedale

Von der Terrasse geht’s direkt aufs Eis und auf den nun wolkenfreien Berg zu. Noch 500hm über den großen Gletscher sind zu schaffen, doch diese sind ein absoluter Genuss! Einfach chillig dahinwandern, immer auf der Schnee-Spur. Je weiter wir gehen, desto unglaublicher ist die Aussicht rundum. Ein weiteres Tal tut sich jetzt im Westen auf und die beiden Super-Berge Königspitze und Ortler hinter uns, sind nun auch in voller Pracht zu bestaunen. Der Weg vor uns führt uns durch eine Eis-Wüste, immer den nächsten Hügel hinauf, und voller Seilschaften die schon vor uns sind.

Hinter uns Königspitze und Ortler

Kurz vorm Hang

Da wir früh unterwegs sind, ist der Schnee noch schön hart und man kommt schnell voran. Dennoch schnaufen wir mehr und mehr… Nach einiger Zeit erreichen wir den Berghang, der nun steil vor uns aufragt. Aber die Trittspur ist schon gut ausgetrampelt, daher macht die 40° Hangneigung gar kein Problem mehr. Die Spur quert hinauf zu einer klaffenden Spalte und unterhalb dieser dann rauf zum Sattel. Jetzt nur noch wenige Meter am Grat zum Gipfelkreuz.

Geschafft! Gipfelsieg

Was für ein Tag! Was für eine Aussicht!! Einfach nur ur-gewaltig (Siehe Fotos/Video). Man sieht nun auch nach Süden in die Brenta Dolomiten. Direkt vor uns weitere verschneite 3000er. Fast auf Augenhöhe mit dem gigantischen Ortler, der nur mehr 150 Meter höher ist. Da ein paar von uns noch gern zur Südlichen Zufallspitze wollen (Nachbargipfel), trennen wir uns in 2 Seilschaften auf. Beni & co. Steigen ab zur Casati Hütte und ich versuche es mit Ralf, Sandra und Flo rüber über den Grat.

 

Optional: Zufallspitze

Der Cevedale ist einfach, die Zufallspitze jedoch schon deutlich anspruchsvoller. Über den Schneebedeckten Grat erreichen wir bald eine erste Ier Kraxelstelle am plattingem Granit: Etwas auf schmalem Tritt queren. Anschließend weiterer Fels, wo wir uns zunächst durch eine sau-schmale Felsgasse zwängen müssen. Dahinter eine vielleicht 35 meter lange Querung direkt am Steilhang. Hier sichern wir die Passage etwas mit Seil um ein Köpfle ab (was gerade so von der Länge geht).

Die kurze Querung

Manche umgehen das ganze südlich, was wir für keine gute Idee halten: Direkte Sonneneinstrahlung – sulziger Schnee – Spalte direkt darunter. Nach der Schlüsselstelle begegnen wir noch einer offenen Spalte: Einmal gut springen, geht aber. Zum Gipfel hinauf ohne Rucksack am Blockwerk kraxeln (I), geschafft.

Wie weit kannst du springen?

Blockwegkraxeln zum Gipfel

Zurück zur Kreuzung über beide schwierigeren Stellen geht es sogar noch besser, da man die gefährliche Querung nun bergauf steigt. Für den Abstecher zur Zufallspitze haben wir ca. 1 Stunde gebraucht. Wir steigen nun wie wir gekommen sind wieder ab in Richtung Hütte, und sind nach 1,5h wieder dort. Die andere Seilschaft ist schon wieder weg.

 

Abstiegswege

Gruppe Benni hat eindeutig den besseren Weg gewählt. Sie gehen über die Suldenspitze (ca. 20 Minuten Gegenanstieg von der Casatihütte) und steigen von dort über den sehr spaltenreichen Suldenferner ab. Das geht wohl ziemlich gemütlich. An der einzig aperen Stelle machen Bergschulen gerade Bergungs-übungen. Gruppe Kaj jedoch denkt sich: „Wir sind schneller über den Eisseepass“ und als wir über den Absteigen wird’s heikler.

Schnell wird der Wanderweg runter sehr bröslig, lose und instabil. Aus Faulheit lassen wir die Steigeisen an, was letztlich auf dieser Sandrutsche gut ist. Nur mit Stöcken kommen wir da runter. Es sind zum Glück nur wenige Höhenmeter über den Steig auf den Gletscher und als ich schneller als die Anderen dort unten bin und warte kommt erstmal vom Pass oben ein Stein runtergekullert.

Der Abstieg vom Eisseepass zum Suldenferner

Dann noch einer, dann gleich 3, 4 Stück. Ich eile etwas übers Eis, damit ich mich entferne und rufe Ralf & Co. Zu sie sollen schneller machen, da hier erhöhte Steinschlaggefahr ist. Aber wie gefährlich das war, erfahren wir dann: Gerade als wir wieder zusammen waren und das Seil angelegt haben, geht hinter uns der gesamte Hang ab. Tonnenweise, meterdicke Steile fliegen durch die Luft und eine Geröll-Lawine bedeckt den Weg auf dem wir vor 5 Minuten standen.

Es sah wie eine Sprengung aus… einfach nur krass! Wir haben unglaubliches Glück gehabt!! Wären wir noch dort (unterhalb des Steigs) gestanden, wäre es das definitiv gewesen. Also mein Tipp: Diesen Weg meiden, durch das schmelzen des Permafrosts im Berg, nimmt der Klimawandel den Bergen mehr und mehr den Halt und alles wird instabiler. Wir haben das nun Hautnah erleben dürfen. Und es kracht und knackt überall um uns rum, als wir in Sicherheit auf dem Suldenferner gehen.

Nach dem Schock steigen wir runter und treffen den Rest der Gruppe wieder an der Schaubachhütte. Nach einem Drink geht es dann weiter über den Forstweg ins Tal. Am Bärenbad, kurz vorm Parkplatz gibt es dann noch Gelegenheit ein Fußbad zu nehmen. Tut richtig gut!

 

Fazit

Eine einfache und landschaftlich gewaltige Hochtour, die bei perfekten Bedinungen technisch überhaupt keine Probleme darstellt. Komplette Gletscherausrüstung ist aber erforderlich, zudem sehe keinen Grund warum das ohne Seilschaft nicht waghalsig sein soll. Die Hütte ist fein, aber Bier sollte man sich lieber selbst mitnehmen (zu teuer). Trotz dessen, dass die HAT einfach ist, birgt das Gelände doch einige alpine Gefahren und ist nicht zu unterschätzen.



 Bewertung
Landschaft:
Überwältigend!
Markierungen:
Befriedigend
Bewirtung:
Gut
Frequentierung:
Überlaufen
Kondition:
Mittel
Gefahrenpotential:
Hoch

 

Bergsteigen vom 18.Juli 2020 in Sulden (Ortler Gruppe)

mit Kaj Benni Alex Flo_87

Schwierigkeit: Leicht
Höhe: 3.000 +
GPS-Werte:
Anstieg ➚: 1960 hm
Distanz ➙: 26 km
Ø Geschw. ➠: 2.70 km/h
Ø Pace: 22:08 min/km
Gesamtzeit 🕓: 12:39 h
Zeit in Bewegung 🕓: 09:15 h
Talhöhe: 2039 m
Berghöhe: 3751 m
Erfahrung: + 209 EP.
Wegpunkte
Eisseespitze (3.219m)
Gipfel
Suldenspitze (3.375m)
Gipfel
Monte Cevedale (3.769m)
Gipfel
Zufallspitze (3.757m)
Gipfel
Schaubachhütte (2.581m)
Hütte
Rifugio Casati (3.269m)
Hütte
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Kleines Aletschhorn


Bilder
Ausflug Bilder von
Kaj

 


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