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Weißkugel

 

 

 

 

ThemaLeserechtSeitenadminErstellt amSchreibrechte(1x bewertet)
Hochtouren Öffentliche Seite Kaj 23.Juli 2020 Alle Mitglieder
4.0
Index: Weißkugel vom Schnalstal & Bella Vista Hütte | Pinnwand
Weißkugel vom Schnalstal & Bella Vista Hütte
Kaj
Der Author
Kaj
- Dienstag, 4. August 2020

➚2153hm - 26KM - 09:21H Mittel

Die Weißkugel (Palla Bianca) ist der dritthöchste Berg Österreichs und für mich einer der schönsten Berge der Alpen. Im hintersten Venttal des Ötztals thront der weiße Riese mit seinem ausfällig breiten Gipfelbau. Sein Gipfel stellt (wie der Similaun) eine Grenze der Tiroler Alpen am Hauptkamm nach Südtirol dar. Es ist ein langer Weg hinauf zum Ziel der aber durch eine unglaubliche Sicht belohnt wird. Es gibt mehrere Routen zum Gipfel: eine der direktesten ist wohl über die Weißkugelhütte, hier beschreibe ich den Zustieg aus dem Schnalstal über die „Schöne-Aussicht Hütte“ und weiter über den Süd-Anstieg. Diese Route ist mit WS bewertet und damit technisch nicht schwer, allerdings eine sehr lange Tour!

Kurzras (2000 m) - Bellavista (2805 m) - Steinschlagjoch (3166 m) - Hintereisjoch (3419 m) - Weißkugel (3738 m) - Teufelsegg (3220 m) - Bellavista

 

Zustieg zur Hütte

Die Rifugio Bellavista (Schöne Aussicht Hütte) auf 2.850m ist eine Private Schutzhütte der Extraklasse: Mit Sauna und Hot-Tub schon etwas extravagant. Nahe dem Senales-Ski Gebiet ist sie beliebtes Übernachtungsziel im Winter und im Sommer der Stützpunkt für Weißkugel-Begeher. Von Vent aus ist es möglich, allerdings ein langer Hatscher: Man geht das ganze Vent-Tal durch, gute 5 Stunden Gehzeit. Den direkteren Weg wählen wir: von Kurzras aus dem Schnalstal aus. Dort sind es nur 2,5 Stunden auf direktem Aufstieg durch das Skigebiet. Dieser Weg (leicht) ist gut ausgebaut und für Jeden begehbar.

Treppe aus Granitplatten, die Höhe spürt man dennoch

Nach langer Autofahrt über den Reschenpass erreichen wir im hintersten Schnalstal den Ort auf bereits 2000 meter. Normalerweise 5€ Parkgebühr, doch sind wir schon nach Feierabend der Parkwärter da und zahlen nichts. Hinter dem gigantischen Skihotel findet sich schnell der Wegweißer der unseren Wanderweg anzeigt. Nach Norden geht es westlich der kahlen Berglandschaft über den Wald hinauf. Der Weg zunächst ziemlich steil und später etwas milder im Granitfeld.

Der Kessel: Ggü liegt die Hütte

Nach einer Weile geht es oberhalb der grünen Grenze weiter im kahlen, vom Skigebiet verwitterten Geröll hinauf. Unterhalb des Seilbahnberges „Grawand“ sind die ganzen Pistenzonen zu sehen. Als wir den ersten Vorsprung östlich umwandert sind, taucht das wirklich große Gebiet der Teufelsegg Bahn vor uns auf. Gegenüber von uns auf einem Vorsprung taucht bereits die Hütte auf. Jetzt muss nur mehr das weitflächige Gebiet in einem großen Bogen durchquert werden. Kurz vor dem letzten Aufstieg zweigt ein Schild schon in Richtung Weißkugel ab. Nach dem Schotterkessel geht es dann nochmal richtig bergauf, hinauf zur Bella Vista. Haben ca. 1:30h gebraucht.

Dessen Ausblick ist eigentlich schön, nur dass man hier das kahle Skigebiet bestaunt. Die Hütte ist unglaublich rustikal. Gastraum und Zimmer aus knarzendem Holz. Kostenlose Duschen gibt’s im Gemeinschaftsbad. Die Betten fand ich kurz und hart, da hätte ich auf ner Isomatte besser geschlafen. Das Personal ist sehr freundlich und informiert gerne. Abendessen ist immer sehr gut! Preise sind ok. (Übernachtung mit Pension 70€)

 

Auf die Weißkugel – Teil 1

Ich würde grundsätzlich zwei Nächte in der Hütte empfehlen, denn für die Weißkugel braucht man gute 10 – 11 Stunden. Da ist man zum Ende hin echt kaputt und will nicht mehr absteigen und 4 Stunden heimfahren, das verspreche ich euch! Es gibt 2 Frühstücke: Das Weißkugelfrühstück um 4 Uhr morgens und das Normale um 7:30 Uhr. Nach wenig Schlaf stehen wir also mit Stirnlampen um 5 Uhr früh vor der Hütte und gehen langsam los. Zum Gipfel soll es lt. Hüttenwirt 6 Stunden dauern. Wir steigen in der Dunkelheit ab zum Schild und folgen jetzt dem Wanderpfad in Richtung Teufelsegg Station. Der Weg ist zunächst nur wenig steil und geht gemächlich über das Steinfeld rauf. Nach 1 Stunde geht langsam die Sonne hinter uns auf und wir stehen auf 3.000 meter an der Skiliftstation. Von hier gibt es zwei Wege: Über das Teufelsegg oder südlich davon direkt zur Eisenstange am Steinschlaggrat.

Der Tag bricht an und verhofft Sonne

Zum Aufstieg wählen wir den Weg unterhalb des Berges. Hierbei geht es jetzt einfach links vom Berg weiter über einen zunehmend bröselichen, instabilen Pfad der schon bald zu Blockwerkkraxelei übergeht. Hier ist definitiv ein Helm zu empfehlen. Zudem sollte der Weg nicht am Nachmittag begangen werden, da viel zu hohe Steinschlaggefahr oder Erdrutsche drohen. Doch ist der Weg direkter. Nach 2 Stunden stehen wir an der Eisenstange und sind völlig geflashed von der plötzlichen Aussicht.

Vor uns der große, wunderschöne Hintereisferner, der sich noch gut gehalten hat und sich sehr lang das Tal hinabschlängelt. Der Blick nach Westen ist die Krönung: Hinter einem schmalen Berggrat die Weißkugel in voller Pracht voraus. Es geht jetzt zunächst etwas bergab und dann im Gegenanstieg auf den schmalen Grat, der abseits des Gletschers verläuft. Hier ist leichte Kraxelei bis zum ersten Grad zu bewältigen. Für mich der pure Genuß: Die Landschaft, die Ausgesetztheit und das Kraxeln.

 

Auf die Weißkugel – Teil 2

Nach weiteren 45 Minuten erreichen wir dann die Anseilstelle, dem Steinschlagjoch. Hier verlieren wir leider viel Zeit mit Seilknoten, Hüftgurt & Steigeisen anziehen. Dann geht es direkt über den Hintereisferner auf die Weißkugel zu. Nur schmale Spalten sind sichtbar, der Rest ist von einer dicken Schneeauflage bedeckt. Gemächlich geht es bergauf in Richtung des Hintereisjochs: Also links vom Berg in das Tor aus Eis und Schnee (buchstäblich)… - 4h

Das Hintereisjoch

Wie eine große Halle aus Eis. Zwischen einer Felswand und der Gletscherwand wandern wir durch das Hintereisjoch hindurch. Von dort geht es dann auf die Wand hinauf und dann wieder nach Norden auf den letzten Hang zu. Hier sind jetzt viele Seilschaften zu sehen. Eine Schlüsselstelle der Tour ist der 40° Hang vor uns, dem Matscher Wandl. Hier geht es in Serpentinen langsam und vorsichtig mit Pickel und Seil hinauf. Eine große, klaffende Spalte mit Schneebrücke umgehen wir etwas vorsichtig. Gegenverkehr am Hang kostet viel Zeit.

Das steile Matscher Wandl

Auch durch die Höhe ist der Anstieg schwierig und wir stapfen nur langsam durch den schon sulzigen Schnee. Sehr viel später hätte man hier nicht aufsteigen sollen…. Oberhalb des Hangs geht es noch ein gutes Stück auf dem Buckel des Berges gemütlich voran bis schließlich der Gipfelgrat erscheint. Hier legen wir alles ab und machen uns an die Gratkraxelei. Bis zum zweiten Grat geht es am Blockwerk weiter, aber nur ein kurzes Stück. Jeder von uns kann das gut bewältigen und es gibt vielerlei Möglichkeiten schwierige Stellen zu umgehen. Kann jetzt so direkt keine Schlüsselstelle benennen.

Der Gipfelgrat - I+ bis II-

Nach Gesamt 5:30h stehen wir am Gipfelkreuz der Weißkugel. Und für mich ist dies eindeutig die beste Aussicht die ich je in den Alpen hatte. Man überblickt die ganzen Ötztaler Hochalpen: den gigantischen Gepatschferner mit Fluchtkogel und Brandenburger Haus und dahinter noch die große Wildspitze im Norden. Im Osten sehen wir die große Eislandschaft der hinteren Schwärze, Finailspitze & Similaun – im Westen bis in die Schweiz und im Süden den Ortler, Königspitze und sogar den Cevedale: Also kurzum das ganze Südtiroler Land! Diese Sicht ist einfach phänomenal und war den langen Aufstieg definitiv wert! Allerdings steht uns noch einiges bevor, nämlich…

Der alte Poser...

 

Der Rückweg

Wir hätten es nicht gedacht, aber auch für den Weg zurück benötigen wir ganze 5 Stunden. Das schlimmste daran ist allerding die Hitze. Da es nun kurz vor Mittag ist, brennt die Sonne erbarmungslos nieder und auf dem Gletscher ist man dann echt die Bratwurst auf dem Grill. Also das war schon echt heftig – ohne Gletscherbrille und 50er Sonnencreme ist das schon gefährlich! Der Schnee total sulzig, gerade Matscher Wandl wird es eine rutschige Angelegenheit und der gute Gang mit Steigeisen wird auf die Probe gestellt.

Der Schnee ist im Juli immer noch Tief...

Die Zeit vergeht bis wir wieder am Anseilplatz sind und alles wieder im Rucksack verstaut haben. Gemächlich geht’s über den Grat zurück zum Steinschlagjoch, wo uns dann von Einheimischen abgeraten wird unseren Aufstiegsweg zu nehmen. Der sei jetzt viel zu riskant. Also gehen folgen wir dem Grat weiter bergauf zum Teufelsegg Gipfel. Hier ist leider ein Gegenanstieg von mindestens weiteren 200hm zu bewältigen: Die Füße werden langsam schwer. Hinter dem Berg geht’s dann über das Teufelsegg Joch dann runter vom Grat zur Skiliftstation, etwas über unwegsames Geröll.

Der Rest ist dann wieder der lange Hatscher über das Skifeld bis zum Talzustiegs-Weg zurück. Und dann kommt das, was uns wirklich den Rest gegeben hat: Der Gegenanstieg wieder hinauf zur Bella Vista Hütte. Ist jetzt zwar nicht mehr so viel aber wir waren echt total fertig als wir uns da im Schneckentempo raufgequält haben. Ich glaub so hab ich mich seit meiner aller ersten Wanderung nicht mehr gefühlt. Vom Trockenraum geht es nur noch über den Umweg zur Dusche ins Bett. Abends sitzen wir dann aber nochmal gemütlich auf ein paar Bier zusammen. Haben für die Tour 10:20h gebraucht.

Kurz vor dem Talzustiegs-Weg

Es ist die Länge in Kombination mit der heftigen Sonneneinstrahlung, der Höhe und dem langen Weg an sich, die diese Tour zur Herausforderung machen. Ich würde daher dringen empfehlen um 5 Uhr los zu gehen und nur bei wirklich stabilen Wetter bis in den Nachmittag hinein die Tour zu wagen. Außerdem 2 Nächte zu planen.

Pizza in Meran

Am Sonntag steige ich mit der Alex ins Tal ab, während der Rest der Gruppe noch einen Abstecher auf den Grawand machen und mit der Seilbahn ins Tal fahren. In Meran bietet es sich an noch einkaufen zu gehen und zur Pizza Mösl einzukehren, vor der langen Heimreise.



 Bewertung
Landschaft:
Überwältigend!
Markierungen:
Ausreichend
Bewirtung:
Sehr Gut
Abenteuer:
Wahnsinnig
Frequentierung:
unter Leuten
Kondition:
Sehr Hoch!
Gefahrenpotential:
Hoch

 

Bergsteigen vom 1.August 2020 in Schnals (Ötztal)

mit Kaj Benni Alex Bergmadl_Muc Flo_87

Schwierigkeit: Normal
Höhe: 3.000 +
GPS-Werte:
Anstieg ➚: 2153 hm
Distanz ➙: 26 km
Ø Geschw. ➠: 2.80 km/h
Ø Pace: 21:13 min/km
Gesamtzeit 🕓: 12:26 h
Zeit in Bewegung 🕓: 09:21 h
Talhöhe: 2003 m
Berghöhe: 3738 m
Erfahrung: + 161 EP.
Wegpunkte
Weißkugel (3.738m)
Gipfel
Teufelsegg (3.227m)
Gipfel
Grawand (3.251m)
Gipfel
Schöne Aussicht Hütte (2.842m)
Hütte
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Cevedale

Hochtour auf den Cevedale & Zufallspitze


Bilder
Ausflug Bilder von
Kaj

 

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Bergmadl_Muc
Weißkugel

 

  


Gast#9456 - 30.Juli 2022 um 21:54:00 Uhr
#Weißkugel

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